Apple hat die Speicherkrise bisher recht gut überstanden, da das Unternehmen in der Lage war, sich günstige Verträge für längerfristige Speicherkäufe zu sichern, aber wie der CEO des Unternehmens, Tim Cook, bereits zugegeben hat, könnte die Speicherkrise im zweiten Quartal dieses Jahres größere negative Auswirkungen haben als bisher.
Die Veränderung der Situation wird durch die Tatsache verdeutlicht, dass die 512-GB-Speichererweiterungsoption, die zuvor für die M3 Ultra-basierte Konfiguration verfügbar war, nun aus der Optionsliste Mac Studio entfernt wurde und die Grenze nun bei 256 GB liegt. Diese Änderung wurde still und leise im Hintergrund vorgenommen, ohne dass dies besonders bekannt gemacht wurde, ebenso wie die Tatsache, dass der Preis für die Speichererweiterung von 96 GB auf 256 GB von 1600 auf 2000 Dollar angehoben wurde - wahrscheinlich aufgrund der zunehmenden Speicherkrise.
Der Preis für 512 GB On-Board-Speicher mit dem M3 Ultra SoC lag vor kurzem noch bei $4000, aber jetzt ist diese Option im offiziellen Webshop nicht mehr erhältlich und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben, da die Speicherknappheit eher schlimmer als besser wird. TrendForce hatte zuvor prognostiziert, dass die Vertragspreise für DRAM in diesem Quartal um 90-95 % steigen könnten - eine aktualisierte Prognose, da sie zuvor von einem Preisanstieg zwischen 55-60 % ausgegangen waren, diese Zahlen aber im Februar revidierten. Auch die jüngste Analyse von Gartner zeichnet ein eher düsteres Bild: Der kombinierte Preis für DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips wird in diesem Jahr um 130 % steigen, und der Index der weltweiten PC-Marktlieferungen wird um bis zu 10,4 % sinken.
Diese Situation ist größtenteils auf das KI-Fieber zurückzuführen, das den Bedarf an HBM-Speicher und Serverspeicher in die Höhe treibt. Um die Nachfrage zu befriedigen, haben sich die großen Speicherhersteller in der Hoffnung auf höhere Gewinne der HBM-Produktion und der Herstellung von Business-Speicherchips zugewandt, was die Produktion von DRAM-Chips für Verbraucher zurückgedrängt hat. Die Produktion von HBM-Speicher erfordert etwa dreimal so viel Fertigungskapazität für Siliziumwafer wie normaler DRAM, d. h. die KI-Beschleuniger haben dazu geführt, dass eine ziemlich große Menge an normalem DRAM vom Markt verschwunden ist. Laut TrendForce wird sich die Situation bis 2027 oder 2028, wenn die neu installierten Produktionslinien in Betrieb genommen werden, wahrscheinlich nicht wesentlich verbessern.
Im Falle des Mac Studio ist die 256-GB-Speicheroption nicht sofort lieferbar, da Apple bereits jetzt nur noch Bestellungen für die Auslieferung im Mai annehmen kann, was darauf schließen lässt, dass die Nachfrage nach den Produkten hoch ist und die Verfügbarkeit von Speicherchips sich verschlechtert. Die Situation wird nicht dadurch erleichtert, dass in letzter Zeit immer mehr Leute erkannt haben, dass die M3 Ultra-basierten Mac Studio Modelle hervorragend geeignet sind, um komplexere LLMs lokal auszuführen, und andere Mac-Konfigurationen, die mit viel Speicher bestellt werden können.
Mac Studio befindet sich in einer besonderen Situation, da die Modelle der "Ultra"-Serie nur aus der M3-Serie und nicht aus der M4-Serie hergestellt wurden, da der M4 Max-Chip nicht über den Ultra Fusion-Anschluss verfügte, der für die Zusammenführung der beiden Chips erforderlich ist. Natürlich hat das Apple Management bereits bestätigt, dass nicht alle Apple Silicon Serien einen "Ultra" SoC enthalten werden, und die M4 Serie war nicht als "Ultra" SoC gedacht. Wer also mit dem Gedanken spielt, einen Mac Studio mit einem High-End-"Ultra"-Modell zu kaufen, muss sich für die M3-Generation entscheiden, die für einen Aufpreis von 4000 Dollar erhältlich ist - eine SoC-Serie, deren Mitglieder bereits abgehängt wurden.
Zur M5-Serie gehören seit kurzem der M5 Pro und der M5 Max, die an Bord der neuen MacBook Pro Notebooks erschienen sind. Später könnte ein M5 Ultra SoC folgen, der in der 2026er Ausgabe des Mac Studio enthalten sein könnte. Es ist noch nicht klar, ob die 512-GB-Speicheroption mit dem M5 Ultra verfügbar sein wird, aber das wird davon abhängen, wie sich der Speichermarkt in Zukunft entwickelt - basierend auf den Prognosen der Analysten ist es unwahrscheinlich, dass es viele gute Nachrichten geben wird.