Es war im September 2024, als HMD bekannt gab, dass es ein spannendes neues Konzept entwickelt und ein modulares Mobiltelefon geschaffen hatte. Damals gab das Unternehmen die Nutzung des Markennamens Nokia für die Smartphones von auf und suchte nach Wegen, um an Popularität zu gewinnen. Nun wissen wir, dass das modulare System die damit verbundenen Hoffnungen nicht erfüllt hat.
HMD hat in den letzten Jahren mehrere unkonventionelle Projekte in Angriff genommen, doch das Unternehmen hat damit immer wieder daneben geschossen. Obwohl es viel Mühe und Entwicklungsgelder in die Entwicklung des modularen Geräts gesteckt hat, ist auch dieses Projekt gescheitert. Im vergangenen Herbst gab es noch Meldungen, dass das Unternehmen die Einführung des Fusion 2 vorbereite, doch das Produkt ist seitdem nicht auf den Markt gekommen, und nun heißt es, es lohne sich gar nicht mehr, darauf zu warten.
Eine Quelle aus dem Umfeld von HMD berichtete, dass das Fusion-Projekt höchstwahrscheinlich eingestellt wurde.
Es ist mittlerweile schwer zu beziffern, wie viele Hersteller sich mit unterschiedlichen Konzepten an die Entwicklung modularer Smartphones gewagt haben. Zuletzt hat Nothing im Rahmen des CMF-Projekts ein minimalistisches modulares Zubehörsystem entwickelt. Das HMD Fusion war ein deutlich ausgefeilteres Konzept: Hier wurden die Module über POGO-Pins mit den Smartphones verbunden, und es gab eine Vielzahl von Zubehörteilen dafür. Das sah aus wie das modulare System des Moto Z vor 10 Jahren.
HMD hätte sich sehr gewünscht, dass dieser Schachzug aufgegangen wäre. Durch die Zubehörteile hätte das Unternehmen wahrscheinlich eine solide Einnahmequelle erschließen können. Der Hersteller ging sogar so weit, alle Informationen über das modulare System offenzulegen, damit auch andere Hersteller frei Fusion-Module entwickeln konnten. Es versteht sich von selbst, dass die Unternehmen, die Zubehör entwarfen, diese Gelegenheit nicht genutzt haben.
Theoretisch war das Fusion 2 bereits einsatzbereit, doch es wird nun doch nicht auf den Markt kommen. Angeblich hat sich HMD deshalb entschieden, dieses Konzept aufzugeben, weil es nicht tragfähig war. Aufgrund mangelnder Verkaufszahlen war die Herstellung der Module kein rentables Geschäft mehr, und der Preisverfall bei den Speicherchips besiegelte sein Schicksal. Schon das ursprüngliche Fusion verkaufte sich nur schleppend, und für das Fusion 2 hätte der Preis angehoben werden müssen, was es endgültig unverkäuflich gemacht hätte. Berichten zufolge hätte das Gerät im Gehäuse der ersten Generation mit einem besseren Display, einem leistungsstärkeren Snapdragon-Chip und einem besseren Kamerasystem auf den Markt kommen sollen.
Es ist sehr schwer zu sagen, wie lange sich HMD unter den derzeitigen Umständen überhaupt noch halten kann. Derzeit befindet sich das Unternehmen in einer extrem ungünstigen Lage, da nicht nur die geringe Nachfrage, sondern auch die Speicherkrise seine Situation außerordentlich erschwert.
Wie wir bereits mehrfach berichtet haben, betreffen die explodierenden Preise für RAM- und NAND-Flash-Chips gerade die Smartphones, die weniger als 300 Dollar kosten, am stärksten, und HMD hat sein Angebot inzwischen so stark reduziert, dass es kaum noch Produkte gibt, die das Unternehmen unter den veränderten Marktbedingungen mit nennenswerten Gewinnen verkaufen könnte.