Waymo verzeichnete im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten ein deutliches Wachstum, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass Tesla mit der Einführung seines Robotaxi-Dienstes den Wettbewerb angeheizt hat. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen von Alphabet kontinuierlich daran, weltweit Fuß zu fassen.
In Japan und Europa könnte das Unternehmen seine internationale Expansion zunächst beginnen. Der alte Kontinent ist ein äußerst heterogenes Gebiet, wobei Waymo zunächst im Vereinigten Königreich auf den Markt getreten ist. Interessanterweise hat Waymo außerhalb der USA gleich zwei Länder ins Visier genommen, in denen die „ “-Autos auf der „falschen Straßenseite“ fahren, was für das System eine besondere Herausforderung darstellt.
In London und Tokio läuft der Testbetrieb bereits, mehrere Fahrzeuge sind auf den Straßen unterwegs und sammeln Daten – derzeit noch unter menschlicher Aufsicht und in der Regel im manuellen Modus.
In den letzten Wochen hat sich jedoch herausgestellt, dass das Waymo-Team bereits daran arbeitet, die Expansion in Europa voranzutreiben. Allem Anschein nach möchte das Unternehmen seinen Dienst für autonomes Personentransport in mehreren Ländern gleichzeitig starten.
Waymo Germany GmbH, Waymo France SARL, Waymo Netherlands BV, Waymo Iberia SL – unter diesen Namen hat Waymo in den vergangenen Monaten lokale Unternehmen in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Spanien registriert. Diese Unternehmen sind notwendig, damit Waymo seine Geschäftstätigkeit in den verschiedenen Regionen aufnehmen kann. Waymo Iberia wird voraussichtlich auch Portugal abdecken. Alphabet bzw. Waymo wollten sich dazu nicht äußern, und niemand seitens des Unternehmens hat bestätigt, dass eine Expansion geplant ist, doch die Gründung der neuen Unternehmen lässt sich kaum anders interpretieren.
Die ersten Schritte kann das Unternehmen noch relativ leicht umsetzen, doch ab da wird es schwieriger, wenn sie tatsächlich selbstfahrende Taxis in Betrieb nehmen wollen. Bislang ging dem Start des vollständig autonomen Betriebs von Waymo in jeder neuen Region eine sehr lange Testphase voraus.
In diesem Prozess wird viel davon abhängen, wie die Behörden zu den Robotertaxis stehen. Bislang schneidet Waymo sehr gut ab, doch die Expansion darf auf keinen Fall überstürzt werden, denn diesmal könnten tatsächlich Menschenleben davon abhängen. Eine falsche Entscheidung könnte die Verbreitung des Dienstes sogar um Jahre zurückwerfen.
Interessant im Zusammenhang mit der aktuellen Meldung ist, dass Waymo bereits 2019 eine Vereinbarung mit dem Renault-Nissan-Konzern geschlossen hatte, in deren Rahmen selbstfahrende Taxis in Frankreich, genauer gesagt in Paris, getestet wurden. Damals war geplant, dass die Testfahrzeuge zwischen dem Flughafen Charles de Gaulle und dem Geschäftszentrum La Défense verkehren sollten. Wir wissen nicht, wie diese Partnerschaft ausgegangen ist, aber sicher ist, dass Waymo derzeit noch keinen aktiven Dienst in Paris anbietet.
Auch Tesla möchte das „Robotaxi“ nach Europa bringen, doch Elon Musks Unternehmen wird es auf dem alten Kontinent mit Sicherheit viel schwerer haben als auf heimischem Boden. Aus Sicht der weiteren Entwicklung wäre es jedoch auf jeden Fall interessant, wenn sowohl Tesla als auch Waymo in absehbarer Zeit grünes Licht erhalten würden. Derzeit kann noch überhaupt nicht davon die Rede sein, dass ein solcher Dienst hierzulande eingeführt werden könnte, doch die neue Regierung zeigt sich bislang offener gegenüber autonomen Technologien als die vorherige Führung.