Die Intel-Desktop-Prozessoren der Nova-Lake-Reihe, die den Codenamen „Nova Lake-S“ tragen, werden voraussichtlich noch in diesem Jahr vorgestellt – zumindest lassen die bisherigen Gerüchte darauf schließen. An der Spitze des Angebots könnte eine Version mit 52 Prozessorkernen und zwei Compute Tiles stehen, die laut neuesten Meldungen einen PL2-Wert von bis zu 474 W erreichen könnte, was bedeutet, dass sie bei Erreichen der maximalen Turbo-Boost-Taktfrequenz mehr Leistung beanspruchen könnte als jeder bisherige Intel-Gaming-Prozessor. Der Wert von 474 W erinnert typischerweise an die Welt der Desktop-Workstations, in diesem Fall könnte es sich jedoch um ein Modell mit besonders hoher Kernanzahl handeln, das auch hinsichtlich seiner Übertaktungsmöglichkeiten attraktiv ist. Aufgrund früherer Informationen war bereits zu vermuten, dass die Intel Z990-Plattform einen recht hohen Stromverbrauch aufweisen wird, und anhand der aktuellen Indiskretionen lässt sich nun auch erkennen, mit welchem PL2-Wert wir beim Spitzenprozessor rechnen können.
Die auf dem Z990-Chipsatz basierende Intel-Referenzplattform wird voraussichtlich nicht zwei, sondern drei EPS-Stromanschlüsse nutzen, um den Prozessor reibungslos zu versorgen; dafür gab es bereits ein Beispiel, zwar sah der dritte EPS-Stromanschluss auf dem damaligen Mainboard eher wie eine PCIe-Strombuchse aus, doch allem Anschein nach ist das Konzept real. Die High-End-Plattformen, die sich auch hervorragend für Übertaktung eignen, verwenden in der Regel zwei 8-polige EPS-Stromanschlüsse, bei den Z990-Plattformen kann diese Anzahl jedoch auf drei erhöht werden, zumindest bei den absolut hochklassigen Mainboards könnte dies der Fall sein. Die Prozessoren mit 44 und 52 Kernen können natürlich auch von den Modellen mit zwei EPS-Anschlüssen versorgt werden, doch wenn man maximales Übertaktungspotenzial anstrebt, wird aller Voraussicht nach auch der dritte EPS-Anschluss benötigt.
Das Spitzenmodell der Nova Lake-S-Generation orientiert sich am AMD-Konzept, das heißt, auch Intel wechselt – zumindest was die Anordnung der Prozessorkerne betrifft – zum Dual-Chip-Design und kann so eine erhebliche Steigerung der Kernanzahl erzielen. Die Grundlage der Nova Lake-S-Generation bildet ein CPU-Tile mit 28 Kernen, von dem beim Spitzenmodell gleich zwei zum Einsatz kommen – allerdings nicht in der maximalen Konfiguration, sondern in einer Version mit „nur“ 26 Kernen, so ergeben sich insgesamt 52 Prozessorkerne, die gleichberechtigt auf die Komponenten des SoC-Tiles zugreifen können. Das Design würde theoretisch im Laufe der Zeit auch die Veröffentlichung einer Version mit 56 Kernen ermöglichen, doch davon ist bislang noch keine Rede – vielleicht ist es sogar noch zu früh, um so etwas anzudeuten, da die ersten Nova Lake-S-Prozessoren noch nicht einmal auf den Markt gekommen sind.
Zwar wurden die oben genannten Informationen von einer zuverlässigen Quelle bestätigt, dennoch sollte man diese Meldung – wie es bei Gerüchten üblich ist – mit gesunder Skepsis betrachten.