Mustafa Suleyman, Leiter der KI-Abteilung von Microsoft, hat kürzlich in einem Interview mit der Financial Times einige überraschende Aussagen gemacht, die auch in einem YouTube-Video zu sehen sind. Der Experte geht davon aus, dass dank künstlicher Intelligenz die meisten Angestelltenjobs künftig nicht mehr von Menschen, sondern von KI übernommen werden.
In dem Gespräch ging es um grundlegende große Sprachmodelle, künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) und viele andere Themen, darunter auch humanistische Superintelligenz. Der Experte glaubt, dass KI in der Lage sein wird, in vielen, wenn nicht sogar in allen Berufsfeldern Leistungen auf menschlichem Niveau zu erbringen. Dies könnte dazu führen, dass KI einen großen Teil der Arbeit in den Bereichen Recht, Buchhaltung, Projektmanagement oder sogar Marketing übernehmen kann, was bedeutet, dass viele Stellen in diesen Bereichen in den nächsten 12 bis 18 Monaten von KI-Modellen und nicht von Menschen besetzt sein werden.
Diese Vision deckt sich mit den Vorhersagen führender Persönlichkeiten wie dem CEO von Anthropic, Dario Amodei, der sagte, dass KI innerhalb von fünf Jahren im Wesentlichen alle Angestelltenjobs auf Einstiegsebene ersetzen wird. Auch Jim Farley von Ford teilt diese Ansicht und sagt, dass viele Angestelltenjobs durch KI statt durch herkömmliche Arbeitskräfte besetzt werden. Auch Forscher haben sich mit dem Thema befasst und eine ominöse Simulation erstellt: Laut MIT-Wissenschaftlern könnte KI 11,7 % der US-Arbeitskräfte in einer ganzen Reihe von Branchen ersetzen, nicht nur in der Technik.
Viele sind mit diesen allzu optimistischen Visionen nicht einverstanden. Während im vergangenen Jahr offenbar mehrere Arbeitsplätze aufgrund von KI verloren gegangen sind, sind einige Forscher der Meinung, dass nicht KI, sondern eine schlechte Unternehmensleistung, die auf die übertriebenen Fähigkeiten von KI zurückgeführt wird, die Schuld daran trug. In einer anderen MIT-Studie wurde festgestellt, dass der Einsatz generativer KI auf Unternehmensebene in 95 % der Fälle keine messbaren Auswirkungen auf die Verluste oder Gewinne eines Unternehmens hatte, und 55 % der Führungskräfte gaben an, dass sie keine Verbesserung durch den Einsatz von KI-Tools feststellen konnten.
Trotzdem glaubt der Leiter der KI-Abteilung von Microsoft, dass KI in fast jeder Anwendung eingesetzt werden kann. Er glaubt, dass Milliarden digitaler Köpfe geschaffen werden können und dass die Erstellung individueller Modelle so einfach sein wird wie die Aufnahme eines Podcasts oder das Schreiben eines Blogbeitrags. In der Praxis wird es möglich sein, KI-Modelle zu erstellen, die den Bedürfnissen jeder Organisation, jedes Unternehmens oder jeder Person gerecht werden können.
Das Thema ist recht heikel und wirft eine Reihe von Fragen auf - die Wahrheit mag irgendwo zwischen allzu optimistischen und allzu pessimistischen Vorhersagen liegen.