Innerhalb der Europäischen Union tritt Mitte Februar nächsten Jahres eine neue Verordnung in Kraft, wonach Hersteller verpflichtet sind, elektronische Geräte so zu konstruieren, dass deren Akkus mit einfachen, auch zu Hause verfügbaren Werkzeugen (Schraubendreher) ausgetauscht werden können. Diese längst vergessene Technologie war einst die selbstverständlichste Sache der Welt, ist heute jedoch zu einer der Triebkräfte des ausbeuterischen Kapitalismus geworden.
Einer der ersten Vorreiter, der die neue Verordnung erfüllen will, ist Nintendo. Bei der Switch 2 wird bereits im Sommer mit der Umstellung begonnen, und im weiteren Verlauf des Jahres werden auch die übrigen Geräte den Anforderungen angepasst.
In einer ersten Runde erhalten die Joy-Con-Controller eine neue Version, deren Gewicht und Akkukapazität sich nicht ändern. Darauf folgen die Nintendo Switch 2-Konsolen, die im Herbst auf den Markt kommen werden. Ihre Leistung wird um 1 % geringer sein als bei der Version mit fest eingebautem Akku; im Lieferumfang sind bereits die aufsteckbaren Joy-Con 2-Controller enthalten.
Im Winter kommen die separat erwerbbaren Joy-Con 2- und Pro-Controller auf den Markt. Während erstere nur ein minimales Mehrgewicht aufweisen, ist bei letzteren mit einer um 16 % geringeren Akkukapazität zu rechnen.
Anfang nächsten Jahres kommen dann die N64- und GameCube-Controller für die Switch auf den Markt.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass damit ab Anfang 2027 der Vertrieb der Nintendo Switch, der Nintendo Switch Lite und der Nintendo Switch – OLED endgültig eingestellt wird. Obwohl die Produktion weiterhin ununterbrochen läuft, hat Nintendo beschlossen, die 10 Jahre alte Konsole nicht gemäß den neuen Vorschriften zu aktualisieren. Sobald also die Lagerbestände in den Geschäften aufgebraucht sind, wird es keine Möglichkeit mehr geben, diese Geräte neu zu erwerben – auch nicht über Umwege.
„Was die Verfügbarkeit im Handel betrifft, bitten wir Sie, sich künftig bei Ihren lokalen Händlern zu erkundigen. Die Nintendo Switch verfügt über ein riesiges – und ständig wachsendes – Spielangebot, und Besitzer von Nintendo Switch können ihre vorhandenen Spiele und Zubehörteile auch weiterhin problemlos nutzen. Zudem bleiben der Nintendo eShop, Nintendo Switch Online und die übrigen Dienste auf absehbare Zeit unverändert verfügbar“, schreibt Nintendo in seiner Mitteilung unter .
Nintendo hat jedoch darauf geachtet, dass außerhalb der EU nicht im Sinne und zum Vorteil der Käufer gehandelt wird. Auf den anderen Märkten wird es nicht möglich sein, den Akku auszutauschen, die Geräte lassen sich nicht ohne Weiteres reparieren, und damit werden diese Produkte weniger wertvoll sein als jene, die dank der EU-Vorgaben sogar zu Hause wieder instand gesetzt werden können. Es ist daher nicht undenkbar, dass viele Menschen aus der EU die Switch-2-Konsolen und das Zubehör in verschiedene Teile der Welt exportieren wollen, um so langlebigere Geräte anzubieten.