In den letzten Tagen hat die Entscheidung von Take-Two und Sony für ziemliche Aufregung gesorgt. Das Spiel „Grand Theft Auto VI“ von Take-Two Interactive wird zwar auch als Box-Version erhältlich sein, doch die Box wird keine Disc enthalten. Das bedeutet, dass Käufer dieser Version leider nur einen Code in der Verpackung vorfinden werden und somit keine Möglichkeit haben, ihr neues Spiel zu verleihen, zu verkaufen oder etwa sicher zu archivieren.
Take-Two hat betont, dass es sich hierbei nur um eine vorübergehende Lösung handelt und es später auch eine Version des Spiels auf Disc geben wird. Viele vermuten, dass man sich im Fall von GTA für diese Vorgehensweise entschieden hat, um Leaks zu verhindern, da die Disc-Version bereits vorzeitig das Unternehmen verlassen muss und es bei jedem Partner passieren kann, dass Fehler unterlaufen oder jemand das Spiel absichtlich vorzeitig verbreitet.
Das ist jedoch nur ein Aspekt der Sache. Sony hat diese Gelegenheit sofort genutzt und das Eisen geschmiedet, solange es heiß war, und so angekündigt, dass ab 2028 die Ära der PlayStation-Discs vorbei sein wird. Berichten zufolge hat Sony bereits damit begonnen, seine Fabriken zur Herstellung von Discs umzurüsten, damit diese andere Aufgaben übernehmen können. So wird beispielsweise das Werk in Salzburg, Österreich, bereits auf die Herstellung von Mikrolinsen vorbereitet, sodass dort künftig Komponenten für Kameralinsen, VR/AR-Headsets, Glasfaseroptik, Netzwerke und medizinische Geräte anstelle von Videospiel-Discs hergestellt werden.
Bislang handelt es sich um ein Gerücht, doch Berichten zufolge ist Rockstar sehr verärgert über Sony. Der Zeitpunkt des Endes der Disc-Spiele wirft auch ein schlechtes Licht auf „Grand Theft Auto VI“, weshalb angeblich alle Hinweise auf „GTA VI“ aus der PlayStation-App, dem Store und sogar aus dem PlayStation-Menü selbst entfernt wurden, damit die Spieler sie nicht mit Sony in Verbindung bringen, das derzeit als öffentlicher Feind gilt.
Sicher ist jedoch, dass Sony mit mehreren Klagen wegen Missbrauchs einer Monopolstellung rechnen muss, da in mehreren Ländern geplant ist, die Angelegenheit vor Gericht zu bringen. Sony macht im Grunde genommen, was es will, legt die Preise für die Spiele nach eigenem Ermessen fest, und der Markt wird seinen Betrieb in keiner Weise beeinflussen können, da es bei den PlayStation-Konsolen keine Alternative gibt. Bislang konnten Spiele auf Disc die Preise zumindest in gewissem Maße beeinflussen, doch ab sofort wird dies nicht mehr möglich sein.
Der Niedergang der Xbox zeigt deutlich, wie groß das Problem ist, wenn ein Unternehmen keinen starken Konkurrenten hat. Sony wird durch seine aktuelle Entscheidung im Grunde kaum etwas verlieren, während die Spieler in der nächsten Konsolengeneration möglicherweise gar keine Alternative mehr haben werden, auf eine leistungsstarke Konsole umzusteigen.
Und da wir gerade von der Xbox sprechen: „Halo: Campaign Evolved“ wird bereits unter und als Spiel beworben, das man auf Disc kaufen kann. Sogar für die PS5.