Motorola spielte mit dem Moto 360-Modell – das als erstes über ein rundes Display verfügte – eine Vorreiterrolle im Bereich der „ “-Smartwatches – noch in der Ära von Android Wear –, stellte die Entwicklung dieser Geräte jedoch nach einiger Zeit vollständig ein. Nach einer langen Pause kehrte das Unternehmen mit günstigeren Lösungen auf den Markt für tragbare Geräte zurück und bringt nun einfachere Produkte auf den Markt; nun ist es jedoch an der Zeit, sich auch im Premium-Segment zu beweisen.
Auf der IFA stellte das Unternehmen die Modelle „ “, „Moto Watch“ und „ “ Ultra vor, die nun rund sind und zwar ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, dabei aber einen größeren Schwerpunkt auf herausragende Funktionalität legen. Dank Wear OS 6 ermöglicht das Gerät den direkten Zugriff auf Dienste wie YouTube Music, Google Maps, Google Messages oder Gemini. Je nach Bedarf lassen sich zahlreiche Apps auf dem Gerät installieren, und es ist die erste Smartwatch, die den Zugriff auf den von den Ingenieuren von Lenovo und Motorola entwickelten Assistenten Qira MI ermöglicht.
Die Moto Watch Ultra kommt in einer einzigen Größe in den Handel und verfügt über ein rundes 1,5-Zoll-Display. Dieses Design ist bei Motorola aufgrund seiner Vergangenheit fast schon ein Muss. Es handelt sich um ein „Zifferblatt“ mit pOLED-Technologie, das eine Helligkeit von 2.700 Nits erreichen kann. Das Gerät unterstützt auch den Always-On-Modus, was natürlich zu einer drastischen Verkürzung der Akkulaufzeit führt. Das Display hat eine Auflösung von 466 x 466 Pixeln und kann bis auf 1 Hz heruntergeregelt werden, während es standardmäßig mit 60 Hz läuft.
Eine Besonderheit der Moto Watch Ultra ist, dass sie in Zusammenarbeit mit Polar entstanden ist. Der traditionsreiche Sportuhrenhersteller verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bereich der Fitnessgeräte, und das neue Modell nutzt den Polar-Algorithmus bei der Verarbeitung der Gesundheitsdaten, die das Gerät rund um die Uhr fleißig sammelt. Natürlich stehen zahlreiche Sportmodi zur Verfügung: Die Uhr verfolgt Aktivitätsziele, vergibt Punkte, warnt bei Inaktivität, verfolgt die Schlafzyklen und erfasst auch das Energieniveau des Trägers.
Die Moto Watch Ultra nutzt den von Qualcomm gelieferten Snapdragon W5+ Gen 1-Systemchip. Dieser wurde bereits 2022 vorgestellt; es hätte deutlich bessere und neuere Optionen gegeben. Der Arbeitsspeicher beträgt nach den vorliegenden Informationen 2 GB, beim Speicherplatz kann man mit 32 GB rechnen.
Die Konnektivitätsfunktionen des Geräts sind recht gut: Es verfügt über ein Mobilfunkmodem und unterstützt 4G LTE – glücklicherweise über eine integrierte SIM-Karte. Außerdem verfügt es über WLAN nach dem 802.11n-Standard, ein Bluetooth 5.3-Modul, einen Dual-Band-A-GPS-Empfänger sowie einen NFC-Chip. Das Gerät eignet sich auch zur Abwicklung von Anrufen und verfügt hierfür über einen Lautsprecher und ein Mikrofon.
Die Oberfläche der Uhr wird durch Gorilla Glass 3 geschützt, sie verfügt jedoch nicht über einen Saphirglas-Schutz. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl; an der Seite befinden sich eine Krone und eine Taste, mit denen sich Wear OS ebenfalls bedienen lässt. Die Moto Watch Ultra ist etwas größer als 46 Millimeter, sodass sie keinesfalls auf eine weibliche Zielgruppe ausgerichtet ist. Sie wiegt 51 Gramm und ragt – abgesehen von der Sensorgruppe – 12,1 Millimeter aus der Ebene heraus.
Die Smartwatch hat die IP68-Zertifizierung erhalten, was sie angesichts der Tatsache, dass sie einem Druck von 5 ATM standhält, mühelos erfüllt. Je nach Ausführung wird das neue Modell mit Leder- oder Silikonarmband in den Handel kommen. Das Armband des Produkts lässt sich einfach austauschen und kann mit jedem Armband der passenden Breite (22 mm) verwendet werden. Der Besitzer des Geräts kann es nach Belieben wechseln und das Armband sogar an seine Kleidung anpassen.
Die Betriebsdauer bei aktiver Nutzung liegt bei etwa 2 Tagen, doch dank der wirklich leistungsstarken Schnellladefunktion reichen bereits 15 Minuten aus, um den Akku für 24 Stunden zu laden. Es reicht also aus, die Uhr regelmäßig während des täglichen Duschens oder Zähneputzens ans Ladegerät anzuschließen, und an diese Routine kann man sich gewöhnen – natürlich wäre es besser, wenn man sie nur alle zwei Wochen aufladen müsste, aber dafür bietet Motorola Modelle mit RTOS-System an.
Die Moto Watch Ultra wird nach aktuellem Stand in den USA 350 Dollar netto kosten, in Europa könnte sie zu einem Bruttopreis von 430 Euro auf den Markt kommen. Der internationale Vertrieb soll irgendwann „in den nächsten Wochen“ beginnen.