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ERNEUT WURDE EIN TIEFSEE-KOMMUNIKATIONSKABEL BESCHÄDIGT – DIESMAL ZWISCHEN ÄGYPTEN UND SYRIEN

Die Wiederherstellung der beschädigten Infrastruktur wird einige Zeit in Anspruch nehmen; bis dahin wird die Verkehrsanbindung über alternative Strecken gewährleistet.
J.o.k.e.r
J.o.k.e.r
Erneut wurde ein Tiefsee-Kommunikationskabel beschädigt – diesmal zwischen Ägypten und Syrien

Die Tiefseekommunikationskabel waren in der letzten Zeit mehreren schweren Angriffen ausgesetzt, die zu teilweisen Ausfällen bei bestimmten Kommunikationsdiensten führten; allerdings ist es bisher immer gelungen, über Umwege sicherzustellen, dass die jeweilige Region weiterhin Zugang zum Internet und zu den anderen Ländern hat. In den letzten Tagen kam es zu einem weiteren Sabotageakt, doch diesmal nahmen die Angreifer nicht das Baltikum ins Visier, sondern die Infrastruktur zwischen Syrien und Ägypten, wodurch es bei bestimmten Diensten zu teilweisen Ausfällen bzw. Verlangsamungen kam. Über den Vorfall berichtete der staatliche syrische Internetanbieter, die Syrian Telecommunications Company.

Offiziellen Angaben zufolge wurde das Tiefseekabel, das Syrien und Ägypten verbindet, durchtrennt; welche Gruppe genau für die Sabotage verantwortlich sein könnte, konnte jedoch bislang nicht festgestellt werden. Nach Informationen von „Arab News“ spricht die Regierung in Damaskus von einer systematischen Sabotagekampagne, zu der auch der Angriff durch das Durchtrennen des Tiefsee-Kommunikationskabels gehört. Experten arbeiten an der Behebung des Fehlers, doch die Wiederherstellung der vollen Funktionsfähigkeit wird einige Zeit in Anspruch nehmen; wann genau dies geschehen wird, wurde jedoch nicht bekannt gegeben. Bis dahin greifen sie vorübergehend auf ein 1-Tbps-Landkabel zurück, das in Richtung Türkei verläuft, sowie auf ein weiteres Tiefseekabel, das die Verbindung nach Zypern sicherstellt. Trotz dieser Umgehungswege wirkt sich der Vorfall dennoch negativ auf den Internetzugang der syrischen Nutzer aus.

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Neben dem Verbrauchermarkt sind natürlich auch kritische Infrastrukturen auf solche Tiefseekommunikationskabel angewiesen, über die das jeweilige Land den Kontakt zu seinen Verbündeten bzw. mit anderen Ländern in Verbindung bleiben kann; zudem erfüllen diese strategisch wichtigen Kabel zahlreiche weitere Aufgaben – auch deshalb werden sie angegriffen.

Die Angreifer haben es leider nicht allzu schwer, da diese Tiefsee-Kommunikationskabel in der Regel direkt auf dem Meeresboden verlegt sind und selbst im besten Fall nur von einer dünnen Schlammschicht bedeckt sind, die nicht besonders dick ist. Die Kabel lassen sich relativ einfach mit einem „versehentlich“ ausgeworfenen Anker oder einem speziell für diesen Zweck entwickelten Kabelschneider durchtrennen, der über den Meeresboden gezogen werden kann – die Chinesen haben sogar mehrere verschiedene Geräte entwickelt, die ihnen im Falle einer Invasion Taiwans durchaus nützlich sein könnten. Es ist unmöglich, die Tiefsee-Kommunikationskabel ständig zu überwachen und zu schützen, schon allein deshalb, weil eine solche Menge davon verlegt wurde, dass sie entlang des Äquators bis zu 32 Mal die Erde umspannen würde. Ein einzelnes Land ist zu einem derart großen Aufwand allein nicht in der Lage, doch es gibt bereits Initiativen, in deren Rahmen bestimmte Kabelabschnitte mit Drohnen überwacht werden.

Angriffe auf Tiefseekommunikationskabel sind eine Grauzone, die genutzt wird, um die Kommunikation in bestimmten Regionen zu erschweren. Da Syrien ein wichtiger Standort im Raum zwischen Europa und dem Nahen Osten ist – wo es übrigens auch zahlreiche russische Militärstützpunkte gibt, die Zugang zum Mittelmeer haben – kann der Angriff auf die Kommunikationsinfrastruktur und die damit verbundene Einschränkung der Kommunikationsmöglichkeiten für bestimmte regionale und globale Mächte eine gute Strategie sein.

Die Einzelheiten des Vorfalls könnten später ans Licht kommen; bis dahin dauert die Wiederherstellung der Infrastruktur an.

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