Künstliche Intelligenz ist heute in so vielen Bereichen des Lebens präsent, dass es den Menschen gar nicht mehr auffällt. In den sozialen Medien hat sich in den letzten Jahren die Zahl der mit KI erstellten Profile stark vermehrt; diese geben sich in vielen Fällen als echte Menschen aus und können so echte Nutzer täuschen.
Auf Instagram tauchten bereits vor Jahren die ersten KI-basierten Influencer auf, und in letzter Zeit hat sich ihre Zahl außerordentlich vervielfacht. In diesem Jahr haben sich bereits immer mehr Artikel mit diesem Phänomen befasst, und nun sind endlich erste Veränderungen in diesem Bereich in Gang gekommen. Es sieht so aus, als würde Instagram konkrete Schritte unternehmen, um innerhalb der Plattform transparenter zu machen, was echt ist und was lediglich von künstlicher Intelligenz erstellt wurde.
Zuvor gab es auf Instagram bereits ein KI-Label, den „AI Creator“, doch laut Beschreibung konnte dieses bei jedem Profil erscheinen, das ein Bild geteilt hatte, das mit künstlicher Intelligenz manipuliert worden war. Daraus ging also nicht hervor, ob in einem bestimmten Fall die gesamte Person von künstlicher Intelligenz erschaffen wurde. Künftig wird der Dienst nun den Hinweis „AI-generated profile“ bei den Konten anzeigen, hinter denen generative KI steht.
Die Plattform führt die neue Entwicklung mit einer Mitteilung ein, die den Anschein erweckt, als sei es für sie eine Überraschung, dass Menschen Transparenz wünschen und es nicht mögen, wenn sie durch den Einsatz künstlicher Intelligenz getäuscht werden. Dabei ist das keine große Überraschung, denn im Grunde spielt sich dieser Prozess überall dort ab, wo mit KI „gefälschte“ Inhalte auftauchen. Dabei geht es nicht nur um Bilder, sondern zum Beispiel auch um Spotify, wo gerade die Stigmatisierung von durch künstliche Intelligenz erzeugten Songs und Interpreten stattfindet.
„Wir haben gehört, dass es den Nutzern nicht gefällt, wenn sie auf einem Profil eine Person sehen, die wie ein Mensch aussieht, und sich später herausstellt, dass die abgebildete Person von KI generiert wurde“, schrieb Instagram in seinem aktuellen Blogbeitrag. „Sie möchten wissen, ob auf einem Profil eine von künstlicher Intelligenz generierte Person zu sehen ist.“
Glücklicherweise gibt es viele Accounts, die transparent darauf hinweisen, dass auf den Bildern eine durch künstliche Intelligenz erzeugte Person zu sehen ist, doch gegen diejenigen, die sich dazu nicht äußern wollen, wird eine Hetzjagd gestartet. Stellt die Plattform fest, dass alle hochgeladenen Bilder von künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet wurden, versucht sie, diese künftig einer gesonderten Überprüfung zu unterziehen. Stellt sich heraus, dass ein durch KI generierter Influencer auf den Aufnahmen zu sehen ist, der Urheber dies jedoch nicht gemeldet hat, muss er mit Einschränkungen rechnen.
Wer bei seinen registrierten Konten nicht für die Kennzeichnung „AI-generated profile“ sorgt, dessen Inhalte werden in keiner Empfehlung mehr angezeigt. Das System zeigt die Reel-Videos nicht denjenigen an, die diesen nicht folgen, und sie werden auch aus dem Bereich „Entdecken“ ausgeschlossen. Die Ersteller haben die Möglichkeit, Einspruch einzulegen, doch Instagram bietet diese Option nur an, damit der Fall einfacher geklärt werden kann, falls jemand versehentlich eingeschränkt wird.
Sofern Transparenz gewährleistet ist, erhalten KI-generierte Inhalte grünes Licht. Es wird also weiterhin nicht möglich sein, mit künstlicher Intelligenz generierte Bilder und Videos zu umgehen, aber zumindest wird auf der Plattform deutlicher gekennzeichnet, dass es sich um KI-Inhalte handelt, und es lässt sich leicht überprüfen, ob die gesamte „Person“ das Werk der künstlichen Intelligenz ist.