Im vergangenen Jahr hat der YouTuber Christian Simpson die Commodore International Corporation (CIC) erworben, die Inhaberin der ursprünglichen Marke „Commodore“ ist. Der Content-Ersteller plant, mehrere verschiedene Produkte unter diesem nostalgischen Namen auf den Markt zu bringen, und der Callback 8020 ist bereits das Ergebnis dieser Bemühungen.
Im Juli 2025 haben auch wir darüber berichtet, dass die Commodore-Marke erworben hat, doch damals war noch nicht abzusehen, was aus dieser Übernahme werden würde. Heute lässt sich jedoch bereits sagen, dass Christian Simpson nicht zulassen will, dass dieser Name, der bei vielen schöne Erinnerungen weckt, ungenutzt bleibt. C64-Computer sind bereits erhältlich, und nun hat das Unternehmen ein Mobiltelefon auf den Markt gebracht.
Das Callback 8020 ist ein Klapphandy, das die Designer wirklich extravagant gestaltet haben. Die ausklappbare Form allein reichte nicht aus: Je nach Ausführung wurde das Ganze in eine durchsichtige Hülle aus farbigem Kunststoff gehüllt, und das Design wurde sogar mit RGB-LEDs „aufgepeppt“. Mehr Retro-Elemente könnte man kaum unterbringen, und wem das zu viel ist, der kann sich auch für schlichtere Farben entscheiden.
Auch das Display des Geräts versetzt einen in die Vergangenheit, denn im Inneren befindet sich ein 3,25-Zoll-Panel mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln. Auf der Außenseite befindet sich zudem ein 1,77-Zoll-Display, das diesmal vor allem dazu dient, die genaue Uhrzeit und den Akkustand zu überprüfen. An Bord befindet sich der von MediaTek entwickelte Helio G81-Systemchip, was bereits darauf hindeutet, dass es sich nicht um ein völlig billiges, klassisches „ “-Handy handelt. Das Callback 8020 verfügt zudem über 4 GB RAM und 64 GB Speicherplatz.
Es läuft zwar nicht mit Android, kann aber die meisten Android-Apps starten und ausführen. Hier kommt das von der europäischen Firma Jolla entwickelte Sailfish OS zum Einsatz, das die Kompatibilität mit Android Runtime gewährleistet. Die Entwickler bieten werkseitig keine Social-Media-Apps, keinen Browser, kein E-Mail-Programm und keine weiteren Extras an. Sie sind der Meinung, dass das Callback 8020 gut für diejenigen geeignet sein könnte, die ihre Handyabhängigkeit eindämmen wollen. Allerdings werden beispielsweise Spotify oder Uber sowie andere Dienste verfügbar sein, die „den Menschen keine Zeit rauben“.
Die technischen Daten weisen auch einige überraschend ansprechende Aspekte auf: So ist die Kamera beispielsweise nicht ganz so einfach gehalten, sondern nutzt einen 48-Megapixel-Sensor von Sony, der einen schnellen und präzisen Autofokus gewährleistet, und verfügt zudem über einen LED-Blitz. Zum Musikhören gibt es eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, an die ein „DAC in Audiophile-Qualität“ angeschlossen ist, um das bestmögliche Musikerlebnis zu erzielen. Das Commodore-Handy verspricht HD-Audio und bietet zudem Zugang zu FM-Radio.
Das Callback 8020 ist 4G-LTE-fähig und verfügt neben der bereits erwähnten Radiofunktion über WLAN, ein Bluetooth-Modul sowie einen A-GPS-Empfänger für Ortung und Navigation. Das Mobiltelefon wurde sogar mit einer klassischen Antenne ausgestattet, die für das Retro-Design fast unverzichtbar ist – leider lässt sich die Antenne jedoch nicht ausfahren, obwohl das das Tüpfelchen auf dem i wäre. Das Gerät wird standardmäßig mit deaktiviertem Touchscreen ausgeliefert und muss über die Tasten bedient werden, die eine ganz klassische Anordnung aufweisen.
Das Besondere an diesem Produkt ist, dass der Akku ganz einfach und von jedem ausgetauscht werden kann – er lässt sich im Handumdrehen herausnehmen. Ein Wermutstropfen ist jedoch, dass die Kapazität nur 1550 mAh beträgt, sodass das Gerät auch in dieser Hinsicht ziemlich retro ist. Zum Glück muss man es nicht alle halbe Tage aufladen, da man aufgrund des Fehlens alltäglicher Apps ohnehin nicht ständig darauf herumhängen wird.
Der Commodore Callback 8020 wird netto 500 Dollar kosten, und es gibt sogar noch teurere Varianten. Die blau-transparente Variante kostet 550 Dollar, und es geht sogar noch weiter nach oben: Die Founders Edition ist bereits für 640 Dollar in Gold erhältlich, und die spezielle Commodore-Taste ist mit echtem 24-Karat-Gold überzogen. Die Auslieferung soll nach aktuellen Plänen im vierten Quartal beginnen.