AMD hat einen weiteren wichtigen Auftrag erhalten: Diesmal gab Microsoft bekannt, dass es in großem Umfang die von AMD entwickelten Helios-KI-Server einsetzen wird, die auf den EPYC-Serverprozessoren auf Basis der ZEN-6-Architektur sowie auf den KI-Beschleunigern der MI455X-Serie basieren, wodurch eine optimale Beschleunigung von KI-Aufgaben und allgemeinen Arbeitsabläufen gewährleistet wird. Für AMD ist diese Vereinbarung ein weiterer Beweis dafür, dass das Unternehmen leistungsstarke Hardware herstellt und in Bezug auf die Entwicklung und deren Tempo den richtigen Kurs verfolgt.
Microsoft plant, die AMD-Helios-Racks für verschiedene Zwecke einzusetzen: Zum einen sollen sie zur Beschleunigung und Ausführung interner Arbeitsabläufe dienen; zum anderen werden sie auch zur Bereitstellung der Azure-Dienste für Kunden genutzt. Eine sehr wichtige Information wäre, wie viele Helios-Racks Microsoft genau kauft, aber es würde auch ausreichen zu wissen, in welcher Größenordnung AMD Aufträge erhalten könnte – beides würde zeigen, welchen Fortschritt die Vereinbarung mit sich bringen könnte. Leider haben weder Microsoft noch das AMD-Team diese Daten der Öffentlichkeit preisgegeben; sie haben nicht einmal verraten, welche Gesamtleistung die von Microsoft bestellte Hardware aufweist.
Wie dem auch sei, ist diese Vereinbarung ein hervorragendes Beispiel dafür, dass das Unternehmen auf dem Markt für KI-Beschleuniger und KI-Server gut aufgehoben ist, wo es bereits mehrere wichtige und bedeutende Partnerschaften mit großen Unternehmen wie OpenAI oder Meta geschlossen hat. Die Marktdominanz von Nvidia ist natürlich erdrückend: Das Unternehmen beherrscht souverän den Markt für KI-Beschleuniger und komplette KI-Server, was zum großen Teil darauf zurückzuführen ist, dass seine Produkte sowohl in Bezug auf Leistung als auch auf Energieeffizienz wettbewerbsfähig sind, und es ist auch nicht zu vernachlässigen, dass das CUDA-Framework den Servermarkt im Wesentlichen bereits vollständig durchdrungen hat, sodass es schwierig ist, mit ihm zu konkurrieren.
Die Helios-KI-Server werden gegen die NVL72-Server der Nvidia Vera Rubin-Serie antreten, und ihre Markteinführung könnte noch in diesem Jahr erfolgen. In den Helios-Racks kommen insgesamt 72 KI-Beschleuniger vom Typ AMD Radeon Instinct MI455X zum Einsatz, die über insgesamt 31,1 TB HBM4-On-Board-Speicher verfügen. Die GPUs sind in der Lage, bei FP8-Operationen eine Rechenleistung von bis zu 1,4 ExaFLOPS zu erreichen, während bei FP4-Operationen sogar eine Rechenleistung von bis zu 2,9 ExaFLOPS möglich ist.
Die Kommunikation innerhalb des Racks erfolgt mit einer ausreichend hohen Datenübertragungsbandbreite, da Geschwindigkeiten von rund 260 TB/s erreicht werden können, während die Racks nach außen hin dank der UALink-over-Ethernet-Unterstützung mit einer Bandbreite von bis zu 43 TB/s kommunizieren können. Die interne Kommunikationsbandbreite liegt in etwa auf dem Niveau der auf Nvidia Vera Rubin basierenden NVL72-Racks, während die externe Kommunikationsbandbreite etwa doppelt so hoch ist wie die der Vera Rubin-basierten Racks. Wie wettbewerbsfähig die Lösungen von AMD in der Praxis tatsächlich sind, wird sich natürlich erst später anhand der ersten unabhängigen Tests zeigen.
Dank der Zusammenarbeit zwischen AMD und Microsoft werden im Rahmen von Azure zwei neue Kategorien virtueller Maschinen verfügbar sein, von denen sich HDv2 auf Arbeitsabläufe im Zusammenhang mit Agent-KI konzentriert, während HVx2 auf Design-Workflows in der Halbleiterindustrie ausgerichtet ist. Die Beschleunigung der Netzwerkkommunikation und der Datenverarbeitung wird durch die AMD Pensando DPUs unterstützt, sodass in zahlreichen Bereichen von den Entwicklungen von AMD profitiert werden kann.
Was die konkreten Pläne angeht, werden auf der bereits angekündigten „Advancing AI“-Veranstaltung von AMD sicherlich weitere Details bekannt gegeben – sollte dies der Fall sein, werden wir darüber berichten.