Das SK hynix Team hat kürzlich während eines internen Meetings einige interessante Themen angesprochen, die darauf hindeuten, dass es ein dunkles Jahr für Gamer und alle anderen, die eine moderne Konfiguration mit hoher Speicherkapazität und großer SSD-Kapazität bauen wollen, werden wird, da die hohen Preise noch eine ganze Weile anhalten könnten, wenn die aktuellen "Vorhersagen" eintreffen.
Der Geschäftsführer von Phison hat bereits erklärt, dass die Schwierigkeiten auf dem Speichermarkt bis zu einem Jahrzehnt andauern könnten, zumindest im NAND-Flash-Segment, was eine ziemlich deprimierende Aussage ist, aber diese Ansicht wird von vielen nicht geteilt, da die meisten Marktteilnehmer und Analysten davon ausgehen, dass die Schwierigkeiten "nur" ein paar Jahre andauern werden. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nur schwer sagen, wie lange die hohen Speicherpreise letztlich anhalten werden, aber es ist klar, dass das Team von SK hynix derzeit davon ausgeht, dass die Speicherknappheit im DRAM-Segment bis 2028 anhalten wird, und hat auch erklärt, warum.
Derzeit konzentrieren sich die Akteure auf dem Speichermarkt vorrangig auf Produkte für den profitableren Servermarkt, auf die Produktion von SSDs und Speicher für Unternehmen und auf HBM-Speicherchips für KI-Beschleuniger, was oft so weit geht, dass ein Unternehmen sogar seine gut etablierte Verbrauchermarke aufgibt, um erfolgreich zu sein.
Laut einer internen Diskussion bei SK hynix wird die Verknappung der auf den Verbrauchermarkt ausgerichteten Speicherprodukte bis mindestens 2028 andauern und nicht nur DDR4- und DDR5-DRAM-Chips betreffen, sondern auch GDDR6 und GDDR7 für Grafikkarten sowie LPDDR5x und LPDDR6 für mobile Geräte und Notebooks. Diese Speichertypen sind für die Herstellung von Spielkonsolen, Spiele-PCs, Büro-PCs und vielen anderen Produkten unverzichtbar, was bedeutet, dass die Preise für diese Produkte aufgrund der hohen Preise weiter steigen werden, solange die Marktlage dies rechtfertigt. Das Gamer-Segment, das oft als Haupttreiber bezeichnet wird, ist besonders stark betroffen, da Speichermodule mit hoher Kapazität und SSDs mit hoher Speicherkapazität in letzter Zeit bereits enorme Preissteigerungen erfahren haben und der Preisanstieg nun beginnt, auf das Segment der Grafikkarten durchzusickern.
Eine wichtige Änderung im Vergleich zu ähnlichen Zyklen in der Vergangenheit besteht darin, dass die Speicherhersteller auf einen massiven Nachfrageschub in der Regel mit einer Erhöhung der Produktionskapazitäten reagierten, was jetzt nicht der Fall zu sein scheint: Wenn die Lagerbestände der Hersteller erschöpft sind, werden die Produktionskapazitäten nicht erhöht, zumindest nicht in nennenswertem Umfang, was bedeutet, dass sich die Mangelsituation nicht verbessern wird. Dies ist wahrscheinlich, weil in der Vergangenheit auf zyklische Knappheitsphasen eine massive Überproduktion folgte, die es unmöglich machte, Gewinne zu erwirtschaften, und die Speicherhersteller in eine besonders schwierige Lage brachte - ein Fehler, den sie jetzt anscheinend vermeiden wollen. Mit der Zeit wird sich natürlich zeigen, welche Hersteller die Ausnahmen sein werden und in welchem Umfang die Kapazitäten letztendlich erhöht werden.
Besonders interessant ist, dass dies nur bei den oben genannten Speichertypen für den Verbrauchermarkt der Fall sein wird, wobei der Hersteller eine Kapazitätserweiterung für HBM- und SoCAMM-Speicher plant, die massiv nachgefragt werden, mit hohem Gewinn verkauft werden können und dank des KI-Fiebers typischerweise viel mehr von diesen Produkten verkaufen. Wahrscheinlich sind die Marktteilnehmer zuversichtlich, dass das KI-Fieber noch lange anhalten wird, obwohl viele Analysten bereits die Alarmglocken läuten lassen, da sie glauben, dass das derzeitige Entwicklungstempo längerfristig einfach nicht tragbar ist.
Wie lange das KI-Fieber auch andauern mag, die Speicherhersteller scheinen alles zu tun, um aus dem derzeitigen Nachfrageschub möglichst viel Profit zu schlagen. Sk hynix hat bereits begonnen, zusätzliche EUV-Maschinen zu kaufen, die in den kommenden Quartalen in Produktion gehen könnten. In den nächsten zwei Jahren könnten 20 Low NA EUV-Produktionsmaschinen in Betrieb genommen werden, um HBM-Speicherchips und Speicherchips für fortschrittliche Datenspeicherung zu produzieren. Der Verbrauchermarkt wird von dieser Kapazitätserweiterung überhaupt nicht profitieren und wird weiterhin einen Engpass darstellen.
Nicht alle Speicherhersteller folgen dem Beispiel von SK hynix. Samsung beispielsweise plant Berichten zufolge, einen Teil seiner NAND-Produktionskapazitäten auf die normale DRAM-Produktion umzustellen, um zu versuchen, das Produktionsvolumen herkömmlicher DRAM-Chips zu erhöhen und so die Speicherknappheit etwas zu verringern.