Der NASA-Rover Perseverance hat nach Angaben von Planetenforschern mögliche Anzeichen für uraltes Leben auf dem Mars gefunden und ist damit der bisher stärkste Beweis für Leben auf dem Mars. Die Forscher erklärten kürzlich auf einer Konferenz, dass es sich bei den dunkel umrandeten "Leopardenflecken", die auf den vom Rover im letzten Jahr untersuchten Felsen zu sehen waren, um Spuren von mikrobieller Aktivität auf dem Mars handeln könnte.
Die Ankündigung ist jedoch voller Spekulationen. In der Tat sehen die Flecken den von Mikroben auf der Erde erzeugten Flecken sehr ähnlich, aber sie könnten auch ohne die Hilfe von lebenden Organismen entstanden sein. Auch wenn die Forscher noch nicht ganz verstehen, welche chemischen und physikalischen Prozesse in diesem Fall auf dem Mars am Werk gewesen sein könnten.
Die Entdeckung bleibt somit vorerst eine Kategorie 1 auf einer Skala von 1 bis 7 für die Bewertung von Behauptungen über außerirdisches Leben, wobei 1 die Entdeckung eines interessanten Signals und 7 eine eindeutige Bestätigung bedeutet. Jim Green, der ehemalige NASA-Prüfleiter, der die Skala entwickelt hat, sagt, er würde es begrüßen, wenn Experten weitere bestätigende Messungen vornehmen würden, um die Entdeckung auf der Skala eine Stufe höher zu setzen. Dazu müsste das entdeckte Gestein zur Analyse auf die Erde gebracht werden, und eine solche Probe befindet sich bereits im Bauch der Perseverance und wartet darauf, zu diesem Zweck vom Mars verschifft zu werden.
Unabhängig davon, wie sich die Dinge für die Zukunft der Mission entwickeln, ist die Entdeckung ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Suche nach außerirdischem Leben. Sie ist auch ein wichtiger Test für unsere derzeitige Fähigkeit, die potenziellen Biosignaturen anderer Planeten zu bewerten.
Die veröffentlichten Daten stammen aus der Analyse eines Gesteins im Jezero-Krater, in dem der Marsrover 2021 landen wird, um nach Anzeichen von Leben auf dem Mars zu suchen. Vor Tausenden von Jahren befand sich in dem Krater ein See, der für Leben geeignet gewesen sein könnte. Das Gestein bildete sich im Bett eines alten Flusses, der einst in den See floss.
Das Gestein enthält dunkle Flecken, die die Forscher als "Mohnaugen" bezeichnet haben, und größere, hellere, dunkel umrandete Flecken, die sie "Leopardenflecken" genannt haben. Chemische Analysen mit den Instrumenten des Marsrovers zeigten, dass die Ränder der Mohnaugen und Leopardenflecken reich an Eisen und Phosphor sind. Das Zentrum der Leopardenflecken ist reich an Eisen und Schwefel, erklärte Joel Hurowitz, ein Geochemiker an der Stony Brook University in New York, auf der Konferenz.
Diese chemischen Anreicherungen deuten darauf hin, dass die Mohnsamen und Leopardenflecken entstanden sind, als kohlenstoffhaltige Verbindungen im Gestein mit Eisen- und Sulfatmineralien reagierten. Auf der Erde werden solche Reaktionen von Mikroben ausgelöst.
Obwohl diese Reaktionen auch ohne Leben hätten ablaufen können, wenn das Gestein stark erhitzt worden wäre, halten Hurowitz und seine Kollegen es für unwahrscheinlich, dass dies geschehen ist. Das Gestein ist feinkörnig, was darauf hindeutet, dass es sich nicht erhitzt und kristallisiert hat. Wenn die Temperatur des Gesteins niedrig geblieben wäre, hätten sich die Flecken nach Modellstudien leicht bilden können, wenn Organismen bei dem Prozess eine Rolle gespielt hätten, erklärte Michael Tice, Geobiologe an der Texas A&M University, auf der Konferenz.
Es ist noch nicht bekannt, ob solche Reaktionen bei niedrigen Temperaturen auch ohne die Anwesenheit von Lebewesen ablaufen können. "Wir werden noch viele Labor-, Feld- und Modellstudien durchführen müssen, um solche Merkmale genauer zu untersuchen", sagte Hurowitz auf der Konferenz. "Und schließlich müssten wir diese Proben nach Hause bringen, um Rückschlüsse darauf zu ziehen, ob sie von Leben gebildet wurden oder nicht.
Die NASA steht unter enormem Druck, ihre Pläne zu überarbeiten, bis zu 30 von Perseverance gesammelte Proben zurück zur Erde zu bringen. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass eine solche Mission bis zu 11 Milliarden Dollar kosten könnte, so dass die Behörde wieder an das Zeichenbrett zurückkehren muss, aber bisher wurde noch keine bessere Lösung gefunden. Wenn es den Forschern gelänge, die Proben in bodengestützte Labors zu bringen, könnten sie ausgefeilte Analysen durchführen, wie z. B. Isotopentests, mit deren Hilfe sich feststellen ließe, ob Mikroben an der Entstehung der Flecken beteiligt waren.