Das Management von MSI hielt kürzlich ein Briefing für Investoren ab, bei dem viele interessante Fakten präsentiert wurden. Laut Money UDN wird das Unternehmen die Preise im Gamer-Segment in naher Zukunft um 15 % bis 30 % anheben, um den Herausforderungen der niedrigeren Versandgebühren zu begegnen. Die Preiserhöhung wird zu höheren durchschnittlichen Verkaufspreisen führen, während gleichzeitig der Schwerpunkt auf profitableren Segmenten liegen wird, mit weniger Aufmerksamkeit für das Einstiegsproduktangebot.
Die Situation ist nicht rosig, so sehr, dass die MSI-Verantwortlichen sagen, dass 2026 das bisher schwierigste Jahr in Bezug auf die Herausforderungen ist. Neben den durch die Speicherkrise verursachten Preissteigerungen bei DRAM und SSD stellt auch die Tatsache, dass Nvidia etwa 20 % weniger Grafikprozessoren ausliefert als benötigt - was natürlich die Anzahl der von MSI verkauften Grafikkarten begrenzt - eine große Herausforderung dar. Dies könnte dazu führen, dass der gesamte PC-Markt in diesem Jahr um 10 % bis 20 % schrumpft. So lautet zumindest die aktuelle Prognose des MSI-Teams - ein wesentlich düstereres Bild als die bisherigen Prognosen der Analysten, die von einem Umsatzrückgang von etwa 10 % ausgingen.
Um die Speicherkrise zu überstehen, versucht das Unternehmen, seine langjährigen Beziehungen zur Industrie zu nutzen: Es hat langfristige Partnerschaften mit einer Reihe von Partnern, darunter Micron, Samsung und SK Hynix, und auch taiwanesische Speicherhersteller sind im Portfolio vertreten, darunter Nanya Technology.
MSI plant, seine Strategie in naher Zukunft zu ändern, um seine Bruttomarge zu schützen, d. h. sich weniger auf Einstiegsprodukte und mehr auf die höherwertigen Produkte zu konzentrieren, die eine bessere Rentabilität aufweisen. Bisher machten Einsteigerprodukte etwa 30 % des Portfolios des Unternehmens aus, aber von nun an wird sich der Schwerpunkt auf Mittelklasse- und High-End-Produkte verlagern, wobei der Fokus unter anderem auf GeForce RTX 5060 und GeForce RTX 5070 sowie deren High-End-Pendants liegt.
Die core Marktpläne werden ebenfalls geändert, da die Speicherpreise in den letzten Quartalen erheblich gestiegen sind. Nach Angaben des Managements lag der Preis für 16 GB Arbeitsspeicher im zweiten Quartal des letzten Jahres noch bei hohen 40 US-Dollar, während er in diesem Jahr auf 170 bis 180 US-Dollar und manchmal sogar auf 200 US-Dollar gestiegen ist. Aufgeschlüsselt nach Speicherstandards bedeutet dies, dass DDR4 16-GB-Module in der Regel 110-120 $ kosten, während DDR5 16-GB-Module in der Regel 170-180 $ kosten. Das Unternehmen kehrt das bisherige Verhältnis aufgrund von Preisänderungen um: Bisher wurden DDR5- und DDR4-Produkte im Verhältnis von 8:2 verkauft, aber von nun an wird das Verhältnis 2:8 sein, was bedeutet, dass das Unternehmen versucht, als Reaktion auf die Marktkräfte mehr DDR4-Motherboards zu verkaufen.
Offizielle Stellen gaben auch bekannt, dass sie einen Sicherheitsbestand von 1-2 Monaten an Speicher haben und machten deutlich, dass das Unternehmen nicht auf die Jagd nach Einstiegsmengen gehen wird. Das Unternehmen plant jedoch, sich stärker auf den Servermarkt zu konzentrieren, für den es in den nächsten 3 bis 5 Jahren ein jährliches Umsatzwachstum zwischen 50 % und 100 % prognostiziert, was sich nicht schlecht anhört - es könnte einen Teil der Schwäche des PC-Marktes ausgleichen.