Sony hat fast allen – vielleicht sogar allen – PlayStation-Nutzern einen wirklich erstaunlichen Brief geschickt.. In einem unlesbar langen Vertrag wird unter erklärt, dass wir ihre Änderungen der Vertragsbedingungen zuletzt akzeptiert haben, weshalb sie uns nun ganz ungeniert daran erinnern, dass das, was wir bei ihnen kaufen, nicht unser Eigentum ist, sondern dass wir es lediglich als begrenzte Dienstleistung im Rahmen eines Lizenzvertrags nutzen.
Diese E-Mail hat jeder Spieler erhalten, auch wenn er seine PlayStation-Konsole seit Monaten nicht mehr eingeschaltet hat.
Auch ich habe meine PlayStation 5 schon seit wer weiß wie langer Zeit nicht mehr eingeschaltet, doch laut Sony habe ich ihre Änderungen akzeptiert und somit natürlich zugestimmt, dass sie mein Konto jederzeit sperren können, ohne dass eine Rückerstattung möglich ist.
Natürlich ist ein Großteil dieser Vertragsbedingungen nichts Neues, aber persönlich finde ich den Text unter Punkt 14 ausgesprochen amüsant.
Demnach informiert uns Sony darüber, dass wir in der Europäischen Union jederzeit eine 14-tägige Rückerstattung beantragen können, wenn wir bei ihnen einkaufen. Ob es sich nun um ein Abonnement oder ein Spiel handelt – keine Sorge, wir können unser Geld zurückfordern, wenn wir es uns anders überlegen.
Im nächsten Abschnitt heißt es jedoch, dass die Spieler in der Regel sofort nach dem Kauf mit dem Spiel beginnen möchten, weshalb das System so gestaltet wurde, dass der Download sofort startet. Laut Gesetz ist der Verkäufer in diesem Fall nicht mehr verpflichtet, das digitale Produkt zurückzunehmen – was für ein Pech –, sodass wir den Kaufpreis des Spiels nicht mehr zurückfordern können, sobald der Download begonnen hat.
Mit anderen Worten: Sony hat das System bewusst so gestaltet, dass der Download unmittelbar nach dem Kauf beginnt, und entzieht sich auf diese Weise seiner Rückerstattungspflicht.
Dieser Abschnitt ist in der Lizenzvereinbarung tatsächlich nur deshalb enthalten, um den gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen und den Käufer über sein in der Praxis nicht bestehendes Widerrufsrecht zu informieren.
Der Brief ist insofern aussagekräftig, als Sony in mehreren Ländern verklagt wurde, weil das Unternehmen alle Vertriebsmöglichkeiten für PlayStation-Spiele monopolisiert. Aufgrund der Umstellung auf digitale Medien wird nach 2028 ausschließlich Sony in der Lage sein, Anwendungen zu verkaufen; bei einer derart mächtigen Plattform könnte dies jedoch in mehreren Ländern einen Missbrauch einer Monopolstellung darstellen. Zudem hat die #PSBlackout-Kampagne der Spieler begonnen, in deren Rahmen sich viele dazu verpflichtet haben, ihre PlayStation-Konsolen nicht einzuschalten, um gegen die Einstellung der Disc-Produktion zu protestieren.