Das „RAMageddon“ betrifft im Laufe der Zeit eine immer breitere Produktpalette, und es sieht ganz so aus, als könne man die Preiserhöhungen nicht mehr nur damit begründen, dass der in den Produkten verbaute Arbeitsspeicher und Speicherplatz teurer geworden sind. Es ist denkbar, dass wir bald von einer allgemeinen Chipkrise sprechen werden.
Vor einigen Tagen erschien eine Meldung, wonach die Speicherkrise nun auch Fujifilm negativ betrifft und das Unternehmen unter Berufung darauf die Preise für mehrere bereits auf dem Markt befindliche Kameramodelle erhöht.
In modernen Kameras kommen häufig Chips mit hoher Rechenleistung zum Einsatz, an die mehr Speicher als üblich angeschlossen sein kann. Fujifilm hat sich jedoch nicht aus diesem Grund zu einer Preiserhöhung entschlossen; die -Kameras werden nicht teurer, weil der darin enthaltene RAM so viel mehr kosten würde. Hinter dem Schritt der Japaner steht der allgemeine Preisanstieg bei Halbleiterkomponenten.
Die Speicherkrise wirkt sich nicht nur auf die Preise für RAM- und NAND-Flash-Speicher aus, sondern hat auch negative Auswirkungen auf die Beschaffungskosten von Halbleitern wie Prozessoren und Bildsensoren – erklärte Fujifilm. Mindestens fünf derzeit erhältliche Fujifilm-Kameras werden in Europa teurer werden; die Nachricht über die Preiserhöhung kam aus Deutschland.
Die „ “ X-S20 kostete bisher 1.400 Euro, künftig wird man dafür jedoch 1.500 Euro bezahlen müssen. Den Preis der X-T50 von 1.500 Euro erhöht das Unternehmen auf 1.600 Euro, während für die beliebte X-E5 statt 1.550 Euro nun 1.650 Euro zu zahlen sein werden. Noch deutlicher verteuert sich die X100VI, für die das Unternehmen nun 2.000 Euro statt bisher 1.800 Euro verlangen wird. Die Mittelformatkamera GFX100 II wird um 500 Euro teurer und ist künftig für 8.500 Euro erhältlich, gegenüber dem bisherigen Preis von 8.000 Euro.
Die neuen Preise treten nach derzeitigem Stand am 1. September in Deutschland in Kraft. Wie sich die Preiserhöhung auf den anderen Märkten auswirken wird, ist derzeit noch nicht bekannt.
Fujifilm ist der erste Kamerahersteller, der über eine solche Situation berichtet. Leider haben die Japaner keine Details zur Verteuerung der betroffenen Komponenten bekannt gegeben, sodass wir auf dieser Grundlage akzeptieren müssen, dass die Preiserhöhung tatsächlich gerechtfertigt ist. Die Preisanpassung deckt eine recht breite Preisspanne ab; fast nur die günstigsten Produkte mit der bescheidensten Hardware bleiben – vorerst – von der Preiserhöhung verschont.
Von anderen Kameraherstellern gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass sie die Preise anheben würden, und wir vertrauen darauf, dass nicht alle Kamerahersteller dem Beispiel von Fujifilm folgen werden. MILC-Kameras sind bereits jetzt recht teuer, und in den letzten Jahren sind die empfohlenen Verkaufspreise mit jeder Neuheit in der Regel immer weiter gestiegen.