Bose, bekannt für Premium-Audiosysteme und hervorragende Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung, kauft Skullcandy, die für ihre auf Lebensstil und Bedürfnisse junger Leute zugeschnittenen Ohrhörer bekannt geworden ist. Damit schluckt Bose keinen Konkurrenten, sondern erweitert vielmehr sein Portfolio, denn die Angebote beider Marken überschnitten sich bislang nur wenig.

Sowohl Bose als auch Skullcandy sind US-amerikanische Unternehmen, und beide befinden sich in der Hand verschiedener Investoren. Hinter Bose steht das MIT als Mehrheitseigner, das sich bei dem Deal mit der Private-Equity-Gesellschaft Mill Road Capital abstimmte. Mill Road Capital hatte die Marke 2016 für 196,9 Millionen Dollar übernommen; interessant wäre, für welche Summe sie sie nun abgegeben hat, doch das haben wir nicht erfahren. Die Parteien haben die finanziellen Bedingungen und den Kaufpreis der Transaktion nicht veröffentlicht.

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Der Vereinbarung zufolge geht Skullcandy nicht vollständig im Mutterkonzern auf, sondern führt das Geschäft als eigenständige Marke innerhalb des Premium-Consumer-Audio-Geschäfts von Bose weiter. Das Unternehmen behält seine eigene Identität, seine Marktpositionierung und auch seine globale Zentrale in Park City im US-Bundesstaat Utah.


Bose zufolge wird das Unternehmen die künftige Produktentwicklung von Skullcandy aktiv mit Ressourcen aus Technik, Forschung und Entwicklung sowie dem globalen Vertrieb unterstützen. Zugleich betonte es, dass die direkte Verbindung der Marke zu Extremsport, Videospielen und Popkultur für junge Leute unverändert bleibe. Wie oben bereits angedeutet, geht es ganz klar darum, das Angebot zu erweitern und einen breiteren Kundenkreis zu erreichen. Bose hat sich für den Kauf von Skullcandy entschieden, weil die beiden Marken gemeinsam ein sehr starkes Portfolio ergeben.

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Der Zukauf kommt nicht ganz ohne Vorgeschichte: Zwischen beiden Herstellern gab es schon zuvor eine mehrjährige strategische und technologische Zusammenarbeit. Dabei halfen Bose-Ingenieure bei der akustischen und technischen Abstimmung bestimmter Skullcandy-Produkte, worauf Käufer mit dem Hinweis „Sound by Bose“ aufmerksam gemacht wurden. Offenbar stimmte die Chemie zwischen den Partnern hervorragend, denn der Deal dürfte Bose eine beträchtliche Summe gekostet haben.

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„Bose setzt sich seit mehr als 60 Jahren dafür ein, Menschen ein unglaubliches Klangerlebnis zu bieten – unabhängig davon, wie und wo sie Musik hören. Da wir noch mehr Menschen erreichen wollen, erweitern wir unser Tätigkeitsfeld: nicht nur über Bose-Produkte, sondern auch über Technologiepartnerschaften und unser wachsendes Markenportfolio.“ – so Lila Snyder, die Vorstandsvorsitzende des Unternehmens. „Als Privatunternehmen können wir mutige, langfristige Investitionen in Chancen tätigen, an die wir wirklich glauben, und die Übernahme von Skullcandy ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Das Unternehmen verfügt über eine etablierte, florierende Marke, und gemeinsam können wir spannende neue Produkte und Erlebnisse schaffen und weltweit noch mehr Verbraucher erreichen.“

Mit diesem Zusammenschluss ist der Audiomarkt einen weiteren Schritt in Richtung Konsolidierung gegangen: Der echte Wettbewerb wird immer geringer, dabei wäre er der Motor von Innovation und Preiskampf.

In den vergangenen Jahren war viel Bewegung im Markt, mehrfach fraßen die größeren Fische die kleineren. Der aktuelle Schritt von Bose ist eindeutig darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen diese Marktentwicklungen genau erkennt und nicht zum „Opfer“ werden will. Der größte Marktteilnehmer ist inzwischen zweifellos Samsung, und einen echten Konkurrenten hat der Konzern nicht mehr.

Unter dem Dach von Samsung finden sich mittlerweile Marken wie AKG, AMX, Arcam, Becker, Bowers & Wilkins, Boston Acoustics, Bang & Olufsen, BSS Audio, Crown, Harman Kardon, Infinity, JBL, Lexicon, Dbx, Definitive, Denon, DigiTech, Classé, HEOS, Marantz, Mark Levinson, Martin, Revel, Polk Audio, Soundcraft und Studer. Die Liste aufzuzählen ist schon schwer, sie im Kopf zu behalten dürften inzwischen wohl selbst bei Samsung nur noch wenige in der Lage sein.

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