Die Modelle der Raspberry-Pi-Reihe waren früher dafür bekannt, sich vielseitig für unterschiedlichste Projekte einsetzen zu lassen und zugleich den Geldbeutel zu schonen. Ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis machte sie zu einer attraktiven Wahl. Das änderte sich während der COVID-19-Pandemie, als die Preise deutlich anzogen. Wer sich heute einen Raspberry Pi zulegen möchte, sieht sich erneut mit hohen Preisen konfrontiert: Die Speicherkrise hat einige Modelle der Reihe erheblich verteuert, und leider ist diese Entwicklung noch lange nicht vorbei.
Die Raspberry Pi Foundation hatte erst kürzlich die Preise verschiedener Modelle angehoben, wie wir bereits berichtet hatten. Diese Erhöhungen traten am 1. Oktober 2026 in Kraft. Schon damals war allerdings klar, dass weitere Preisanpassungen folgen würden, sollte sich die Speicherkrise nicht entspannen. Denn durch den Speichermangel wird die Beschaffung der Chips immer schwieriger und teurer. Der nächste Schritt ließ auch nicht lange auf sich warten: Raspberry-Pi-Geschäftsführer Eben Upton kündigte in einem Blogbeitrag erneut geänderte Preise an. Diesmal muss allerdings nur der Raspberry Pi 5 mit 16 GB teurer werden, außerdem steigt der Preis des Compute Module 5 mit 16 GB. Die Ausstattung mit 16 GB Arbeitsspeicher wird zunehmend schwieriger und kostspieliger. Die knappen Produktionskapazitäten treiben die Herstellungskosten dieser Modelle immer weiter in die Höhe und machen eine deutliche Preisanpassung erforderlich.
Der Raspberry Pi mit 16 GB wird um 80 US-Dollar teurer und kostet im Handel damit künftig 385 statt 305 US-Dollar. Dabei war er im Januar 2025 noch für 120 US-Dollar auf den Markt gekommen. Inzwischen kostet er also mehr als das Dreifache seines ursprünglichen Preises. Auch beim Compute Module 5 wird es schwieriger, die benötigten 16 GB Arbeitsspeicher zu beschaffen. Bei diesem Modell fällt die Preiserhöhung mit 40 US-Dollar jedoch geringer aus. Neben der Speicherkrise spielte bei der Entscheidung auch eine Rolle, dass weitere Komponenten teurer werden, darunter die Leiterplatte. Zusammengenommen machten diese Faktoren die Preisanpassung notwendig.
Upton riet den Käufern, den Speicherbedarf ihrer Anwendungen zu prüfen und danach das am besten geeignete Modell auszuwählen. So lasse sich vermeiden, unnötig für mehr Arbeitsspeicher zu bezahlen. Seiner Ansicht nach können in der aktuellen Situation auch Modelle mit weniger Speicher sowie ältere Ausführungen eine Lösung sein, da sie günstiger sind als ihre Pendants mit größerer Speicherausstattung. Eben Upton versprach außerdem, die Preiserhöhungen zu überprüfen, sobald sich die Speicherkrise entspannt und die Preise wieder sinken. Preissenkungen sind also möglich. Wie lange es bis dahin dauert, hängt jedoch von der Marktentwicklung ab.
Den aktuellen Prognosen zufolge wird sich die Speicherkrise auch 2027 noch nicht entspannen. Vielmehr dürfte das Jahr noch schwieriger werden als 2026. Der Dell-Chef rechnet sogar damit, dass die Krise bis in die erste Hälfte des Jahres 2028 anhalten könnte. SK Hynix stellt sich unterdessen darauf ein, dass die Nachfrage bis 2030 das Angebot übersteigen wird. Auch Analysten erwarten in naher Zukunft kaum eine Besserung. Die erhöhten Preise dürften uns daher noch eine Weile begleiten. Weitere Preiserhöhungen sind ebenfalls möglich; wie hoch sie ausfallen, hängt von der Entwicklung der Marktlage ab.






























