Die weltweite Speicherkrise hat die Preise für DDR4- und DDR5-Speichermodule extrem in die Höhe getrieben. 2027 könnte sich die Lage weiter verschärfen – damit rechnen zumindest Analysten und führende Branchenunternehmen. Unter diesen Umständen sind der Bau eines PCs und die Aufrüstung des Arbeitsspeichers eine kostspielige Angelegenheit. Nicht ohne Grund bemühen sich sowohl AMD als auch Intel darum, Spielern und normalen Anwendern DDR4-Alternativen anzubieten. Damit sollen sie zu etwas geringeren Kosten komplette Rechner zusammenstellen oder ihre bestehenden Systeme durch den Austausch zentraler Komponenten modernisieren können.
Verantwortlich für die Speicherkrise sind vor allem der KI-Boom und die Entscheidung der Speicherhersteller, sich in der Hoffnung auf höhere Gewinne stärker auf Geschäftskunden und den Servermarkt zu konzentrieren. Die Leidtragenden sind die Verbraucher: Für ihren Markt wird weniger Speicher produziert, während Produkte für Geschäftskunden Vorrang haben. Vor diesem Hintergrund stießen Äußerungen von Sam Altman in der PC-Community auf besonders wenig Gegenliebe. Altman leitet OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, einem der populären großen Sprachmodelle aus der Cloud. Kürzlich war er im Podcast Cheeky Pint zu Gast und ließ dort eine wenig glückliche Bemerkung fallen. Sie ist im folgenden Video etwa ab Minute 29 zu hören.
Sam Altman zufolge setzen viele Nutzer auf lokal laufende KI-Modelle und betrachten das Problem damit als gelöst: Schließlich gebe es bereits leistungsfähige Open-Source-Modelle für den eigenen Rechner, und weitere würden folgen. Diese Nutzer gingen davon aus, dass lokal betriebene große Open-Source-Sprachmodelle KI-Dienste aus der Cloud und deren Rechenzentren überflüssig machen würden. Aus Sicht einer weltweiten Ressourcenverteilung sei es jedoch ziemlich schrecklich, wenn jeder einen Teil des ohnehin begrenzten DRAM-Angebots im eigenen Rechner vorhalte, der nur rund 5 % der Zeit genutzt werde. Um mit den derzeitigen Produktionsengpässen zurechtzukommen, müssten die Ressourcen der Cloud-Dienste maximal ausgelastet werden. Viele hielten aber offenbar genau das Gegenteil für die Lösung.
Altmans Worte sind bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Er hat schließlich ein Interesse daran, dass das Geschäft mit KI-Diensten aus der Cloud floriert – insbesondere mit OpenAIs Produkt ChatGPT. Lokal laufende Open-Source-LLMs erschweren ihm jedoch das Geschäft, schmälern die Umsätze und nehmen den Cloud-Angeboten damit etwas den Wind aus den Segeln. Dass lokale LLMs Zuspruch finden, hat gute Gründe. Für sie spricht etwa der Datenschutz: Wichtige und möglicherweise sensible Daten landen auf keinem entfernten Server, und die Kontrolle bleibt beim Nutzer. Für viele ist das inzwischen ein entscheidendes Kriterium. Zugleich unterstützen zahlreiche Großunternehmen Open-Source-LLMs, was den Anbietern von KI-Diensten aus der Cloud verständlicherweise missfällt. Dass diese Modelle immer effizienter werden, immer mehr Aufgaben übernehmen können und die zugehörigen Hardwareplattformen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, dürfte ihnen ebenfalls wenig gefallen.
Altmans Äußerungen wurden, vorsichtig ausgedrückt, wenig positiv aufgenommen. Aus Sicht vieler Spieler sind schließlich Großunternehmer wie er für den Mangel am Speichermarkt verantwortlich. Entsprechend entstanden in den vergangenen Tagen zahlreiche Memes, und die Lawine dürfte noch eine Weile weiterrollen.
Im selben Interview sprach Altman auch darüber, dass Speicherhersteller beim Ausbau ihrer Produktionskapazitäten vorsichtig sein müssten. Der Markt könne schnell in eine Überproduktion kippen, was einen Preisverfall und sogar eine Insolvenzwelle unter den Herstellern auslösen könne. Ähnliches habe es in der Vergangenheit bereits gegeben. Deshalb seien die Hersteller vorsichtiger geworden und ließen sich derzeit auch mit dem Bau neuer Fabriken Zeit.






























