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EIN US-STARTUP WÜRDE KI-RECHENZENTREN AUF DEN FUNDAMENTEN VON AUF DEM MEER SCHWIMMENDEN WINDTURBINEN ERRICHTEN

Der Windpark würde für eine ausreichende Stromversorgung sorgen, die Plattform würde die Server beherbergen und die Kühlung würde durch die kühle Meeresumgebung erfolgen.
J.o.k.e.r
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Ein US-Startup würde KI-Rechenzentren auf den Fundamenten von auf dem Meer schwimmenden Windturbinen errichten

Der Platz- und Energiebedarf von KI- und anderen Rechenzentren stellt die Betreiber vor immer größere Herausforderungen, während die Systementwickler immer häufiger vor der Aufgabe stehen, für eine effiziente Kühlung zu sorgen, da eine höhere Rechenleistung zu einer höheren Wärmeentwicklung führt, die nur schwer zu kontrollieren ist. Ein neues Konzept kann viele dieser Herausforderungen bewältigen, wenn es sich in der Praxis bewährt, z. B. in Form von Rechenzentren, die in Offshore-Windparks integriert sind.

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Das Konzept stammt von Aikido, einem Start-up-Unternehmen aus San Francisco, dessen Leiter davon überzeugt sind, dass es den Betrieb von KI- und anderen Datenzentren extrem kostengünstig gestalten kann, da die Meeresumgebung eine effiziente Kühlung ermöglicht, während die auf der Plattform montierte Windturbine das Datenzentrum mit Strom versorgen kann.

Aikido entwickelt und fertigt spezielle Windturbinenplattformen, die auf der Wasseroberfläche in der Nähe von Meer und Ozean schwimmen, und dachte daher, dass die Beine der Windturbine für erneuerbare Energien, die normalerweise mit Wasser gefüllt werden, um sicherzustellen, dass sie richtig positioniert sind, auch für andere Zwecke verwendet werden könnten. Das neue Konzept wird in der norwegischen Nordsee getestet, wo noch in diesem Jahr ein 100-kW-Rechenzentrum in die Beine der Plattform eingebaut werden soll. Damit werden nach Ansicht der Ingenieure mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Erstens muss kein wertvolles Land für den Bau von Rechenzentren bereitgestellt werden, zweitens ist die Heizung aufgrund der kalten Meeresumgebung kostengünstig und drittens liefert der Windpark den Löwenanteil der Energie für das KI-Rechenzentrum.

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Diese speziellen Windturbinenplattformen schwimmen auf der Wasseroberfläche und verfügen über drei Beine, die, wenn sie mit Wasser gefüllt sind, als Ballast dienen, um sicherzustellen, dass die Windturbine bei starkem Wind nicht kentert. Die Beine sind mit Ketten und Ankern über dem Zielgebiet verankert, wo sie sich bei großen Wellen und starken Stürmen nicht bewegen - ein ähnliches Konzept wie bei großen Ölplattformen.

Nach Angaben der Experten des Start-ups kann der obere Teil der Innenseite eines solchen Beins bis zu 3 bis 4 MW an Rechenzentrumsinfrastruktur aufnehmen, was bedeutet, dass eine Windturbinenplattform 9 bis 12 MW an Rechenzentrumskapazität beherbergen kann. Die Beine werden natürlich immer noch Wasser als Ballast verwenden, aber dieses würde auch für die flüssigkeitsbasierte Kühlung der Hardware genutzt: Die Flüssigkeit würde die von der Hardware erzeugte Wärme aufnehmen und zum Boden der Beine wandern, wo sie die Wärme über einen Wärmetauscher an die umgebende Wasseroberfläche abgibt und dann einen weiteren Kreislauf zur Hardware macht. Serverkomponenten, die nicht mit Flüssigkeitskühlung arbeiten, werden außerdem mit einer Klimaanlage ausgestattet, damit sie nicht überhitzen. Die Serverinfrastruktur wird mit Strom betrieben, der von einer Windturbine erzeugt wird. Da der Wind jedoch nicht immer weht, wird die Plattform mit Batterien ausgestattet. In Zeiten, in denen die Windgeschwindigkeit nicht ausreicht, um die Windturbine über einen längeren Zeitraum zu betreiben, können sie auf das Offshore-Stromnetz zurückgreifen, das diese Plattformen ansonsten nutzen können.

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Das Konzept ist sicherlich interessant und machbar, aber erst konkrete Tests werden zeigen, wie es im Alltag eingesetzt werden kann. Die versenkbaren Plattformbeine müssen im Salzwasser möglicherweise häufiger gewartet werden, und die Wartung der Serverinfrastruktur könnte schwieriger sein als in einem klassischen landgestützten Rechenzentrum. Das werden wir bei den Live-Tests herausfinden.

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