Die Speicherkrise könnte viele in eine schwierige Lage bringen und stellt insbesondere für kleine Handyhersteller wie beispielsweise Nothing eine große Bedrohung dar. In den letzten Tagen kursierten Gerüchte, dass das Unternehmen zahlreiche Mitarbeiter entlassen und seine globale Präsenz erheblich zurückfahren werde, doch einen Teil dieser Berichte hat es entschieden dementiert.
Akis Evangelidis, Mitbegründer der Marke und Leiter der CMF, reagierte in einer offiziellen Stellungnahme auf die Gerüchte und betonte, dass man keinen Gerüchten Glauben schenken solle – wahr sei nur das, was über die offiziellen Kanäle zu lesen sei. Als „Fake News“ bezeichnete der Experte jene Informationen, die vor einigen Tagen in den Nachrichtenportalen erschienen waren.
„Das Phone (4b) verkauft sich kaum, das Unternehmen zieht sich aus den internationalen Märkten zurück und beginnt mit umfangreichen Entlassungen“ – behauptete zuvor eine Quelle. Demgegenüber betonte Evangelidis, dass sich das neue Smartphone gut verkauft, eine akzeptable Nachfrage besteht und das Unternehmen zwar nicht vorhabe, sich aus Märkten zurückzuziehen, es aber tatsächlich zu Entlassungen kommen werde.
„Wir ziehen uns aus keinem einzigen Markt zurück“, erklärte der Mitbegründer von Nothing. In den Gerüchten war die Rede davon, dass das Unternehmen sich von einem Dutzend internationaler Märkte abwenden könnte, doch allem Anschein nach ist dies völlig unbegründet. Wir vertrauen darauf, dass dies tatsächlich der Fall ist und man nirgendwo befürchten muss, dass der Vertrieb der Geräte eingestellt wird. Nothing ist auch in Ungarn vertreten, und die Produkte des Unternehmens gehören zu den Highlights unseres Sortiments. Das Start-up wollte sich zu den Gerüchten über eine Reduzierung seiner Marktpräsenz nicht weiter äußern.
Es gab Berichte, wonach vom neuesten Mittelklasse-Smartphone des Unternehmens bislang lediglich 20.000 Stück verkauft worden seien. Das wäre eigentlich gar nicht so überraschend, denn – wie wir bereits berichtet haben – war kein besonders attraktives Angebot, da es unter den derzeitigen Umständen nicht einfach ist, ein kosteneffizientes Smartphone herzustellen. Gleichzeitig wurden laut Evangelidis bereits am Tag der Produkteinführung 29.537 Geräte verkauft, sodass die Lage deutlich besser ist, als es die Quelle darzustellen versuchte.
Die Meldungen über den Personalabbau sind hingegen wahr: Das Unternehmen wird tatsächlich Stellen abbauen. Eine größere Umstrukturierung steht bevor, und im Zuge dessen werden einige Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. „Derzeit arbeiten wir an der Umstrukturierung unserer Teams, um uns auf die nächste Wachstumsphase vorzubereiten“, betonte Evangelidis.
Im Zuge der Umstrukturierungen wird Nothing einige Bereiche auflösen, aber es werden auch neu organisierte Abteilungen entstehen; so ist beispielsweise ein Geschäftsbereich im Entstehen, der sich auf native künstliche Intelligenz konzentriert. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten in den verschiedenen Ländern in regionalen Zentren, wie es bei den meisten Herstellern üblich ist.
Mit der Umgestaltung der internationalen Geschäftstätigkeit möchte Nothing sein vor allem auf den Online-Vertrieb ausgerichtetes System noch effizienter gestalten. Dadurch lassen sich die Ausgaben etwas senken. Das Start-up muss nun mit aller Kraft daran arbeiten, seine Ausgaben zu reduzieren. Denn die drastisch gestiegenen Speicherpreise belasten gerade solche kleineren Unternehmen, die in der Regel mit sehr geringen Gewinnspannen arbeiten, am stärksten.
Leider muss man damit rechnen, dass die aktuelle Speicherkrise Hersteller aus dem Markt drängen und das Marktangebot einschränken wird, wodurch sich die Lage für die Käufer noch weiter verschlechtern wird. Die Auswahl an Smartphones wird kleiner, der Wettbewerb unter den Anbietern wird abnehmen, sodass die Preise noch weiter steigen könnten. Nothing versucht derzeit noch, durchzuhalten, aber es ist sehr schwer zu sagen, wie die Lage in einem Jahr aussehen wird, da sich die Speicherkrise mit Sicherheit noch hinziehen wird.