Die Stromversorgung von KI-Rechenzentren stellt in den meisten Regionen eine ziemliche Herausforderung dar, da diese Anlagen einen enormen Energiebedarf haben, den die lokale Infrastruktur meist nicht angemessen decken kann.
Als Alternative versuchen die Betreiber häufig, verschiedene Stromerzeugungsanlagen einzusetzen, beispielsweise Gasturbinen oder Notstromaggregate, mit denen die Stromversorgung vorübergehend sichergestellt werden kann, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist. Die einzelnen Marktakteure denken schon seit geraumer Zeit über den Einsatz kleiner modularer Kernreaktoren nach; solche entwickelt beispielsweise auch das Start-up Valar Atomics, das den von ihm entworfenen und hergestellten Mikroreaktor „Ward 250“ auf einer Veranstaltung vorgestellt hat, bei der man auch damit prahlte, eine Partnerschaft mit dem Nvidia-Team eingegangen zu sein.
Die Veranstaltung konnte auch als Live-Übertragung verfolgt werden, aus der die Verantwortlichen unter einige Details über die virtuellen Seiten von LinkedIn unter teilten. Im Rahmen der Vorführung wurde eine Nvidia RTX Spark-Desktop-Workstation direkt an den Kernmikroreaktor vom Typ Ward 250 angeschlossen, wobei der Reaktor selbst mit 37 % seiner Nennleistung betrieben wurde. Das Unternehmen nutzte die Desktop-Workstation als Server, um die Website nuclearwebsite.com zu betreiben, und dank der stabilen Energieversorgung erfüllte das System diese Aufgabe stabil und zuverlässig.
Der Leiter des Start-ups, Isaiah Taylor, erklärte, dass der Nvidia RTX Spark-PC über das OCS direkt an den nuklearen Mikroreaktor angeschlossen war, von dem aus ein Kabel in das Reaktorgebäude führt. Im Reaktorraum erzeugen die Uranatome durch Kernspaltung 100 kW Wärmeenergie – natürlich unter kontrollierten Bedingungen.
Diese Wärmeenergie wird über den Kühlkreislauf abgeführt, in dem Helium unter einem bestimmten Druck zirkuliert. Das heiße Helium strömt zu einem thermoelektrischen Generator (TEG), wo der Generator aus der Wärme elektrischen Strom erzeugt; praktisch versorgte dieser Strom den Nvidia-Blackwell-Chip, der die Erreichbarkeit der genannten Website sicherstellte.
Nach Angaben der Geschäftsführung von Valar Atomics sind sie das erste Start-up im Bereich der nuklearen Mikroreaktoren, das vom US-Energieministerium eine Genehmigung zur Energieerzeugung erhalten hat; offiziellen Informationen zufolge haben jedoch neben ihnen auch der von Deployable Energy entwickelte „Unity“ sowie der von Antares Nuclear hergestellte Mark-0 die erforderliche Genehmigung erhalten haben, sodass auch diese Unternehmen künftig Kernmikroreaktoren auf dem Markt anbieten können.
Unterdessen sind auch die großen internationalen Konzerne bereits in Bewegung: Zahlreiche Unternehmen zeigen Interesse an modularen Kernreaktoren, und viele haben bereits erhebliche Summen in diese Technologie investiert, darunter Microsoft, Nvidia, Google, Amazon und Oracle. Rund um die KI-Rechenzentren geht es ziemlich heiß her, denn oft werden die Gebäude vergeblich errichtet und die Server vergeblich installiert, da die Sicherstellung der Stromversorgung und der Kühlung die Betreiber vor Herausforderungen stellt.
Diese Anlagen stoßen auch bei der Bevölkerung zunehmend auf Widerstand, da sie durch ihren enormen Energieverbrauch die Stabilität der Stromversorgung gefährden und zudem riesige Mengen an Wasser verbrauchen, was ebenfalls eine große Gefahr für die Anwohner darstellen und und deren Lebensqualität beeinträchtigt. Aus diesen Gründen wurden mehrere Projekte aufgrund des Widerstands der Bevölkerung verschoben oder gestrichen, da die Mehrheit solche Anlagen nicht in ihrer Umgebung dulden möchte.
Aus den oben genannten Gründen sind die Unternehmen gezwungen, innovative Lösungen für das Problem zu finden; im Bereich der Stromversorgung könnten nukleare Mikroreaktoren den Ausweg bieten. Die Teams von Nvidia und Valar Atomics arbeiten bereits am Bau einer KI-Anlage, die eine Leistung von 30 MW erbringen kann, die lokalen Wasserressourcen jedoch nicht beansprucht, da sie in einem geschlossenen System betrieben wird, und auch keine Gefahr für die lokale Stromversorgung darstellt, da die benötigte Energie von den nuklearen Mikroreaktoren erzeugt wird.