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PLANET OF LANA II - WAS FÜR EIN ABENTEUER!

Die Geheimnisse der Vergangenheit sind die Kämpfe der Gegenwart
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Planet of Lana II - Was für ein Abenteuer!

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Das fragile Gleichgewicht zwischen Natur und Technik ist nicht nur ein ökologisches oder soziales Problem, sondern auch ein Widerspruch, der tief in der Struktur der menschlichen Psyche verwurzelt ist. Der Wunsch des Menschen, zu kontrollieren und loszulassen, ist einerseits der Wunsch, die Welt durch die Technik berechenbar und beherrschbar zu machen, und andererseits eine instinktive Anziehung zu den langsameren, organischen und beruhigenden Rhythmen der Natur.

Diese Dichotomie spiegelt sich auch in der Dynamik des Bedürfnisses nach Sicherheit und der Sehnsucht nach Freiheit wider, und während die moderne technologische Umgebung oft das Erstere befriedigt, reduziert sie mehr oder weniger spektakulär die Möglichkeit, das Letztere zu erleben. Aus psychologischer Sicht trägt die Verbindung mit der Natur dazu bei, die Aufmerksamkeit wiederherzustellen, Stress abzubauen und das emotionale Gleichgewicht zu fördern, aber die Allgegenwart der Online-Welt und der Technologie, die zu einem Lebensraum geworden ist, sowie die Vermehrung der Reize fragmentieren die Aufmerksamkeit und erhöhen den psychischen Stress. Die Frage ist nicht mehr, ob die Technik oder die Natur im Vordergrund steht, sondern ob wir bewusst einen psychischen Raum schaffen können, in dem sich beide ergänzen und nicht gegenseitig aufheben, und gleichzeitig die Natur nicht als einen kontrollierten, ausschließlich menschlichen Raum behandeln.

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In seinem Vorgänger hat Planet of Lana eine gute Balance zwischen Puzzle-Plattformer-Gameplay und lyrischer Erzählung gefunden, und Wishfully hat an dieser soliden und gut etablierten Grundlage nicht viel geändert. Die Geschichte setzt genau dort an, wo die erste Episode aufgehört hat, allerdings mit einem viel dunkleren Ton. Die Beziehung zwischen Lana und ihrer treuen Begleiterin Mui wird ausgeprägter und das Repertoire an Fähigkeiten des kleinen Tieres ist gewachsen. Wir erhalten auch einen Einblick in die Veränderungen, die im Anschluss an die vorherige Episode stattgefunden haben - Maschinen sind bei Lanas Volk stärker vertreten, aber die Modernisierung ist komplementärer zu ihrer Interaktion mit der Natur, ein Zeichen für eine langsame, vorsichtige Integration.

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Die Erzählung entfaltet sich weiterhin ohne Dialoge, da das Spiel eine künstliche Sprache ohne Untertitel oder konkrete Interpretationen verwendet und es uns überlässt, die Handlung und die Ereignisse durch unsere eigenen Filter zu verstehen und sie zusammen mit dem Bildmaterial aufzunehmen. Die Akzente, die Körpersprache und der Schauplatz geben jedem Wort einen sehr schönen Kontext und rahmen die Szene auf eine Art und Weise ein, die gleichzeitig klar ist, aber in dieser Form können wir uns nicht auf unser Verständnis des Textes verlassen, es sei denn auf eine abstraktere Weise.

Die zu lösenden Rätselelemente sind komplexer und umfassen mehrstufige Prozesse, und wir müssen oft mehrere Systeme gleichzeitig im Kopf behalten. Muis Fähigkeiten haben sich erweitert, so dass sie nicht mehr nur eine Helferin bei einigen kleinen Dingen ist, sondern eine aktive Problemlöserin, und diese Dynamik sorgt für eine viel organischere Zusammenarbeit als wir sie im ersten Teil gesehen haben. Dank Mui sind auch die Tiere in unserer Umgebung an der Lösung von Rätseln beteiligt, wie z. B. das Aufstellen einer Falle und das Verstecken mit Hilfe eines Fisches oder das Öffnen des Weges zum nächsten Level mit Hilfe der Fähigkeiten einer pelzigen Bergkatze.

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Die Szenerie ist immer noch malerisch, aber mit einem spürbaren Zuwachs an Details. Die Landschaften werden lebendig und atmen, der Wind, der durch das Gras streicht, die subtilen Animationen der Kreaturen, die sich im Hintergrund verstecken, tragen alle zur Welt des Spiels bei, die verzaubert und verwirrt. Die Farbpalette ist kräftiger, manchmal stark kontrastierend, was die düstere Stimmung der Geschichte widerspiegelt, und Takeshi Furukawa, der für den Sound verantwortlich ist, hat wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet. Die Musik fügt sich wunderbar in die Grafik ein, während sie gleichzeitig gefühlvoll die emotionalen Saiten anschlägt, egal ob es sich um eine neutral wirkende Überleitung oder ein tragisches Stück der Vergangenheit handelt.

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Aus technischer Sicht ist das Spiel stabil, optimiert und leider findet man selten eine Indie-Produktion, die dem Spieler in einem so ausgereiften Zustand präsentiert wird. Kleinere Bugs, wie z.B. manchmal instabile Charakterkonflikte, beeinträchtigen das Spielerlebnis nicht, sind aber spürbar. Es gab auch einige Kommentare über die automatische Speicherung, die häufiger erfolgen sollte, aber der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist hier eher ein Problem.

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Alles in allem ist Planet of Lana II nicht nur eine würdige Fortsetzung, sondern übertrifft seinen Vorgänger in vielerlei Hinsicht. Es ist eine tiefgründigere, ausgefeiltere Fortsetzung einer Geschichte, die hoffentlich mindestens einen weiteren Teil erhalten wird, und wenn die Trilogie endet, könnte ein interessantes Open-World-Survival-Spiel hinzugefügt werden, denn es ist eine Welt, in die man gut eintauchen kann.

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Zusammenfassung

Bewertung von Autoren

Die Fortsetzung führt die Geschichte von Lana und Mui mit einigen interessanten Entwicklungen weiter.
Sowohl in stimmungslicher als auch in visueller Hinsicht hat das Spiel eine neue Stufe erreicht, und auch die Puzzle-Elemente wurden weiterentwickelt…
…und glücklicherweise könnte man hier nur Kleinigkeiten aufschreiben.

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