Auf einer Konferenz in Japan zeigten Experten von Seagate, wo sie mit der HAMR-Technologie (Heat-assisted Magnetic Recording) in Bezug auf die Datenspeicherkapazität pro Festplatte heute stehen. Bei der Präsentation vor einigen Wochen wurde bekannt, dass ein spezieller Prototyp im Labor bereits in Betrieb ist, der bis zu 6,9 TB Daten pro Festplatte speichern kann. Es werden auch Tests mit höheren Datendichten durchgeführt, aber hauptsächlich mit Simulationen, die die Speicherkapazität pro HDD-Scheibe auf bis zu 8 TB gesteigert haben.
Natürlich sind 8-TB-HAMR-Festplatten noch in weiter Ferne, aber 7-TB-Einheiten könnten bis Anfang der 2030er Jahre fertig sein und mit der Zeit 15 TB erreichen oder sogar überschreiten, wenn sich die Technologie weiterentwickelt. Im Falle des aktuellen Prototyps könnte die 6,9-TB-Festplatte im klassischen 3,5-Zoll-Formfaktor eine Datenspeicherkapazität von etwa 55 TB in einem klassischen 3,5-Zoll-Festplattengehäuse ermöglichen, was für die Betreiber von Rechenzentren einen enormen Fortschritt darstellt. Die Speicherkapazität ist natürlich nur ein Teil der Gleichung, und die Geschwindigkeit, mit der diese Kapazität genutzt werden kann, ist ebenfalls wichtig, aber dazu hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert - dazu später mehr.
Unter anderem könnten Betreiber von Rechenzentren, Medienarchive, Videoverarbeitungssysteme, große NAS-Arrays und alle anderen Bereiche, in denen große Datenmengen gespeichert werden müssen, von Festplattenlaufwerken mit höherer Kapazität profitieren. Indem mehr Datenspeicherkapazität in das gleiche 3,5-Zoll-Gehäuse gequetscht wird, sind weniger Festplatten erforderlich, um die gleiche Datenspeicherkapazität zu erreichen, was dazu beiträgt, Platz zu sparen, die Energieeffizienz zu verbessern und die Gesamtbetriebskosten zu senken.
Dies wird ein zunehmend wichtiger Aspekt sein, da die Menge an KI-bezogenen Inhalten, hochauflösenden Videos und wichtigen Daten, die im täglichen Leben generiert werden, dynamisch wächst. Datenzentren nutzen bereits große Mengen an Speicherplatz, wie man an der Verfügbarkeit von Festplatten sehen kann, aber es gibt auch eine große Nachfrage nach SSD Laufwerken und Karten, die entwickelt werden, um die Kosten pro TB Speicherplatz zu senken.
Bis zur Markteinführung von Festplattenlaufwerken mit einer Kapazität von 55 TB oder mehr haben die Ingenieure natürlich noch viel zu tun. Sie müssen unter anderem sicherstellen, dass die Festplatten mit hoher Dichte stabil genug sind, um gelesen und geschrieben werden zu können, über ein gutes Wärmemanagement verfügen und Daten über lange Zeiträume hinweg zuverlässig speichern.
In der Zwischenzeit nimmt die Beliebtheit und Verbreitung von SSD-Laufwerken und -Karten weiter zu, insbesondere in Anwendungsbereichen, in denen niedrige Latenzzeiten und hohe Datenübertragungsgeschwindigkeiten von besonderer Bedeutung sind. Festplattenlaufwerke haben nur dann eine Chance gegen sie, wenn ihre Datenspeicherkapazität weiter steigt und damit die Kosten pro TB Speicherplatz sinken. Der HDD-Markt scheint noch viel Potenzial zu haben, das es auszuschöpfen gilt, d.h. HDDs könnten uns noch einige Zeit begleiten, da sie in bestimmten Segmenten weiterhin von Vorteil sein werden.