Wenn wir uns fragen, welcher Gebrauchsgegenstand noch keine Smartfunktionen im Überfluss bekommen hat, dürfte bei vielen die Sonnenbrille noch auf der Liste stehen. Den Schlagwörtern „smart“ und „KI“ kann freilich kein Hersteller widerstehen, am wenigsten jene, die auf diesen Gebieten eine Hauptrolle spielen. Gerade deshalb mag es sogar überraschen, dass Meta, früher nur als Facebook bekannt, nach der 2013 vorgestellten Kamerabrille von Google bis 2021 auf sein erstes ähnliches Produkt wartete; seitdem hat aber auch das Unternehmen schon etliche Generationen hinter sich.
Doch wenn man schon den Zeitpunkt für ein Modeprodukt mit eingebauter Kamera und integrierten Smartfunktionen gekommen sah, überließ man nichts dem Zufall. Man wandte sich gleich an den Veteranen Ray-Ban, um sicherzustellen, dass das Produkt nicht nur für eingefleischte Tech-Verrückte interessant ist, sondern möglichst auch Durchschnittsmenschen aufmerken lässt. Das ist im Grunde auch gelungen: Durch die Neuinterpretation der beliebten Ray-Ban-Stilmerkmale entstanden Geräte, die mit praktischen eingebauten Kameras, Sensoren, Mikrofonen und sogar kleinen Lautsprechern vollgepackt sind und auf den ersten Blick wie eine herkömmliche Modebrille wirken.
Obwohl das Unternehmen bei der aktuellen Meta-AI-Serie bereits bei der dritten Generation angekommen ist, haben die von mir ebenfalls ausprobierten Meta-AI-Brillen der ersten Generation gegenüber ihrem ursprünglichen Preis zwar stark an Wert verloren, ihren grundlegenden Reiz aber behalten. Schließlich handelt es sich statt einer klobigen Kopfkamera um ein vielseitiges Smartgerät, das mit verschiedenen Fassungen erhältlich ist und Aufnahmen in 1080p beherrscht. Das in mehrfacher Hinsicht spannende oder auch umstrittene Genre und dieses konkrete Gerät bieten unbestreitbaren Komfort, doch wie viel verlieren die ungarischen Käufer, denen die EU-Regulierung eine der wichtigsten Fähigkeiten der Meta-Brillen vorenthält?
Technische Daten
| Modellnummer | RW4010 |
| Design / Fassung | Katzenaugenform (Cat-Eye), High-Bridge-Ausführung |
| Kamera | 12-MP-Ultraweitwinkelkamera |
| Fotoauflösung | 3024 × 4032 Pixel |
| Videoauflösung | 1440 × 1920 Pixel @ 30 fps |
| Audiosystem | 2 offene Lautsprecher (Open-Ear) |
| Mikrofone | Integriertes System mit 5 Mikrofonen |
| Interner Speicher | 32 GB Flash-Speicher (für 500+ Fotos oder 100+ Videos von 30 Sekunden) |
| Drahtgebunden/Drahtlos | Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2 / 5.3 |
| Akkulaufzeit | Bis zu 4 Stunden mit einer Ladung (mit dem Ladeetui insgesamt bis zu 36 Stunden) |
| Intelligenter Assistent | Sprachgesteuerte Meta-AI-Integration |
| Kompatibilität | Mit iOS 14.4 oder Android 10 und neueren Betriebssystemen |
| Bedienung | Touchpad am Bügel und Sprachsteuerung |
| Wasserfestigkeit | IPX4-Zertifizierung (Schutz gegen Spritzwasser) |
| Abmessungen | 52 x 20 x 150 mm |
| Gewicht | 50 g |
| Tragbar | ab 13 Jahren |
Verpackung und Zubehör
Die Brille kommt in einer recht unauffällig aussehenden, innen aber umso interessanter aufgebauten Schachtel, die wohl ebenso das Verdienst von Ray-Ban ist wie das Design der Brillen. Die graue Schachtel, die mehr als wahrscheinlich aus Recyclingpapier besteht, ist enorm minimalistisch; die große Leere wird im Grunde nur von den wichtigsten Stichwörtern unterbrochen.
Auf den mittig platzierten winzigen Aufschriften stehen lediglich Ray-Ban und Meta, während am Rand der Schachtel deutlich auffälliger SKYLER zu lesen ist, ein Hinweis auf den Fassungstyp. Auf der Rückseite sind zusammengedrängt durchaus nützlichere Informationen zu finden, so lässt sich etwa herausfinden, dass die Brille 32 GB internen Speicher hat, außerdem einige wichtige Angaben zu Nutzung und Funktionsweise des Produkts.
Sobald wir uns vergewissert haben, dass wir mindestens 13 Jahre alt sind, eine der aufgeführten Sprachen sprechen (für Sprachbefehle unverzichtbar) und so weiter, kann endlich ausgepackt werden. Das Innere der Schachtel enthält abgesehen vom Etui aus Kunstleder-Optik kein Plastik; das Mikrofasertuch steckt in einer Kartontasche rechts, die Begleitbroschüren in einer links. Die Präsentation ist also hochwertig, an ein Ladekabel dürfen wir aber gar nicht erst denken – heutzutage sind wir froh, wenn wir das Produkt überhaupt bekommen.
Design und Aufbau
Ganz gleich, um welches Modell oder welche Generation es geht, dank Ray-Ban gibt es sie in zahlreichen Variationen, gemeint sind Fassungen in unterschiedlichen Stilen und mit Fantasienamen sowie die Gläser, unter denen es hellere und dunklere gibt, natürlich gewürzt mit verschiedenen Farbtönen und selbsttönenden Optionen.
Bei mir war das speziell für Meta-Brillen entworfene Modell mit Skyler-Fassung zu Gast, eine klassische Ausführung mit dickem Rahmen, die aber eher einen weiblicheren Stil vertritt. Es ist eine sogenannte Cat-Eye-Fassung, also ein Retro-Rahmen mit Katzenaugen-Schwung, der eher zu schmalen Kopfformen passt – und offenbar habe ich eine solche, denn ich konnte sie problemlos auf die Ohren schieben. Außerdem ist sie mit selbsttönenden Transitions-Gläsern ausgestattet, die im Normalfall völlig klar sind, im Freien aber bei natürlichem Licht zu dunkeln beginnen, in meinem Fall in einem bläulichen Ton.
Die Materialwahl erfüllt in etwa die erwartete Qualität, wobei die Übergänge an den Bügeln feiner hätten verarbeitet sein können; es war merkwürdig, an der Brille deutlich spürbare Kanten zwischen den Schichten zu ertasten. Auch bin ich kein besonderer Freund glänzender Oberflächen, denn bekanntlich sammeln sie mit Begeisterung unsere Fingerabdrücke. Das ist auch hier nicht anders: Jede kleinste Berührung hinterlässt Spuren, ebenso das Tragen. Natürlich lässt sich das mit ein paar Handgriffen abwischen, und Materialqualität und Gesamteindruck sind grundsätzlich hochwertig.
Die Tasten, vor allem die metallene Einschalttaste, sind gelungen, und auch den Druckpunkt der Fototaste hat man schön getroffen. Nachdem ich den Bügel unten mit dem Daumen abgestützt hatte, ließ sie sich leicht drücken und klickte deutlich, aber nicht laut – falls das Tonsignal beim Drücken nicht genügt hätte, um den erfolgreichen Schnappschuss zu melden.
Auf dem Nasenrücken stützt sie sich mit Silikoneinsätzen ab, sodass die Gefahr geringer ist, dass sie im Sommer von der verschwitzten Nase rutscht; bei mir kam das auch nicht vor, allerdings saß die Brille vielleicht ein paar Grad enger, als ich es noch ausgesprochen angenehm finde. Die Metallscharniere an der Verbindung von Bügeln und Fassung sind, vorsichtig gesagt, massiv, es ist fast eine Freude, sie anzusehen, so straff und fest halten sie die Brille zusammen, sodass sie wahrscheinlich auch langlebig sein werden.
Gleich zu Beginn kann ich festhalten, dass angesichts der eingebauten Technik und Komponenten aus der Zusammenarbeit der Ingenieure beider Unternehmen eine ausgesprochen überzeugende Arbeit hervorgegangen ist. Zwar sind die Kamera und die Status-LED in den oberen Ecken der Fassung – vor allem aus Sicherheits- und rechtlichen Gründen – nicht zu übersehen, insgesamt ist es aber beeindruckend, dass sich das komplette System mit einer nur wenig höheren und dickeren Fassung als üblich verwirklichen ließ.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit können wir schon einmal mit einem Qualcomm Snapdragon AR1 Gen 1 als System-Chip rechnen, der die Rechen- und Verarbeitungseinheiten samt dem Funkteil nach den Standards Bluetooth 5.3 und Wi-Fi 6 umfasst.
Eines der wichtigsten Dinge ist natürlich die Bildaufnahme, die eine 12-MP-Ultraweitwinkelkamera ermöglicht. Die maximale und zugleich einzige verfügbare Auflösung bei Videos beträgt 1080p, also Full HD, mit 30 oder 60 Bildern pro Sekunde. Letztere Option ist allerdings zeitlich begrenzt, und zwar auf höchstens 3 Minuten.
Besonders wichtig ist, dass wir ausschließlich Aufnahmen im Hochformat machen können, was nicht egal ist. Sie eignet sich also vor allem für Inhalte im Short-Format, für Videoplattformen, Vlogging und Ähnliches; herkömmliche Aufnahmen im Querformat sind leider nicht möglich.
Ein unauffälliger Kippschalter dient dazu, die Brille komplett stromlos zu schalten, mit der Taste oben am Bügel lässt sich je nach Länge des Drucks und unserer Einstellung sofort ein Foto oder Video starten. Es gibt auch ein kapazitives Touchpad! Die Außenseite des rechten Bügels ist eine berührungsempfindliche Zone, auf der sich die Lautstärke per Wischen regeln und Musik oder Video per Tippen starten oder stoppen lassen.
Zu guter Letzt kommt der Klang! Zwei eigene eingebaute Lautsprecher richten den Schall direkt auf die Gehörgänge und arbeiten theoretisch mit minimalem Schallaustritt, sodass die Umgebung weniger hört, was der Nutzer hört. Ihr Partner ist das Array aus 5 Mikrofonen für Raumklang (Multi-Mic-Array). Die an verschiedenen Stellen der Fassung platzierten fünf Mikrofone sorgen für die Filterung von Windgeräuschen, für klare Telefonate, für die präzise Erkennung der „Hey Meta“-Sprachbefehle sowie für die räumliche Tonaufnahme von Videos. Wow.
Außerdem war noch Platz für den 32 GB großen Flash-Speicher, der heute zwar etwas schmal wirkt, für kurze 1080p-Videos und ein paar Fotos aber reichlich genügt, und natürlich irgendwie auch noch für Akkus. Letztere haben etwa 154–160 mAh, was offiziell höchstens 4 Stunden aktive Nutzung mit einer vollen Ladung ermöglicht.
Das smarte Etui
Das Etui erinnert grundsätzlich an ein klassisches, edleres Lederetui für Brillen, ist aber weder aus Leder noch klassisch. Von der Form her trifft es zwar den Stil alter Zeiten gut, doch die Taste vorn ist in Wirklichkeit eine in mehreren Farben anzeigefähige LED, hinter der sich ein Ladekontakt verbirgt, der unten in USB-C endet.
Das Innere des Etuis hat eine Textur erhalten, die an Spaltleder erinnert und ihm eine recht hochwertige Anmutung verleiht; es wirkt grundsätzlich strapazierfähig und gediegen gestaltet. Hinten, nicht weit über dem USB-Anschluss, sitzt die Pairing-Taste.
Einrichtung und Funktionen
Zuerst bereiten wir unser Handy vor, ohne das kommen wir mit der Brille nicht weit. Zur Einrichtung brauchen wir die Meta-AI-App, in der wir die Brille und die zugehörigen Funktionen verwalten. Der Vorgang wird von vollständig ungarischsprachigen Anweisungen begleitet, die Anleitung wird durch visuelle Hilfen unterstützt, sodass die Einrichtung verständlich und reibungslos verlief.
Zum Start muss höchstwahrscheinlich die Pairing-Taste auf der Rückseite gedrückt werden, die wir nach etwa 5 Sekunden loslassen können, sobald das leuchtende Knöpfchen vorn am Etui blau wird. Berechtigungen und Zugriff, Erläuterung der Grundfunktionen durch Durchtippen der Schaltflächen – so lernen wir die Bedienung im Grunde in einer Minute.
Während die Kamera über dem linken Auge sitzt, befinden sich Lichtsensor und LED-Anzeige in der Ecke über dem rechten Auge. Das Leuchtsignal lässt sich aus verständlichen Gründen nicht ausschalten, die Stärke des weißen Lichts lässt sich aber etwas dämpfen, sodass auch im Dunkeln bei geringerer Intensität gut zu sehen ist, dass gerade aufgenommen wird.
Darüber hinaus habe ich nur noch in den Einstellungen gestöbert, denn die Nutzung der Brille ist recht einfach. Die physische Taste an der rechten Seite macht bekanntlich Fotos oder startet und stoppt Aufnahmen, ob bei kurzem oder langem Druck, konnte ich im Menü einstellen.
Wichtig: Für die Änderung der Bildqualität gibt es eigentlich keinerlei Option; das Höchste der Gefühle ist, von 30 auf 60 fps umzuschalten, womit das 3-Minuten-Aufnahmelimit greift. Oder wir helfen der Bildstabilisierung nach, müssen uns dann aber mit dem 30-fps-Modus begnügen.
Da Meta AI bei uns kaum auf Dienste zugreifen darf, die nicht zu Meta gehören, können wir uns dieses Menü höchstens ansehen. Weder Gmail noch Spotify noch Amazon Music (YouTube Music oder Deezer stehen standardmäßig ohnehin nicht auf der Liste), nicht einmal das gute alte Shazam lässt sich aktivieren.
Bei mir funktionierten leider auch die Facebook- und Messenger-Integrationen nicht, denn obwohl beide Apps im Einsatz waren, verlangte sie aus irgendeinem Grund, dass ich mich bei den Diensten anmelde, wobei der Fehler hier mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit bei meinem Gerät lag. Auch der Befehl zum Telefonieren funktionierte nicht; obwohl ich Zugriff auf Kontakte und SMS gewährt hatte (RIP), ließ sie mich schließlich keinen Anruf starten. Belassen wir es dabei, dass das in dieser Form etwas wenig ist, wobei die Brille, wenn wir es über den Handybildschirm erledigen, den eingehenden Ton und auch unsere Stimme einwandfrei überträgt.
Auf die fertigen Aufnahmen können wir ausschließlich über die Meta-App zugreifen, und auch dort erst nach dem Export. Das heißt im Wesentlichen: Solange die 32 GB reichen, können sich darauf aufgenommene Inhalte ansammeln, die wir dann auf unser Handy exportieren können, wodurch sie sofort von der Brille gelöscht werden. Die App ist bei den Details recht spartanisch, wir sehen kaum etwas wie den verbleibenden freien Speicher oder ob wir etwas der Sicherheit halber auch dort behalten wollen.
Wir müssen nicht fürchten, dass jemand anderes Zugriff auf unsere Heimvideos bekommt, wenn wir die Brille verlieren. Eine Brille lässt sich jeweils nur mit einem Handy koppeln, und bei einem neuen Handy ist das Koppeln der Geräte nur nach dem Zurücksetzen der Brille auf Werkseinstellungen und damit der vollständigen Löschung ihres Speichers möglich.
Bild- und Tonqualität
Die Rohaufnahmen sind in diesem Drive-Ordner abrufbar
Bei der Qualität der Aufnahmen wollte ich eigentlich streng sein, aber insgesamt war das Ergebnis nicht schlecht. Bei passenden Lichtverhältnissen liefert sie die Qualität einer annehmbaren Handyaufnahme, mit recht guten Farben und guter Dynamik. Wie zu erwarten, wird das Bild mit schlechter werdendem Licht immer matschiger und körniger, doch der Algorithmus gibt sich große Mühe, aus den Möglichkeiten herauszuholen, was geht. Das ist eine klassische Lösung zum Sammeln von Erinnerungen, ohne die Unbequemlichkeit des Handydrückens und Bildschirmstarrens.
Man sollte jedoch beachten, dass sich die Kamera nur auf der linken Seite befindet und wir erst herausfinden müssen, wie wir das Motiv perfekt in den Fokus bekommen. Davon abgesehen ist das Ergebnis für ein so kleines Gadget überraschend vorzeigbar. Noch besser ist der Ton, der den Nutzern ein erstaunlich detailreiches Ergebnis verspricht. Die 5 eingebauten Mikrofone sind keine reine Effekthascherei, sie fangen die meisten Umgebungsgeräusche schön ein und trennen sie sauber voneinander; das Ergebnis ist wirklich in Ordnung, und auch die Geräuschunterdrückung funktioniert gut, zur Freude der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung.
Eigentlich sind auch die eingebauten Lautsprecher überraschend in Ordnung, doch man sollte sie nicht mit Knochenschall-Technik verwechseln. Hier hat man lediglich versucht, sie so zu platzieren, dass sie direkt auf unsere Gehörgänge gerichtet sind und den Schallaustritt nach außen minimieren. Ich will nicht sagen, dass das restlos funktioniert. Wer wie ich durch Konzerte geschundene Ohren hat, kommt mit den ersten beiden Lautstärkestufen nicht aus, und bei mittlerer Lautstärke verstand ich den Inhalt des Podcasts sogar, als ich die Brille vor mir auf den Tisch legte, also Vorsicht damit.
Eine Schalldämmung gibt es bekanntlich nicht, was einerseits nützlich ist, wenn wir unseren Ohren Freiheit gönnen und die Umgebung ausdrücklich hören wollen, z. B. unsere Familienmitglieder. Zweitens ist es ein Nachteil, denn bei Schleuder, plätscherndem Wasser, WC-Spülkasten, Rasenmäher und Ähnlichem muss man die Lautstärke ordentlich hochdrehen, wenn der von uns abgespielte Inhalt in unseren Gehörgängen die Oberhand behalten soll.
Erfahrungen
Der Elefant im Raum ist also ziemlich auffällig. Gemeint sind die EU-Regulierungen und -Beschränkungen, die Meta betreffen und die dazu geführt haben, dass – ebenso wie in mehreren anderen europäischen Ländern – auch bei uns in Ungarn eine der nützlichsten, wenn nicht die nützlichste Funktion des Produkts schlicht nicht genutzt werden kann.
Obwohl Missbrauchsfälle mit Kamerabrillen dieser Produktkategorie verständlicherweise ihren Stempel aufgedrückt haben, ist der Vorteil unbestreitbar, den sie für Sehbehinderte, Blinde und Sehschwache bieten können und auch bieten, etwa in den USA. Die eingebauten KI-Funktionen beruhen im Kern auf Sprachbefehlen, doch in Ungarn konnte ich nicht nur keine Informationen zum Bild im Blickfeld der Kamera erfragen, sondern sie wollte nicht einmal mein Spotify steuern.
Metas Zugriff ist konkret in einem Maß eingeschränkt, dass nicht einmal jemand, den es grundsätzlich nicht stören würde, wenn Großkonzerne mit unseren Daten spielen, die Möglichkeit nutzen kann. Wir finden zahlreiche konkrete Berichte von Nutzern, deren Alltag diese Brillen in hohem Maß erleichtern: Sie können bei der Navigation im Verkehr helfen, bei der Beschreibung der Umgebung oder einer Person, auf der Straße oder beim Einkaufen, zu Hause oder in unbekanntem Gelände, nicht zu vergessen die ebenfalls nützliche Dolmetscherfunktion.
Die einzige wiederkehrende Rückmeldung von Meta AI lautete konkret, „die Funktion ist in meiner Region derzeit nicht verfügbar“, selbstverständlich in der standardmäßigen englischen Sprache. Tatsache ist: Sprachbefehle und die darüber erreichbaren KI-Funktionen sind ein besonders wichtiger Teil der Smartbrille. Dass man nicht überall und für alles nach dem Handy greifen muss, kann in vielen Situationen eine große Erleichterung sein. Hausarbeit, Gartenarbeit, Wickeln und viele weitere Situationen können sich ergeben, in denen wir telefonieren, Nachrichten schreiben oder uns nur über etwas informieren möchten.
Auf Wunsch macht sie natürlich Fotos oder Videos, wenn also mit den Händen etwas ist, können die Meta-Brillen, solange der Akku durchhält, dabei durchaus helfen. Obwohl zum Beispiel auch die Spotify-Integration nicht funktioniert, beherrscht die Brille grundlegende Mediensteuerung und erhöhte auch die Lautstärke, nachdem ich sie darum gebeten hatte. Lief also auf dem Handy YouTube, konnte ich es sowohl mit der Touch-Fläche als auch mit an Meta gerichteten Befehlen wie „press play“, „raise the volume“ und Ähnlichem steuern.
Was den Tragekomfort angeht, so ist der stark relativ. Es hängt grundsätzlich von der Kopfgröße und der Nasenform ab, welche Fassung und welche Größe für uns ideal ist. Die Skyler war grundsätzlich nicht unangenehm, aber etwas eng, wahrscheinlich hätte ein anderes, klassisches Modell noch besser gepasst. Zwar übersteigen 50 g grundsätzlich das Gewicht durchschnittlicher Brillen, für mich war das aber nicht störend, denn es sind nur 10–15 Gramm mehr als bei einer durchschnittlichen Brille.
Laufzeit
Laut offizieller Schätzung sind 4 Stunden das Höchste, was wir aus der Brille herausholen können, was, geben wir es zu, nicht gerade stark ist, zumal die Gen2 konkret das Doppelte und die Gen3 mit dünnerer Fassung 9 Stunden verspricht. In der Praxis empfand ich es als deutlich weniger: ein, zwei KI-Befehle hier, ein paar Fotos und kurze Videos dort, schon rückte die nächste Ladung näher. Allein für Musikhören hatte ich etwa 2–3 Stunden. Trösten konnte das Wissen, dass das Etui weitere 32 Stunden Reserve hat und die winzigen Akkus der Brille in ca. 20 Minuten auf 50 %, in 50 Minuten auf 90 % und mit den letzten Prozenten zusammen in ca. 60–70 Minuten vollständig lädt.
Brauche ich das?
Nun, was den Komfort von Fotos und Videos ohne Handy angeht, bedienen die Meta-AI-Brillen dieses Bedürfnis absolut. Dass wir auf möglichst natürliche Weise genau das aufnehmen können, wohin wir den Kopf wenden, macht das Sammeln von Erinnerungen viel natürlicher und spontaner. Wir müssen ein Konzert oder die Schönheit einer fremden Landschaft nicht durch den Handybildschirm betrachten; so ist sie zum Festhalten wichtiger Momente, aber auch zum Vloggen wirklich nützlich, wobei ich die hervorragende Tonqualität hervorheben kann.
Es ist erstaunlich, wie viel in eine kompakte Brille passt. Auch wenn sich diese Technologie ständig weiterentwickelt, ist das aus Designsicht eine Glanzleistung, selbst wenn das Gesamtbild nicht fehlerfrei ist oder nicht das Beste, was technisch vorstellbar wäre. Den Preis für das Design kann sie deshalb durchaus bekommen, den für die Spezifikationen jedoch nicht, man denke an die Grenze bei den passablen 1080p-Aufnahmen oder die spürbar kurze Laufzeit zwischen zwei Ladungen.
Tatsache ist: Wenn wir unbedingt etwas Ähnliches suchen, also beim Wandern, an Abenden mit Freunden oder bei Familienmomenten aufs Handydrücken und Bildschirmstarren verzichten möchten, bietet Meta einen guten Kompromiss. In gut beleuchtetem Gelände liefert sie eine ordentliche Bildqualität und meist eine überzeugende Tonqualität, sodass sie auch zum Start der dritten Generation ein recht gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat, sofern wir den billigen chinesischen Alternativen nicht trauen. Schade um die EU-Regulierungen, denn so kann das Gerät einen erheblichen Teil seiner Rolle nicht erfüllen; wer das Gesamtpaket möchte, für den ist das Angebot von Meta derzeit nicht das Richtige.































































