KI ist heutzutage ein sehr populäres und heißes Thema. Die Akteure der Industrie versuchen zunehmend, KI in ihre Prozesse zu integrieren, und auch in Produkten für den Durchschnittsverbraucher tauchen erste KI-basierte Funktionen auf.
Eine Fortune-Umfrage unter europäischen und US-amerikanischen Unternehmen über den Einsatz von KI zeigt, dass mehr als 6.000 Führungskräfte aus der Wirtschaft der Meinung sind, dass KI noch keine großen positiven Auswirkungen auf die Unternehmensleistung hat. Eine Umfrage des US-amerikanischen National Bureau of Economic Research zeigt, dass etwa 70 % der befragten Unternehmen aktiv KI-basierte Funktionen nutzen, aber mehr als 80 % dieser Gruppe sind der Ansicht, dass KI weder die Produktivität des Unternehmens steigert noch einen positiven Einfluss auf die Beschäftigung hat.
Die Mehrheit der Befragten war der Meinung, dass KI in den nächsten drei Jahren zu einer Produktivitätssteigerung von 1,4 %, einer Verringerung des Personalbestands um 0,7 % und einer Verbesserung der Produktivität um 0,8 % beitragen könnte. Etwa ein Drittel der befragten CEOs gab an, dass sie KI aktiv am Arbeitsplatz einsetzen, allerdings im Durchschnitt nur etwa anderthalb Stunden pro Woche. Ein Viertel der Befragten gab an, KI überhaupt nicht zu nutzen, zumindest noch nicht.
In der Tat steckt der Einsatz von KI in der Wirtschaft noch in den Kinderschuhen, obwohl sie in einigen Bereichen, aber nicht generell, eingesetzt werden kann. Der Prozess ähnelt sehr dem, was mit der Einführung der Computerinfrastruktur in verschiedenen Branchen in den 1970er und 1980er Jahren geschah: Die PC-Computer verlangsamten die Arbeitsprozesse, anstatt sie zu beschleunigen, was zu einem Produktivitätsverlust führte. Das Produktivitätswachstum erreichte zwischen 1948 und 1973 2,9 % pro Jahr, fiel dann aber auf 1,1 % zurück und verbesserte sich erst in den späten 1990er und frühen 2000er Jahren. Bei der künstlichen Intelligenz könnte ein ähnliches Phänomen auftreten. Jüngsten Untersuchungen zufolge kann der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei einzelnen Arbeitnehmern sogar zu Burnout führen.
Die Entwicklung der KI schreitet natürlich weiterhin mit voller Kraft voran, was sich daran zeigt, dass im Laufe des Jahres 2025 etwa 61 % der globalen Risikokapitalinvestitionen, d. h. 258,7 Milliarden Dollar, an Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz gingen. Einige Unternehmen sehen die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung und die Zukunft dieser Technologie so positiv, dass sie davon ausgehen, dass innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate die meisten Einstiegsjobs für Angestellte durch KI-basierte Entwicklungen ersetzt werden könnten, was derzeit noch recht gewagt klingt.
In der Zwischenzeit bauen die großen Akteure der Branche immer neue KI-Rechenzentren, um die Entwicklung immer neuer großer Sprachmodelle und anderer KI-basierter Innovationen sicherzustellen und um zu gewährleisten, dass die darauf aufbauenden Dienste und Softwareprogramme reibungslos funktionieren. Der AI-Boom hat sich auch auf die Preise für verschiedene Hardwarekomponenten ausgewirkt: DDR4- und DDR5-Speichermodule sind erheblich teurer geworden, aber auch die Preise für SSDs, Festplatten und bestimmte Grafikkarten sind aufgrund der durch den AI-Boom ausgelösten Speicherkrise gestiegen. KI hat also Auswirkungen auf fast alle Segmente, aber es scheint, dass verschiedene Unternehmen bisher noch nicht viel Nutzen aus den auf künstlicher Intelligenz basierenden Lösungen zur Produktivitätssteigerung gezogen haben. Dennoch bleibt der Markt zuversichtlich.