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MICRON HAT LANGFRISTIGE VERTRÄGE IM WERT VON 100 MILLIARDEN DOLLAR ABGESCHLOSSEN – MAN HAT KEINE AHNUNG, WANN DIE SPEICHERKRISE ENDEN KÖNNTE

Inmitten dieser großen Unsicherheit versuchen die Kunden, ein wenig Sicherheit in die Gleichung zu bringen: Sie schließen mehrjährige Verträge mit dem Speicherhersteller ab, um sich die für ihre Produkte benötigte Menge an Speicherchips zu sichern.
J.o.k.e.r
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Micron hat langfristige Verträge im Wert von 100 Milliarden Dollar abgeschlossen – man hat keine Ahnung, wann die Speicherkrise enden könnte

Micron scheint gerade seine Geschäftsstrategie zu ändern: Die Unternehmensleitung hat erkannt, dass die Kunden die Verfügbarkeit der für ihre Produkte benötigten DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips auch langfristig sichern möchten, wodurch ihr Geschäftsbetrieb berechenbarer und nachhaltiger wird und sie ihre Pläne effizient umsetzen können. Da DRAM- und NAND-Flash-Chips aufgrund der Speicherkrise mittlerweile nicht mehr nur einfache Komponenten, sondern strategisch wichtige Ressourcen sind, versuchen auch die Kunden, vorausschauender zu planen – selbst wenn dies eine längerfristige Bindung und für den Speicherhersteller günstigere Preise zur Folge hat.

Langfristverträge (LTA) sind bei den Kunden offenbar so beliebt geworden, dass Micron in der letzten Zeit nicht weniger als 16 solcher Verträge abschließen konnte, von denen 14 bereits mit konkreten finanziellen Verpflichtungen verbunden sind, und zwar mit einem Gesamtwert von rund 100 Milliarden Dollar. Micron bezeichnet diese Verträge als SCA, also „Strategic Customer Agreements“, doch das Konzept ist dasselbe: Die Parteien legen für mehrere Jahre im Voraus ein Mindestbestellvolumen fest, das mit konkreten Preisen verbunden ist, und vereinbaren zudem, wann und in welcher Höhe das Unternehmen eine Anzahlung oder eine sonstige finanzielle Verpflichtung verlangt. Die Kunden können die Vereinbarung natürlich nach oben hin anpassen, was das Volumen betrifft; dies kann sich jedoch auch auf die Preisgestaltung auswirken, und die Möglichkeit einer Anpassung hängt zudem davon ab, ob gerade ausreichende Kapazitäten zur Verfügung stehen, um die zusätzliche Bestellung des Kunden zu bedienen.

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Laut Micron gehören zu den 16 langfristigen Vereinbarungen vier sehr große und drei mittelgroße Kunden, was zeigt, es gelungen ist, Verträge in beträchtlicher Höhe mit Branchenakteuren abzuschließen, die sich zuvor nicht für mehrere Jahre durch eine langfristige Vereinbarung an einen Hersteller binden wollten, nun aber aufgrund der Speicherkrise eine Strategieänderung vornehmen mussten.

Aufgrund der Verträge über langfristige Vereinbarungen kann Micron mit Vorauszahlungen in Höhe von 22 Milliarden Dollar von den Vertragspartnern rechnen; im Gegenzug erhalten diese unter den vertraglich festgelegten Bedingungen einen im Vergleich zur aktuellen Lage stabileren Zugang zu den benötigten Speicherchips, soweit es die verfügbaren Produktionskapazitäten betrifft. Allgemeine LTAs haben in der Regel eine Laufzeit von fünf Jahren, während mit Kunden aus der Automobilindustrie in der Regel langfristige Verträge mit einer Laufzeit von drei Jahren abgeschlossen werden.

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Auch der Micron-Chef ging auf die Lage auf dem Speichermarkt ein. Er geht derzeit davon aus, dass es selbst im Jahr 2027 noch nicht genügend Speicherchips geben wird, um die steigende Nachfrage zu decken; die Situation könnte sich erst ab 2028 verbessern, allerdings nur schrittweise. Derzeit gibt es keine eindeutigen Anzeichen dafür, wann sich das Gleichgewicht zwischen den Produktionskapazitäten der Speicherhersteller und der Nachfrage wiederherstellen könnte; daher ist die Prognose nicht mehr als eine Vermutung, da die Entwicklung der Marktprozesse derzeit nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden kann.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Partner zunehmend bereit sind, langfristige Vereinbarungen abzuschließen, da sie damit in die unsichere Lage etwas Sicherheit bringen können, auch wenn sie auf diese Weise nicht unbedingt so viele Speicherchips beschaffen können, wie tatsächlich nachgefragt würden. Die LTAs machen übrigens einen erheblichen Anteil am Umsatz von Micron aus: Im DRAM-Bereich machen sie etwa 20 % des für den Zeitraum zwischen 2026 und 2030 erwarteten Gesamtumsatzes aus, während sie im NAND-Flash-Bereich bereits einen Anteil von 33 % haben – und dies sind wahrscheinlich noch nicht die endgültigen Zahlen, da sich noch weitere Kunden anschließen könnten, um ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber ihren Konkurrenten auch langfristig zu sichern.

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