Gelungener Einstand für den neuen Apple-Chef John Ternus, der Tim Cook am 1. September abgelöst hat: Der Konzern legte ein Rekordquartal vor und übertraf die Erwartungen. Ganz makellos fiel die Bilanz allerdings nicht aus. Nicht alle Sparten und Geschäftsbereiche erreichten neue Bestmarken. Zudem dürfte der Gewinn laut Prognose zurückgehen – eine Aussicht, die bei den Anlegern wenig Anklang findet.
Im Vorjahr hatte Apples Umsatz in diesem Quartal erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritten. Dieses Jahr übertraf der Konzern auch diesen Wert deutlich: Der Umsatz stieg von 102,5 auf 114,5 Milliarden Dollar.
Mit einem so hohen Umsatz hatten die Analysten nicht gerechnet. Die Prognose von LSEG lag bei 113,4 Milliarden Dollar. Einen weiteren Rekord hatten sie Apple allerdings durchaus zugetraut. Beim Umsatz läuft es für den Konzern vorerst weiterhin glänzend. Das Wachstum von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr ging vor allem auf einen kräftigen Anstieg der iPhone-Erlöse zurück. Aber auch die Mac-Computer schnitten hervorragend ab.
Im dritten Quartal des Vorjahres hatte der iPhone-Umsatz noch unter 50 Milliarden Dollar gelegen, nun erreichte er mehr als 57,5 Milliarden Dollar. Die iPhone-18-Pro-Serie legte einen starken Start hin. Günstigere Modelle kamen diesmal nicht auf den Markt, und Apple hob zudem die Preise an. So konnte der Konzern seinen Umsatz steigern, obwohl die verkaufte Stückzahl nicht zunahm. Laut IDC sank der Absatz sogar von 59,7 Millionen Geräten im Vorjahreszeitraum auf 57,3 Millionen.
Der durchschnittliche Verkaufspreis der iPhones liegt inzwischen bei über 1.000 Dollar – so hoch war er noch nie.
Prozentual legte der Mac-Umsatz noch stärker zu: Er stieg von 8,73 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 10,8 Milliarden Dollar. Apple verkauft zahlreiche Geräte für unterschiedliche KI-Anwendungen. Die Sparten für iPads und Wearables bremsten das Konzernergebnis hingegen. Erstere erzielte 6,23 Milliarden Dollar Umsatz, Letztere kam auf 8,3 Milliarden Dollar.
Besondere Aufmerksamkeit verdient Apples Dienstleistungssparte, die in der kommenden Zeit deutlich an Bedeutung gewinnen dürfte. Schon bisher erzielte Apple mit seinen Diensten die höchste Gewinnmarge. Künftig wird das noch stärker ins Gewicht fallen. Der Umsatz mit Dienstleistungen liegt inzwischen bei 31,57 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von knapp 10 % entspricht.
Apple rechnet für die kommende Zeit mit einem sinkenden Gewinn. Grund dafür sind die deutlich steigenden Preise für Speicherchips und andere Komponenten. Für das wichtige vierte Quartal erhofft sich der Konzern ein Umsatzwachstum zwischen 7 und 10 Prozent. Die Marge dürfte allerdings auf 45 Prozent sinken und damit unter den von Analysten erwarteten 46,3 Prozent liegen. Das war zwar absehbar, dennoch reagierten die Anleger auf die Ankündigung mit einer kleineren Verkaufswelle.
Die Speicherkrise trifft derzeit alle Hersteller, doch Apple steht besser da als kleinere Unternehmen. Dank seiner Größe kann der Konzern Verträge abschließen, die die finanziellen Folgen steigender Komponentenpreise erheblich abfedern. Das macht ihn in der schwierigen Lage widerstandsfähiger. Apple hat zwar auch die Preise angehoben, kann die Geräte aber nicht auf einen Schlag so stark verteuern, dass damit die extremen Kostensteigerungen bei DRAM und NAND-Flash vollständig aufgefangen werden.
Mit dem jüngsten Quartal endete auch Apples Geschäftsjahr. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte der Konzern einen Umsatz von 478,8 Milliarden Dollar, ein Plus von knapp 15 Prozent. Diese außergewöhnliche Leistung ging mit einem operativen Gewinn von 158,1 Milliarden Dollar einher. Der Nettogewinn stieg auf 132,2 Milliarden Dollar und damit um knapp 18 %.
Nur wenige Unternehmen verstehen es so gut wie Apple, ihre Gewinne zu sichern. Selbst unter diesen schwierigen Bedingungen konnte der Konzern seine Profitabilität im Jahresvergleich steigern. In der kommenden Zeit wird das zwar nicht mehr gelingen, doch Grund zur Klage haben die Anleger angesichts dieser Zahlen kaum.





























