Die 18A-Fertigungstechnologie von Intel hat sich in der letzten Zeit gut bewährt: Die Ausbeute wurde deutlich verbessert, die Fertigung optimiert, und mit der Einführung des neuen Knotens wurde auch die Produktion mehrerer wichtiger Chips aufgenommen. Auch die weiterentwickelten Varianten von 18A sind auf dem besten Weg zur serienreifen Einführung, und die Entwicklung des nächsten vielversprechenden Knoten, 14A, schreitet ebenfalls gut voran. Auch das Interesse am Auftragsfertigungsgeschäft des Unternehmens im Halbleiterbereich nimmt zu, während auf der offiziellen Website still und leise ein interessantes Dokument veröffentlicht wurde, das darauf hindeutet, dass mit der Einführung der 18A-Strukturbreite zwei spezielle, für den Weltraum bestimmte SoC-Einheiten entwickelt werden, die den Betrieb von Satelliten in der Erdumlaufbahn unterstützen können.
Es gibt zwei Prozessoren mit dem Codenamen „Starfire“: Der eine wurde für einen geringen Energieverbrauch optimiert, während der andere auf Leistung ausgelegt ist. Grundsätzlich folgen beide dem gleichen Design, das heißt, beide verfügen über 4 P-Cores und 4 LP-E-Cores, es handelt sich also um SoC-Einheiten mit acht Kernen. Beide verfügen zudem über eine auf der Xe3-Architektur basierende iGPU, die 64 EUs nutzen kann, sowie über eine ausreichend leistungsstarke NPU.
Beim Modell mit geringem Stromverbrauch taktet der P-Core-Teil mit 1 GHz, während der LP-E-Core-Teil mit 850 MHz läuft; bei der auf Leistung optimierten Variante gelten bereits Taktraten von 3,1 GHzP-Core und 2,1 GHz E-Core – dies sind die maximalen Boost-Taktfrequenzen. Auch bei der iGPU gibt es Unterschiede: Bei der auf geringen Stromverbrauch optimierten Variante kann die Taktrate zwischen 800 MHz und 1 GHz liegen, während sie bei der auf Leistung ausgelegten SoC-Einheit bis zu 2 GHz reicht. Auch die Leistung der NPU variiert: Bei der schnelleren Version sind 75 TOPs zu erwarten, während das langsamere Modell eine Rechenleistung von 45 TOPs bietet. Die SoC-Einheiten, die in einem Temperaturbereich zwischen -55 und +125 Grad Celsius betrieben werden, unterscheiden sich natürlich auch hinsichtlich der TDP: d. h., die auf geringen Stromverbrauch ausgelegte Variante hat eine TDP von 10 W, während die auf Leistung optimierte Version eine TDP von 35 W aufweist.
Da diese SoC-Einheiten in erster Linie für die Raumfahrtindustrie entwickelt wurden und vor allem an Bord von für den Weltraum bestimmten Geräten zum Einsatz kommen werden, wurden sie natürlich gegen die negativen Auswirkungen ionisierender Strahlung sowie hochenergetischer Teilchen geschützt, und verfügen daher auch über TID-, SEE- und SEL-Zertifizierungen. Der Schutz vor Strahlung ist von entscheidender Bedeutung, da ohne ihn die Datenintegrität nicht gewährleistet werden kann, und es kann sogar vorkommen, dass sich der Wert einzelner Bits durch ein hochenergetisches Teilchen ändert, was sich neben der Datenintegrität auch negativ auf die Genauigkeit der Berechnungen auswirken kann. Gleichzeitig ist es wichtig, einen breiten Betriebstemperaturbereich zu gewährleisten, der auf der Grundlage der oben genannten Punkte einen ausreichend großen Bereich abdeckt.
Die ersten Musterexemplare der Intel Starfire-Prozessoren sollen den Kunden noch im Laufe des dritten Quartals zur Verfügung stehen; der Hersteller hat jedoch nicht bekannt gegeben, welche Partner die neuen Produkte nutzen dürfen.