Auf dem Speichermarkt gibt es seit langem Preiserhöhungen, die vor allem DDR5 Speicherchips und Speichermodule betreffen, aber auch DDR4 Speichermodule sind heute viel teurer als noch vor einem Vierteljahr, und die Preise für GDDR-Speicherchips für Grafikkarten steigen ebenfalls.
In dieser schwierigen Zeit rücken kreative Lösungen wie das So-DIMM -> U-DIMM Conversion Kit in den Vordergrund, da es eine kostengünstige Möglichkeit darstellt, billige Notebook-Speichermodule in Desktop-Speichermodule zu verwandeln. Natürlich wirkt sich dies negativ auf die Latenzzeit aus, da die Signale zwischen dem Sockel und dem Speicher-Controller des Prozessors länger unterwegs sind, aber im Gegenzug kann man den Systemspeicher kostengünstiger erhalten.
Ein russischer Hardware-Modder, der bereits mit einer Reihe von Sonderaktionen auf sich aufmerksam gemacht hat, beschloss kürzlich, einen kreativen Weg zu gehen, um im Zeitalter der teuren Speichermodule Geld zu sparen: Er erstellte ein Desktop-DDR5-Speichermodul aus DDR5-SO-DIMM-Speichermodulen für Notebooks, ohne den oben erwähnten Konverter zu verwenden, sondern lötete die Speicherchips an das Desktop-Modul.
Der Spaß, der einiges an Erfahrung und eine gut ausgestattete Werkstatt erforderte, begann mit dem Kauf von zwei 16 GB So-DIMM-Speichermodulen mit SK hynix Speicherchips. Zusätzlich zu den mobilen Speichermodulen, die jeweils etwa 100 $ kosteten, benötigte er auch eine Leiterplatte für ein DDR5-Speichermodul, die er für knapp 8 $ bekam, und einen Kühlblock, der etwas mehr als 5 $ kostete. Die beiden letztgenannten Komponenten kamen aus China.
Nachdem die Komponenten beschafft waren, mussten die DDR5-Speicherchips aus den So-DIMM-Modulen herausgelötet und dann an das DDR5-Desktop-Speichermodul gelötet werden. Das klingt in der Beschreibung einfach, aber der Prozess hat viele Tücken und erfordert eine geeignete Lötstation, so dass es viel Raum für Fehler gibt, wenn man eine solche Modifikation ohne Übung vornimmt. In diesem Fall mangelte es dem Modder nicht an Werkzeugen oder Erfahrung, so dass der Prozess reibungslos verlief, aber am Ende war es notwendig, eine benutzerdefinierte Firmware zu erwerben, um dem 32-GB-Desktop-Modul XMP-Unterstützung hinzuzufügen. Das DDR5-6400 MT/s-Speichermodul kostet derzeit mindestens 350 US-Dollar, während der russische Modder das Produkt für etwa 220 US-Dollar hergestellt hat, aber er hat viele Arbeitsstunden investiert, so dass er im Großen und Ganzen vielleicht nicht am Prozess gespart hat - aber es war gut für den Spaß und die Werbung. Erste Tests zeigen, dass das benutzerdefinierte Speichermodul stabil ist, aber es liegen noch keine konkreten Testergebnisse vor.
Das Projekt ist insgesamt auf jeden Fall interessant, und wenn die Preise auf dem Speichermarkt weiter steigen, könnten sich immer mehr Menschen für ähnliche Aktionen begeistern, sofern sie über die entsprechenden Erfahrungen und Mittel verfügen.