Kürzlich wurde eine neue mehrjährige strategische Partnerschaft zwischen Nvidia und Meta unterzeichnet, in deren Rahmen Meta mehrere Nvidia-Produkte in seiner Infrastruktur einsetzen wird, darunter die Grace-Prozessoren, die bisher in Form des Grace Superchip in Verbindung mit dem Grafikprozessor verwendet wurden, nun aber auch als reiner Prozessor eingesetzt werden sollen, was eine enorme Verbesserung der Energieeffizienz gegenüber früheren Lösungen zu bieten scheint.
Später werden auch Prozessoren, die auf der Vera-Architektur basieren, eine wichtige Rolle in der Infrastruktur von Meta spielen, und natürlich setzt das Unternehmen auch auf die KI-Beschleuniger GB300 und Vera Superchip. Mit der neuen Vereinbarung könnte Nvidia im Grunde auf der Überholspur sein, um ein Anbieter von Serverprozessoren zu werden. Das ist keine große Überraschung, da sie bereits deutlich gemacht haben, dass ihre ARM-basierten Entwicklungen Intel und AMD im Segment der Serverprozessoren Konkurrenz machen könnten, und mit Meta wagen sie nun den Sprung.
Meta wird in der Lage sein, die verschiedenen Technologien von Nvidia stärker zu nutzen, um seine Rechenzentren zu erweitern und neue Rechenzentren zu errichten: Es wird Millionen von Blackwell- und Rubin-GPUs bei Nvidia bestellen, aber es ist nicht klar, wie viele Aufträge im Rahmen der mehrjährigen Partnerschaft erteilt werden, aber es ist klar, dass sie einen Wert von mehreren Milliarden Dollar haben könnten.
Im Rahmen der erweiterten Partnerschaft wird Meta im Wesentlichen der erste in der Branche sein, der Nvidias ARM-basierte Grace-Prozessoren in eigenständiger Form und Menge einsetzt, wobei die Kapselung diesmal keinen Grafikprozessor verbirgt. Die dedizierten Prozessoren bieten nach bisherigen Tests ein deutlich verbessertes Leistungs-Watt-Verhältnis mit einer bis zu zweifachen Steigerung der Hintergrundverarbeitung, was ein nicht zu vernachlässigender Vorteil ist. Meta verwendet unterdessen auch Prozessoren, die auf der Nachfolgearchitektur von Grace, der Vera-Architektur, basieren, in einem Design ohne Grafikprozessor, und erste Messungen zeigen, dass die neue Plattform sehr vielversprechend ist.
Grace selbst ist eine etwa drei Jahre alte Entwicklung, die in der Regel nur Kunden mit Hopper- oder Blackwell-GPUs zur Verfügung stand, und zwar in einer Art Superchip-Form mit zwei an den Prozessor angeschlossenen GPUs. Der Prozessorteil enthält insgesamt 72 ARM Neoverse V2 Prozessorkerne, getaktet mit 3,35 GHz Boost, die mit bis zu 480 GB LPDDR5x On-Board-Speicher gepaart werden können. Optional können bis zu zwei dieser Prozessoren in Form des Grace CPU Superchips in ein einziges Gehäuse gequetscht werden, wodurch sich die Anzahl der Ressourcen auf 144 Kerne verdoppelt und die Kapazität des On-Board-Speichers auf 960 GB erhöht. Nvidias C2X-Interconnect verbindet die beiden Chips, wobei die verfügbare Speicherbandbreite einen Spitzenwert von 1024 GB/s erreicht.
Bei der Vera-Architektur hat sich die Anzahl der Prozessorkerne auf 88 erhöht, die nach wie vor auf einer kundenspezifischen ARM-Architektur basieren, jedoch mit der Einführung von SMT-Unterstützung (Simultaneous Multi-Threading), was bedeutet, dass ein Prozessor auf bis zu zwei Threads gleichzeitig laufen kann, plus Confidential Computing. Letzteres ist laut Nvidia wichtig für die Bereitstellung privater Rechen- und KI-Funktionen für den Messaging-Dienst Meta WhatsApp und dessen Datenverschlüsselungsinfrastruktur. Die Vera-Prozessoren können bis zu 1,5 TB On-Board-Speicher in Form von LPDDR5x-Chips nutzen, mit dem Potenzial für eine Speicherbandbreite von 1,2 TB/s, und Nvidia fügt auch PCI Express 6.0-Unterstützung und Compute Express Link 3.1-Unterstützung hinzu.
Zusätzlich zu den Grace- und Vera-Prozessoren kommen weitere Nvidia-GPUs und Spectrum-X-Netzwerkgeräte in die Rechenzentren von Meta, aber wie groß der Anteil genau ist, bleibt ein Geheimnis. In jedem Fall ist der Schritt interessant, da frühere Berichte darauf hindeuteten, dass Meta die konkurrierenden Rack-Systeme von AMD verwenden würde, an deren Entwicklung das Unternehmen beteiligt war, obwohl keine formelle Verpflichtung eingegangen wurde.