Wir haben schon viele verschiedene Produkte von Dyson gesehen; das Unternehmen versucht immer wieder, neue Bereiche zu erschließen – so hat es beispielsweise bereits einen Kopfhörer entwickelt, der mit einem Luftreiniger kombiniert werden kann. Auf der IFA stellte das Unternehmen seine erste Zahnbürste vor, die den Namen „CameraJet“ trägt und dementsprechend mit einer Kamera ausgestattet ist. Von da an dauerte es nicht lange, bis jemand ausprobierte, was das Produkt leisten kann, wenn man damit Fotos oder Videos aufnehmen möchte.
Die Zahnbürste „ “ von Dyson wurde mit einer Kamera ausgestattet, um die Mundpflege effektiver denn je zu gestalten. Die innovative Konstruktion ist in der Lage, Mundwasser mit hohem Druck in die Zahnzwischenräume zu spritzen und so mehr Zahnbelag zu entfernen. Die Kamera dient dazu, dass das Gerät während des Zähneputzens genau erkennen kann, wann die kleinen Wassermengen zwischen die Zähne geleitet werden müssen.
Das Bildgebungssystem der CameraJet-Zahnbürste verfügt über eine Kamera, die speziell für eine kurze Fokusentfernung – also für Makroaufnahmen – ausgelegt ist und einen extrem weiten Blickwinkel hat, sodass sie einen großen Bereich auf einmal erfasst und sich nicht auf einen kleinen Punkt konzentriert. Die Basis des Geräts bildet ein Bildsensor mit einer Auflösung von ca. 100.000 Pixeln, mit dem die Zahnbürste 28 Aufnahmen pro Sekunde machen kann. Diese Bilder werden vom Gerät sofort vor Ort analysiert, da eine extrem geringe Verzögerung für seine Arbeit wichtig ist.
Die Entwickler haben die Kamera direkt unter den Borsten in den Bürstenkopf integriert; außerdem ist eine LED-Lichtquelle daran angeschlossen. Die „Lampe“ ist erforderlich, um für die Bildaufnahme ausreichend Licht im Mundraum zu gewährleisten. Laut Dyson arbeitet die Zusatzbeleuchtung mit einer Frequenz von 257 Hz, was leicht von der Bewegung des Bürstenkopfes abweicht und so eine gute Sichtbarkeit während der Bewegung der Bürste gewährleistet.
Die Zahnbürste kann das Kamerabild auch live auf ein Smartphone übertragen, falls jemand den Zahnputzvorgang von innen heraus kontinuierlich verfolgen möchte. Das ist nützlich, denn wenn man sieht, dass an einer Stelle noch Ablagerungen zurückgeblieben sind, kann man dort mehrmals nachputzen. Mit dieser Funktion lassen sich jederzeit die Aufnahmen der Kamera der CameraJet Zahnbürste abrufen, und genau das hat ein Instagram-Content-Ersteller genutzt, der unter dem Namen „All gear no skill“ aktiv ist.
Der Content-Ersteller, der sich hauptsächlich der Straßenfotografie widmet, hat auf seinem Instagram-Account „ “ ein kurzes Video geteilt, das zeigt, welche Bildqualität die Zahnbürste im Street-Genre liefert. Unser Mann streifte mit der Zahnbürste in der Hand durch die Straßen Kopenhagens. Einige Fotos hat er zudem auf Reddit mit der breiten Öffentlichkeit geteilt. Die Aufnahmen hat er natürlich vergrößert, da man bei normaler Größe (ca. 320 x 311 Pixel) nicht viel davon erkennen könnte.
Eine große Überraschung gibt es eigentlich nicht, die Qualität der Fotos entspricht genau dem, was man sich bei einem 0,1-Megapixel-Sensor vorstellt.
Wie aus der Beschreibung des Unternehmens zu erwarten ist, nutzt das Gerät einen extrem weiten Blickwinkel, wodurch es sich übrigens gut für Straßenaufnahmen eignet. Die Farbwiedergabe der Aufnahmen ist ziemlich seltsam; es ist offensichtlich, dass Farbtreue hier kein Kriterium war. Bei der Entwicklung wurde die Kamera so konzipiert, dass sie ein für den Algorithmus des maschinellen Lernens geeignetes Bild liefert; sie soll die „ Gap Optical Targeting“-Technologie unterstützen.
Die ersten Dyson CameraJet-Zahnbürsten weisen zahlreiche technische Probleme auf – es ist durchaus möglich, dass das Unternehmen alle Produkte zurückrufen wird. Aber zumindest wissen wir nun, welche Möglichkeiten dieses komplexe Produkt für alternative Fotografen und Videografen bietet.