Microsoft-Chef Satya Nadella ist im Zusammenhang mit einem recht interessanten Thema in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt, denn der Experte teilt offenbar die sich immer weiter verbreitende Ansicht, dass cloudbasierte KI-Modelle Risiken für diejenigen Unternehmen darstellen können, die sie nutzen und dabei vertrauliche Daten an die künstliche Intelligenz weitergeben.
Diese Modelle sind in den genannten Fällen im Grunde genommen wie Trojanische Pferde: Sie bieten nützliche Funktionen und können zur Optimierung bestimmter Arbeitsabläufe und Aufgaben beitragen, was die Produktivität des Unternehmens steigern kann; dafür erhält der jeweilige Dienstleister jedoch nicht nur das für die Token gezahlte Geld, sondern die Kunden trainieren das jeweilige Modell auch mit wertvollen Daten. Durch diese Daten kann das jeweilige KI-Modell sein Wissen erweitern, wovon nicht nur das Unternehmen profitiert, das es nutzt. KI-Modelle lernen kontinuierlich daraus, wie sie von den Abonnenten genutzt werden, und auch die von KI-Agenten eingesetzten Werkzeuge tragen zum Wissenszuwachs bei; außerdem sind jene Korrekturen äußerst wichtig, die die Funktionsweise der KI-Modelle optimieren, falls diese nicht ordnungsgemäß funktioniert haben. Aus all dem lernen die KI-Modelle viel, und dieses Wissen verbleibt beim Anbieter, der davon erheblich profitieren kann: Die Konkurrenten der einzelnen Unternehmen könnten dadurch an wertvolles Wissen gelangen, das ein Konkurrent niemals von einem Mitbewerber kaufen könnte.
Das Thema ist ziemlich heikel und verdeutlicht auch eine interessante Veränderung: Immer mehr Unternehmensführungen erkennen, dass der Einsatz von KI-Modellen in geschlossenen Cloud-Umgebungen ein gefährliches Spiel ist, da auch sie die oben genannten Punkte bereits erkannt haben. Laut dem Microsoft-Manager ist es zudem problematisch, dass die Anbieter von KI-Modellen das jeweilige KI-Modell frei anhand öffentlich zugänglicher Daten trainieren dürfen, diese Freiheit jedoch bei der Erforschung der Funktionsweise des Modells bereits eingeschränkt ist, das heißt, die Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Destillation werden stark reguliert. Die Branchenpraxis befindet sich daher im Wandel: Die Akteure öffnen sich zunehmend für Open-Source-Lösungen, in deren Rahmen sie ihre eigenen Daten schützen können, diese LLMs dann entsprechend ihren eigenen Anforderungen nutzen und trainieren können, wodurch sie besser auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten sind, während sensible Daten nicht an einen großen Cloud-Anbieter weitergegeben werden, der später über seine eigenen KI-Modelle davon profitieren könnte.
Laut dem Microsoft-Chef müssen Unternehmen ihre Daten schützen; diese müssen in ihrem eigenen Besitz bleiben, einschließlich der Prompts und des Feedbacks. Dies könne ihrer Meinung nach dadurch erreicht werden, dass sie eigene Lernumgebungen aufbauen, auch in der Cloud – zu diesem Zweck könnten sie auch die Server von Microsoft Azure nutzen. Seiner Meinung nach ist es zudem wichtig, spezielle Ebenen zu schaffen, über die sie steuern können, für welche Aufgaben sie das Modell welches KI-Anbieters nutzen, sodass sie nicht an ein bestimmtes Unternehmen gebunden sind. Zu diesem Zweck wurden bereits sogenannte KI-Gateways entwickelt, die genau diesem Ziel dienen und in Unternehmenskreisen immer beliebter werden.
Eine naheliegendere Lösung könnte der Einsatz von Open-Source-Modellen sein; diese wurden vom Microsoft-Chef jedoch mit keinem Wort erwähnt, obwohl sie immer beliebter werden und für einen Großteil der vom Microsoft-Chef angesprochenen Probleme eine Lösung bieten. Kein Wunder also, dass diese Modelle immer breiter eingesetzt werden und ihr Marktanteil stetig wächst. Experten zufolge werden diese sogenannten „On-Premise“-Modelle, also vor Ort betriebene Open-Source-Modelle, die nächste große Wachstumswelle auslösen.
Es ist natürlich in gewisser Weise paradox, dass ausgerechnet der Microsoft-Chef zu diesem Thema Stellung nimmt, da das Unternehmen sowohl die Entwicklung von Anthropic als auch von OpenAI aktiv unterstützt hat, jetzt aber die Unternehmen dazu drängt, auf ihre eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Modelle zu nutzen und auf ihre Daten zu achten. Ein Motiv dafür könnte teilweise sein, dass durch diesen Aufruf einzelne Unternehmen zur Microsoft-Azure-Infrastruktur gelenkt werden, wo sie ihre eigenen Modelle ausführen können; dennoch gelangen ihre Daten dadurch immer noch auf einen entfernten Server, was in gewisser Weise weiterhin Risiken birgt. Mit der Zeit könnten lokal ausgeführte KI-Modelle die Rolle bei der Automatisierung von Unternehmensabläufen und der Umsetzung verschiedener Entwicklungen übernehmen, da immer mehr Unternehmen erkennen: Es lohnt sich, die eigenen Daten unter eigener Kontrolle zu halten, insbesondere wenn es um wertvolle Wissensdatenbanken oder sensible Unternehmensdaten geht – dies kann sich langfristig auf jeden Fall auszahlen.