Die Unternehmensstruktur von Samsung hat sich seit langem nicht wesentlich verändert, es gab keine größeren Umstrukturierungen. Nun wurde jedoch unter dem Dach des südkoreanischen Unternehmens eine neue Abteilung gegründet, der in Zukunft eine wichtige Rolle zukommen soll. Dort werden zahlreiche verwandte Projekte aus verschiedenen Abteilungen zusammengefasst, um die Arbeit künftig einheitlicher und schneller zu gestalten.
„Robotics eXperience“, kurz RX, wird der Name des Bereichs sein, der künftig alle technologischen Neuerungen im Bereich der Robotik innerhalb von Samsung bündeln wird.
-Roboter spielen eine sehr wichtige Rolle in der Strategie und Zukunftsvision des Unternehmens, weshalb Samsung beschlossen hat, dass es an der Zeit ist, eine völlig eigenständige Abteilung für diese Aufgabe zu gründen. Samsung hat bereits seit einiger Zeit an verschiedenen Robotik-Entwicklungen gearbeitet, diese wurden jedoch nicht in einem eigenen Geschäftsbereich gebündelt. Von nun an wird die Entwicklung jedoch definitiv auf ein höheres Niveau gehoben, da die Projekte nun unter einem Dach zusammengefasst werden.
Die neue Division überwacht die mittel- und langfristige Robotikstrategie, die Entwicklung der Basistechnologien und die Umsetzung der Geschäftsaktivitäten und baut gleichzeitig die Forschungskapazitäten sowohl in Südkorea als auch im Ausland aus. Die RX-Abteilung wird zukünftige Projekte von den Anfängen bis zur Markteinführung begleiten.
Das strategische Robotik-Team wird künftig unter der Leitung von Lee Dongkun arbeiten. Der Experte war zuvor als Robotik-Stratege bei der Hyundai Motor Group tätig, wo er unter anderem auch die Geschäfte von Boston Dynamics beaufsichtigte, nachdem der Automobilhersteller das bekannte Robotikunternehmen im Jahr 2020 von der SoftBank-Gruppe übernommen hatte.
Samsung hat zwei Führungskräfte, und die verschiedenen Abteilungen unterstehen jeweils einem anderen Direktor. Die neu gegründete Sparte „Robotics eXperience“ (RX) wird unter der Leitung von Tae-Moon Roh (TM Roh) stehen, ebenso wie die Sparte „Device eXperience“ (DX) mit ihren Smartphones und anderen Unterhaltungselektronikprodukten.
Im Zusammenhang mit der Robotics eXperience-Sparte wies das Unternehmen zudem darauf hin, dass es zahlreiche Großinvestitionen plant; in den kommenden Jahren könnten weltweit Robotikprojekte im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar realisiert werden.
Das Unternehmen plant die Einrichtung von Forschungszentren in den Vereinigten Staaten, in China und in Japan. Der Fokus liegt dabei auf den geografischen Regionen, in denen die Robotik eine rasante Entwicklung verzeichnet. Es möchte buchstäblich in jedem „Innovationszentrum“ präsent sein. Denn so ist es am besten in der Lage, das lokale Ökosystem und das Fachwissen zu nutzen, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Es ist auch bekannt, dass Samsung vor bedeutenden Übernahmen nicht zurückschreckt, wenn darin ernsthafte Chancen gesehen werden. Im April äußerte sich das Unternehmen ausführlicher dazu, dass man den Bereich Robotik durch Übernahmen vorantreiben werde, falls dies „notwendig“ sei, dass aber auch Kooperationen zwischen verschiedenen Unternehmen sowie technologische Partnerschaften zustande kommen könnten. Samsung legt großen Wert auf künstliche Intelligenz und wird durch die Robotik im Bereich der „physischen KI“ bedeutende Ergebnisse erzielen können.
Im Rahmen des Jahresfinanzberichts des Unternehmens war auch von einer umfassenderen Robotik-Initiative die Rede, zu der auch die Gründung der RX-Sparte gehört. Basierend auf früheren Aussagen von Samsung könnte das Unternehmen bereits in diesem Jahr „greifbare“ Ergebnisse im Bereich der humanoiden Robotik vorweisen. Das Unternehmen teilte mit, dass die humanoiden Roboter dazu dienen sollen, die Produktivität und das Nutzererlebnis zu verbessern. Diese sollen zunächst in Fabriken eingeführt und später auch auf den Haushalts- und Einzelhandelssektor ausgeweitet werden.