Der Retro-Wahn will nicht nur nicht nachlassen, sondern neben dem wirklich alles überschattenden 80er-Jahre-Fieber mischen im Grunde auch ständig Modewellen früherer Jahrzehnte mit, sodass garantiert kein neuer Trend in der Popkultur entstehen kann. Solange die Unterhaltungsindustrie nichts Neues hervorbringt, das die ständig recycelten Retro-Trends ablöst, hat sich ein weiteres Unternehmen auf das sogenannte Retro-Erlebnis gestürzt, das sich glücklicherweise nicht unbedingt auf seltsame Schnurrbärte, unaussehbaren Frisuren oder den peinlichen Hemden in ihrer x-ten Wiederbelebung. Denn die Retro-Kultur geht auch mit der Wiederentdeckung altmodischer, analoger Technologien einher – man denke nur an Vinyl-Schallplatten, Polaroid oder die Analogfotografie.
Im Fall von Insta360 geht es jedoch nicht ganz darum, die Käufer mit einem gewagten Schachzug, einer einzigartigen Fotokamera oder einer Art neuer Hybridkamera zu überraschen, obwohl man nicht sagen kann, dass sie sich nicht für die Wiederverwertung entschieden hätten. Im Sinne dieses – an sich lobenswerten – Ansatzes haben sie also ihre fast vier Jahre alte GO 3S-Actionkamera – , die hier bereits in der Rubrik „Tech Vibes“ vorgestellt wurde – und haben ihr einen neuen Dreh gegeben, um auf der aktuellen Trendwelle mitzureiten und sie spannender sowie ein klein wenig günstiger zu machen.
In der Praxis bedeutet das: Sie haben das als „Action Pod“ bezeichnete Touchscreen-Gehäuse, das auch als Dockingstation fungiert, weggelassen und die winzige Kamera selbst in einen Kunststoffrahmen mit dem Fantasienamen „Retro Viewfinder“ verlegt wurde, auf dem auch ein kleines Sucherobjektiv Platz gefunden hat, das an alte Fotoapparate erinnert. Damit wir uns nicht völlig über den Tisch gezogen fühlen, bietet das in zwei Farbvarianten erhältliche „Retro Bundle“ eine hübsche kleine NFC-Frontblende und einen in die magnetische Rückseite integrierten Zusatzakku sowie einen im Vergleich zur Originalausgabe um etwa 15.000 Forint günstigeren Preis.
Specifikációk
| Gewicht / Abmessungen der Kamera | 39,1 g; 25,6 × 54,4 × 24,8 mm |
| Videoauflösung | 4K: 3840×2160@24/25/30fps; 2,7K: 2720×1536 bei 24/25/30/50 fps; 1080p: 1920×1080@24/25/30/50/120/200 fps |
| Fotoauflösung | Max. 4000 × 3000 (12 MP, 4:3) |
| Blende / Brennweite | f/2,8 – 16 mm (äquivalent) |
| Bildstabilisierung | 6-Achsen-Gyroskop, FlowState-Stabilisierung + 360° Horizon Lock |
| Akkukapazität | Kamera: 310 mAh; Magnetisches Battery Pack: Modul für zusätzliche Betriebszeit |
| Betriebszeit | Kamera allein: ~38 Minuten; mit Akku-Modul: bis zu 76 Minuten |
| Ladezeit (Kamera) | 23 Minuten (auf 80 %); 35 Minuten (auf 100 %) |
| Wasserdichtigkeit | Kamera: wasserdicht bis 10 m (IPX8); Akku: spritzwassergeschützt (IPX4); Retro-Sucher: Nicht wasserdicht |
| Drahtlose Verbindung | Wi-Fi (5 GHz), Bluetooth 5.0 |
| Interner Speicher | 64 GB oder 128 GB |
| Exklusive Softwarefunktionen | Spezielle Retro-Filter (Negative Film, Positive Film, Sticker Filter) und Farbthemen (NC, CC, GR-F, Mono, Vintage Vacation) |
| 1× Insta360 GO 3S-Kamera; 1× Objektivschutz (Lens Guard) (werkseitig an der Kamera angebracht); 1× Retro-Sucher (optischer Sucher mit integriertem Selfie-Spiegel); 1× magnetischer Akku (Modul zur Verlängerung der Betriebszeit); 1× NFC Custom Skin (individuelles NFC-Etikett zum sofortigen Öffnen der App); 1× magnetisches Umhängeband (Magnet Pendant); 1× Tragegurt / Handschlaufe; 1× USB-C-Ladekabel | |
| Garantie | 2 Jahre |
Verpackung und Zubehör
Nun, man kann nicht behaupten, dass die neben der weißen auch in einer rot-weißen Farbkombination erhältliche Version nicht die Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Zu meiner größten Freude habe ich die eindeutig schönere rote Variante erhalten, für die man einen besonders tollen Farbton ausgewählt hat, sodass man neugierig darauf ist, die einladende kleine Schachtel zu öffnen.
Nach dem Öffnen der auffällig gestalteten Schachtel bzw. des Deckels reihen sich die zum Lieferumfang der Kamera gehörenden Zubehörteile ordentlich aneinander. Genauer gesagt befindet sich die Kamera bereits in ihrem neuen „Retro“-Rahmen, während die magnetische Halskette und das Akku-Pack in separaten Fächern liegen, sowie eine separate kleine Schachtel, in der sich das längenverstellbare Handgelenkband, das USB-C-zu-USB-A-Ladekabel sowie die mit Insta360-Aufklebern verzierte Papierbeilage befinden.
Was hingegen nicht zum Retro-Bundle gehört, ist der Action Pod, in dem sich ebenfalls ein zusätzlicher Akku sowie ein Touchscreen enthalten war, auf den diese Ausgabe vollständig verzichtet. Stattdessen wurde an der Kamera werkseitig ein NFC-Plättchen angebracht, das nicht nur gut aussieht, sondern auch ausgesprochen nützlich ist.
Design und Aufbau v
Das Herzstück des Pakets bildet das Zubehörteil namens „Retro Viewfinder“, ein farbiges Kunststoffgehäuse oder -rahmen, in den die Kamera eingesetzt wird. So entsteht eine Lösung, die an altmodische Einwegkameras erinnert, diese jedoch bei weitem übertrifft,
Die Neuheit ist eigentlich ganz altmodisch, da sie das Display auf der Rückseite durch einen optischen Sucher ersetzt, der sich mit einem integrierten Selfie-Spiegel an die veränderten Nutzungsgewohnheiten anpasst. Nun ja, nicht, dass bei Kompakt- oder Einwegkameras nicht schon der Bedarf bestanden hätte, die Kamera umzudrehen, um ein Selfie oder ein Gruppenfoto zu schießen – und genau dafür sorgt der Spiegel, der hier auf sehr raffinierte Weise umgesetzt wurde.
Am unteren Rand des Rahmens befindet sich nämlich eine kleine Magnetplatte, die man hochklappen kann, um die obere Blende zu verschließen. So wird die Frontlinse mangels von oben einfallendem Licht zu einem Selfie-Spiegel. Einfach und genial – vorausgesetzt, wir verlieren es nicht irgendwo, während wir versuchen, es mit dem Fingernagel zu öffnen. Um ehrlich zu sein, eignet sich unser Finger genauso gut für diese Aufgabe – mir hat es zumindest damit geklappt. Wenn also an einem feuchtfröhlichen Abend nur das Handgelenkband unsere Kamera davor bewahrt, ins Wasser oder in die Tiefe zu stürzen, die kleine Abdeckung jedoch verloren geht, müssen wir nicht lange trauern.
Ein Handgelenkband bzw. ein Umhängeband gehört also ebenfalls dazu, was bei einem solch winzigen, aber relativ teuren Gerät ein ausgesprochen nützliches Extra ist. Wenn also unser Sicherheitsbedürfnis oder unser Geldbeutel es erfordern, können wir die verstellbare Schnur in die rechte untere Ecke des Rahmens einfädeln.
Der kompakte Rahmen ist übrigens robust und strahlt tatsächlich ein gewisses Old-School-Flair aus, aber ich habe mich so sehr an das Display auf der Rückseite gewöhnt, dass ich dieses breite, kleine Gehäuse auf den ersten Blick ziemlich ungewöhnlich fand. Meiner Meinung nach ist dieses Produkt bereits zu klein, als dass diese altmodische Ästhetik wirklich zur Geltung kommen könnte, obwohl es stimmt, dass es auch in der Ära der Filmkassetten ganz kleine Modelle gab, und die rote Farbe trägt dazu bei, dass es nicht unbemerkt bleibt.
Funktionen
Zu Beginn des Tests war ich zunächst etwas verwirrt, denn ist im Grunde genau die Kamera, die ich bereits im November 2024 nutzen und den Lesern dieser Seite vorstellen durfte:. Aus diesem Grund möchte ich mich zunächst auf die Neuerungen und Änderungen im Vergleich zum ursprünglichen GO 3S-Paket konzentrieren.
Wie ich oben bereits mehrfach erwähnt habe, enthält das Paket nicht das nützlichste Element des Sets, den Action Pod, ohne den die Kamera in etwa mit einem einbeinigen Läufer vergleichbar wäre. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, wie sehr sich das Fehlen des 2,2-Zoll-Touchscreens manchmal bemerkbar machen kann – natürlich nur dann, wenn wir die kleine Kamera nicht an unserer Kleidung oder an einer anderen Stelle befestigen möchten.
Wenn wir das aber gerade nicht möchten, bietet das Viewfinder-Zubehör kaum das gleiche Erlebnis. Zunächst einmal: Wenn ich die Kamera mit der linken Hand halten möchte, gibt es unter dem Sucher eine perfekt geformte Aussparung für den Daumen, doch mein Lächeln verlor schnell an Aufrichtigkeit, denn meine anderen Finger verdecken bereits die Frontlinse, mit der ich die jeweilige Komposition einfangen könnte.
Der Punkt ist: Auch wenn das Gerät ein schönes Rot hat und zudem schlank ist, wodurch es tatsächlich den Stil der alten Kleinformatkameras heraufbeschwört, aber was nützt einem diese verdammt große Kompaktheit, wenn man im Gegenzug für das Display nicht wenigstens ein gut durchdachtes Design erhält, das einen bequemen Halt gewährleistet. Ich glaube nicht, dass man viel daran ändern müsste, um diesem Anspruch gerecht zu werden.
Na ja, vielleicht war ich zu streng mit ihr, denn der Hersteller versucht offenbar, ein Lebensgefühl zu vermitteln, was ihm auch nicht ganz misslingt. Wer alt genug ist, um Einwegkameras benutzt zu haben, weiß, wie aufregend es war, sie einfach herauszuholen, durch den Sucher zu schauen und einmal zu drücken, um dann am Ende der Reise oder des Urlaubs die so festgehaltenen Erlebnisse noch einmal anzusehen.
Und genau dafür eignet sich der Retro-Sucherrahmen perfekt: Man holt ihn einfach heraus, drückt ein paar Mal auf den Auslöser und steckt ihn dann wieder in die Tasche. Wer also von Nostalgie gepackt wird oder einfach nur Gefallen an dieser Lösung findet, bekommt eine tolle, kompakte kleine Kamera. Für mich enden die Unannehmlichkeiten hier jedoch noch nicht, weshalb mich das Lebensgefühl, das der Hersteller zu vermitteln versuchte, insgesamt nicht wirklich mitreißen konnte.
Grundsätzlich funktioniert das schnelle und einfache Aufnehmen weiterhin: Durch einmaliges Drücken des Einschaltknopfes auf der Vorderseite wird ein Foto aufgenommen, durch zweimaliges Drücken wird die Videoaufnahme gestartet. Problematisch wird es erst, wenn man die Standardeinstellungen ändern möchte – denn warum sollte man nicht je nach Situation die Auflösung oder andere Parameter anpassen wollen? Schließlich kaufen wir uns unter anderem genau aus diesem Grund eine Digitalkamera.
Da ein eigenes Display und schnell zugängliche Einstellungen fehlen, bleibt uns nur die Verbindung zum Smartphone sowie die Insta360-App, über die wir all diese Funktionen erreichen können. Hier kommt eine echte und wirklich nützliche Neuerung des Retro-Bundles ins Spiel, denn nur hier – und ausschließlich hier – erhalten wir einen integrierten NFC-Chip in unserer farbigen Frontblende, mit dem diese Verbindung im Handumdrehen hergestellt wird.
Bedauerlich ist dabei, dass zwar sowohl der Retro-Sucherrahmen als auch das aufsteckbare Akku-Pack direkt beim Hersteller erhältlich sind, von der NFC-Frontblende jedoch unter den offiziellen, separat erhältlichen Zubehörteilen keine Spur zu finden ist. Farbige Frontblenden gibt es übrigens reichlich, mit den unterschiedlichsten Mustern, aber diese tolle Neuerung ist vorerst dem Retro-Bundle vorbehalten.
Mit der neuen Version sind übrigens auch einige Software-Erweiterungen eingetroffen, von denen auch Besitzer des früheren GO 3S profitieren können. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Filter, die unseren Fotos und Videos eine einzigartige Stimmung und Farbwelt verleihen. Das Wichtigste ist: Wann immer wir etwas Neues ausprobieren möchten, stellen wir einfach eine Verbindung zum Smartphone her und können dann innerhalb der App die Filter anpassen, die zur Stimmung oder Komposition passen.
Was mir letztendlich am meisten Unannehmlichkeiten bereitet hat, war das Exportieren und Herunterladen der Dateien. Da das Kameragehäuse selbst nach wie vor keinen USB-Anschluss hat, dachte ich, der USB-C-Anschluss des Battery Packs würde die Datenverbindung herstellen, aber wie sich herausstellte, dient dieser – anders als beim Action Pod – ausschließlich zum Aufladen.
Was ist also zu tun? Wir öffnen in der App die Galerie, wählen dort die Bilder und Videos aus, die wir herunterladen möchten, und kopieren sie dann über die WLAN-Verbindung auf unser Smartphone, das wir anschließend an unseren Computer anschließen, um endlich direkt auf unsere Inhalte zugreifen zu können. Abgesehen davon, dass dies die Praktikabilität des Geräts erheblich beeinträchtigt, hat sich mein Handy nach dem Übertragen zahlreicher 4K-Videos und einer ganzen Reihe von Fotos spürbar erwärmt.
Der freie Speicherplatz ging zur Neige, eine SD-Karte gab es gar nicht
Obwohl neben dem 64-GB-Modell weiterhin die 128-GB-Variante erhältlich ist, gibt es nach wie vor keine Möglichkeit, eine SD-Karte anzuschließen. Es wäre eine verpasste Chance gewesen, eines der mitgelieferten Zubehörteile mit dieser Option auszustatten, obwohl es stimmt, dass das Battery Pack selbst keine Neuheit ist und der Sucher keinerlei Anschluss aufweist.
Wichtig ist, dass das kleine, flache Akku-Pack ein äußerst nützliches Zubehör ist, da es die ursprüngliche Betriebszeit von etwa 35 Minuten in etwa verdoppelt. Das liegt zwar hinter der 3- bis 4-mal längeren Aufnahmezeit des klobigeren „Action Pod“ zurück, aber über den USB-Anschluss lässt sich die Kamera bei Bedarf auch kontinuierlich über eine Powerbank oder einen Adapter aufladen.
Bildqualität
Wie ich bereits im vorherigen Test zusammengefasst habe, ist dies nach wie vor eine der kompaktesten 4K-Actionkameras auf dem Markt, doch die neue Firmware hat höchstens Kleinigkeiten gebracht; die hardwareseitigen Grenzen kann sie insgesamt nicht aufheben oder überwinden. Die Bildqualität ist also bei Tageslicht recht gut, die Farben sind auch recht schön, doch sobald sich die Lichtverhältnisse verschlechtern, verliert die GO 3S ihren Daseinszweck, mit dem wir möglicherweise die Fähigkeiten unseres Smartphones ausgleichen könnten.
Zwar lassen sich gut beleuchtete Details sogar abends noch erkennen, doch bei Bewegungen stößt das Gerät hier völlig an seine Grenzen, und die ohnehin schon unscharfen Aufnahmen zerfallen völlig. Wer sich also nicht mit 4K bei 30 fps zufrieden gibt oder auch im Dunkeln gute Aufnahmen machen möchte, muss sich nach einer anderen Kamera umsehen.
Tagsüber macht es übrigens Spaß, mit den Filtern zu experimentieren, und insgesamt hat auch der weite Blickwinkel seine Vorteile, den wir mithilfe der Handy-App verengen oder erweitern können, je nachdem, inwieweit man einen Fischaugeneffekt benötigt, beispielsweise bei einem einfachen Stadtfoto.
Der durch die Software-Effekte erzielte nostalgische Effekt und die besondere Atmosphäre sind nicht zu unterschätzen; ich glaube nicht, dass dies etwas ist, das man den treuen Nutzern nur mit einem separaten Bundle bieten könnte. Die mit der neuen Version einhergehenden Extras sind natürlich zu begrüßen, das ist auch gar nicht das eigentliche Problem. Leider sind die exklusiv zum Retro-Bundle gehörenden Filter „Negative Film“ und „Positive Film“, die Filter „Sticker A/B/C“ sowie die Vintage-Film-Wasserzeichen für Besitzer der Standardversion von Go 3S grundsätzlich nicht zugänglich, obwohl es hierfür keinerlei hardwarebedingte Einschränkungen gibt. Ich bezweifle allerdings, dass sich jemand wegen dieser digitalen Filter das komplette Paket oder das separat erwerbbare „Retro Viewfinder“-Set zulegen würde, aber wer weiß.
Die Rohbilder sind in diesem Drive-Ordner zu sehen:
Praktisch?
Wie schon beim letzten Mal funktionieren das Gyroskop und die Bildstabilisierung weiterhin, aber die Fernbedienungsfunktion des Action Pod steht nun nicht mehr zur Verfügung. Für ähnliche Anforderungen müssen wir nach wie vor zu unserem Smartphone greifen, was beim einfachen Vloggen aber kein Weltuntergang ist. Wenn wir es in die Hand nehmen, befindet sich hinter der Vorderseite die physische Taste, mit der wir den Moment mit nur wenigen Klicks festhalten können.
Das magnetische Halsband ist auch dieses Mal wieder super, außerdem besteht die Rückseite des Battery Packs ebenfalls aus Metall, sodass wir im Grunde nie auf die zusätzliche Betriebszeit verzichten müssen – was bei der Nutzung ohne Action Pod hingegen keine Option war. Etwas zwiespältig ist jedoch, dass das Battery Pack – ähnlich wie der Action Pod – nicht vollständig wasserdicht ist. Zwar muss man bei leichtem Regen noch nicht panisch alles einpacken, doch im Gegensatz zur Kamera ist es nicht sicher, ob es ein Eintauchen ins Wasser übersteht; außerdem muss es gründlich getrocknet werden, um die Chancen zu erhöhen.
Brauche ich das?
Um ehrlich zu sein, hat mir der Ansatz des Herstellers – „eine alte Kamera mit neu durchdachtem Zubehör“ – zunächst nicht gefallen, auch wenn es grundsätzlich keine ernsthaften Probleme mit diesem Retro-Paket gibt. Mit dem Zubehör sieht die kleine Kamera tatsächlich recht ansprechend aus, und dank der exklusiv im Bundle enthaltenen Frontblende ist nun auch eine schnelle NFC-Verbindung möglich, sodass wir mit unserem Smartphone so schnell wie möglich ein Live-Bild erhalten und mehr Kontrolle über das Geschehen haben. Wer also einfach nur nach einer einzigartigen, kompakten Lösung sucht, um stimmungsvolle Aufnahmen zu machen, hat hier die Gelegenheit dazu!
Ich habe einfach das Gefühl, dass es ein zu großer Verlust ist, den Action Pod auf dem Altar eines gewissen Retro-Flairs zu opfern, zu dem die Software einen wesentlichen Beitrag leistet. Der Pod mit Display gab uns nicht nur mehr Kontrolle über die Geschehnisse – wodurch wir die Unannehmlichkeiten der Smartphone-Verbindung und des ständigen Tippen auf dem Handy vermeiden konnten –, sondern bot auch in puncto Akkulaufzeit mehr als das Battery Pack, das an seine Stelle trat. Was mir persönlich am meisten Respekt einflößt, ist sein ausdauernder und fehlerfreier Betrieb. Selbst langes 4K-Filmen hat die kleine, kompakte Kamera hervorragend und fehlerfrei gemeistert; die GO 3S ist bis heute ein zuverlässiges Modell, vor allem bei hellem Tageslicht.
Gleichzeitig weist sie jedoch all jene Mängel und Unvollkommenheiten auf, die es in diesem Jahr lohnenswert machen könnten, etwas tiefer in die Tasche zu greifen – zum Beispiel für die Go Ultra, die bei Nachtaufnahmen für bessere Ergebnisse sorgt. Die GO 3S ist auch heute noch kein schlechtes Gerät, aber Retro hin oder her – für mich ist es kein so attraktives Angebot, diese rund 20.000 Ft zu sparen, wenn ich dafür den Action Pod verliere. Für Neukäufer mag es witzig sein und bietet tatsächlich ein lockeres, sympathisches Format, aber das stilvolle Design geht nicht mit der ursprünglichen, filmreifen Bildqualität einher, auch wenn es die frühen Digitalkameras tatsächlich hinter sich lässt. Wer sich ernsthaft überlegt, wofür er sein Geld ausgibt, dem könnte ich das ansonsten schöne, farbenfrohe Retro-Bundle nicht unbedingt empfehlen. Selbst wenn die nützliche NFC-Frontblende vorerst nur hier erhältlich ist.