Nvidia ist ein unverzichtbarer Akteur im Segment der KI-Beschleuniger, wo das Unternehmen derzeit den Markt massiv dominiert – dank seiner leistungsstarken Lösungen mit einem robusten Ökosystem, für die weltweit eine enorme Nachfrage besteht. Die modernsten KI-Beschleuniger darf das Unternehmen nicht nach China liefern, da diese den US-Exportbeschränkungen unterliegen, aber einige der älteren Produkte könnte es auch jetzt noch problemlos an chinesische Unternehmen verkaufen; offiziell dürfen diese Produkte jedoch vorerst nicht nach China gelangen, zumindest nicht in großen Mengen.
Die chinesische Regierung drängt lokale Unternehmen dazu, statt ausländischer KI-Beschleuniger und Software lieber im Inland entwickelte Lösungen zu bevorzugen, auch wenn diese bei weitem nicht die gleiche Leistung bieten wie ihre Konkurrenten und zudem in Bezug auf Software-Unterstützung und Funktionalität recht eingeschränkt sind. Genau aus diesem Grund versuchen einige chinesische Unternehmen dennoch, an bestimmte KI-Beschleuniger von Nvidia zu gelangen, sogar an die modernsten, und setzen dafür verschiedene Scheinfirmen ein, über die die heißbegehrten Produkte aus einem Land nach China gelangen können, das ansonsten auf normalem Wege KI-Beschleuniger von Nvidia, AMD oder sogar Intel bestellen könnte.
Man hat bereits mehrfach versucht, den Schmugglern mit immer neuen Maßnahmen das Handwerk zu erschweren, in den letzten Tagen wurde der Handel mit Nvidia-Produkten in den asiatischen Ländern jedoch weiter verschärft, um Scheinfirmen und Zwischenhändler, die einen Reexport ins Auge fassen, endgültig aus der Handelskette zu entfernen. Nach Informationen der „Financial Times“ hat das Nvidia-Team die Liste der zum Kauf von KI-Beschleunigern berechtigten Kunden überprüft, in der Folge wurde mehr als die Hälfte der auf dieser Liste aufgeführten Unternehmen aus dem Kreis der Berechtigten gestrichen, während die verbleibenden Unternehmen stichprobenartig überprüft werden sollen, um sicherzustellen, dass sie nicht als Scheinfirmen agieren und die für sie bestimmten Produkte nach China exportieren.
Bei den Kontrollen werden vielfältige Methoden zum Einsatz kommen, beispielsweise werden Verträge geprüft, Fachteams in die Rechenzentren der Auftraggeber entsandt oder Endverbraucher befragt. Alle diese Maßnahmen dienen dem Ziel, den Schmugglern das Handwerk zu erschweren, sodass die Menge der nach China gelangenden Schmuggelware deutlich sinken könnte, auch wenn sie nicht ganz auf null zurückgeht.
Die Maßnahmen wurden ergriffen, weil die Führung von Nvidia zunehmend unter Druck seitens der US-Regierung gerät; die Entscheidungsträger möchten nämlich, dass Nvidia dafür sorgt, dass die Scheinfirmen aus dem Kundenstamm verschwinden, wodurch der Reexport der Produkte nach China nach Möglichkeit auf null sinkt. Obwohl die US-Exportbeschränkungen bereits seit langem in Kraft sind, deuteten mehrere Anzeichen darauf hin, dass einzelne Unternehmen versuchen, diese mit kreativen Methoden zu umgehen; daher wurde eine umfassende Untersuchung in dieser Angelegenheit eingeleitet, in deren Folge der Mitbegründer des Serverherstellers Supermicro, Yih-Shyan Liaw ins Visier geriet; zusammen mit ihm nahmen die Behörden zwei weitere Verdächtige fest, mit deren Hilfe sie verbotene Nvidia-Hardware im Wert von insgesamt 2,5 Milliarden Dollar nach China geschmuggelt haben sollen. Die Ermittlungen laufen in zahlreichen Regionen, Teilergebnisse liegen bereits aus Singapur und Taiwan vor, doch allem Anschein nach sind auf jeden Fall weitere Verschärfungen erforderlich – dazu gehört auch der jüngste Schritt von Nvidia.
Interessanterweise hatte die US-Regierung Ende 2025 schließlich beschlossen, dass bestimmte KI-Beschleuniger von Nvidia und AMD wieder nach China exportiert werden dürfen, die chinesische Führung das Geschäft jedoch torpedierte, da sie chinesischen Unternehmen den Kauf westlich entwickelter KI-Beschleuniger untersagte und stattdessen versuchte, sie auf im Land selbst entwickelte und hergestellte Hardware sowie auf im Land entwickelte Software umzulenken, um so die lokale KI- und Halbleiterindustrie zu stärken.
Die US-Regierung hat erst vor wenigen Tagen unter mit zwei neuen Unternehmen die Liste erweitert, auf der die chinesischen Unternehmen aufgeführt sind, die zum Kauf von Nvidias H200-KI-Beschleunigern berechtigt sind – die Liste umfasst vermutlich etwa 10 Unternehmen. Da China noch nicht auf diese neue Entwicklung reagiert hat, dürfen die neu aufgenommenen chinesischen Unternehmen weiterhin keine H200-KI-Beschleuniger kaufen, da sie grundsätzlich lokale Hardware und Software verwenden müssen, solange sie keine gesonderte Genehmigung der chinesischen Führung für den Kauf und die Nutzung westlicher Hardware erhalten. Nvidia ist natürlich nicht erfreut über diese Situation; der Unternehmenschef hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, wie viel Schaden die Exportbeschränkungen anrichten können – was zum Teil auch der Grund dafür sein könnte, dass die zweite Trump-Regierung ihre Meinung geändert hat, doch es scheint, als sei es bereits zu spät, denn China ist der Ansicht, dass es langfristig besser ist, auf selbst entwickelte Software und Hardware zu setzen, auch wenn dies kurzfristig viele, viele Schwierigkeiten mit sich bringt.