Reisekrankheit kann Menschen nicht nur auf einem Schiff, sondern auch im Auto, im Bus, im Zug oder sogar im Flugzeug befallen. Heutzutage sind davon mehr Menschen betroffen als je zuvor, was darauf zurückzuführen ist, dass die Nutzung von Handys und das Lesen zu den Hauptursachen dafür zählen können.
Reisekrankheit, auch Kinetose genannt, tritt auf, wenn das Gehirn widersprüchliche Informationen über die Position unseres Körpers und dessen Bewegung erhält. Unsere Augen und das Gleichgewichtssystem im Innenohr „mitteilen“ dem Gehirn unterschiedliche Informationen, was zu Verwirrung führt. Normalerweise sehen wir mit unseren Augen die vorbeiziehende Landschaft, und auch unser Gleichgewichtssinn nimmt wahr, dass wir fahren, abbiegen, verlangsamen; wenn wir uns jedoch während der Fahrt in das Lesen vertiefen oder die Zeit mit dem Handy vertreiben, kommt es zu einer Störung im System.
Forscher haben bereits früher herausgefunden, dass sich Reisekrankheit bei Smartphones behandeln lässt; dazu muss das Display neben den konsumierten Inhalten auch Bewegungsinformationen anzeigen.
Im Jahr 2024 kündigte Apple an, dass das „ “ in iOS eine systemweite Lösung hierfür bietet. Unter dem Namen „Motion Cues“ (auf Deutsch: Fahrbewegungsanzeigen) führte das Unternehmen eine Funktion ein, die an beiden Rändern des Bildschirms kleine, sich ständig bewegende Punkte anzeigt. Diese schwarzen Punkte stören den Konsums von Inhalten nicht, bleiben aber auch nicht völlig unbemerkt. Das ist wichtig, denn so nimmt unser Gehirn über die Augen jene Bewegung wahr, die unser Körper ohnehin schon über den Gleichgewichtssinn im Ohr registriert.
Mittlerweile hat sich bestätigt, dass die von Apple eingesetzten Indikatoren für Fahrzeugbewegungen tatsächlich in der Lage sind, das Auftreten von Reisekrankheit zu verhindern, und angesichts dessen hat Google beschlossen, diese Funktion in Android 17 zu integrieren.
Android Authority hat entdeckt, dass auf den Pixel- -Smartphones eine Option namens „Motion Assist“ aufgetaucht ist, die sehr ähnlich funktioniert wie „Motion Cues“ im iOS-Umfeld. Am Rand des Bildschirms erscheinen Punkte, die über allen grafischen Elementen schweben und sich genau so bewegen, wie es der im Gerät integrierte Bewegungssensor wahrnimmt. Legt man das Telefon ab, bleiben die Punkte unbewegt, sitzt man jedoch in einem fahrenden Auto , folgen diese meist exakt der Bewegung des Fahrzeugs: Sie beschleunigen, verlangsamen sich und schwenken bei Bedarf zur Seite.
Den veröffentlichten Screenshots zufolge versucht Google, Apple bei dieser Funktion mit besseren Anpassungsmöglichkeiten zu übertrumpfen. Übrigens liegt es derzeit in allen Bereichen besonders im Trend, Anpassungsmöglichkeiten anzubieten. -Android- n wird es theoretisch möglich sein, die Formen anzupassen, von den Punkten abzuweichen und deren Farbe sowie Transparenz zu variieren.
Auf Android wird es auch einen Schnellschalter für Motion Assist geben, sodass man zur Aktivierung nicht in die Einstellungen gehen muss, sondern lediglich das Schnellkonfigurationsfeld aus der oberen Leiste herunterziehen muss. Der Schalter kann sogar zwei Plätze einnehmen, falls dies für jemanden besonders wichtig ist. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass das Gerät diese Funktion automatisch aktiviert, wenn es erkennt, dass man sich in einem fahrenden Fahrzeug befindet.
Wir wissen nicht, wann genau Google die „Motion Assist“-Funktion flächendeckend einführen wird; derzeit ist sie nur zu Testzwecken auf einigen Pixel-Modellen verfügbar. Wahrscheinlich wird das Unternehmen die Neuerung im Laufe des Herbstes für alle Nutzer aktivieren. Man muss danach im Einstellungsbereich von Google unter dem Benutzerprofil zwischen allen Diensten suchen.