Wo Dyson Fuß fasst, hinterlässt das Unternehmen in der Regel bleibende Spuren. Nun betritt das Unternehmen Neuland im Bereich der Schönheitspflege und präsentiert eine Zahnbürste. Zwar kann das Unternehmen hier seine revolutionären Motoren nicht auf neue Weise einsetzen, hat aber dennoch eine ganz besondere Konstruktion auf die Beine gestellt.
Die CameraJet-Zahnbürste ist, wie der Name schon sagt, mit einer Kamera ausgestattet und setzt bei der Zahnpflege auch einen Mundwasserstrahl ein. Dies ist die wichtigste Neuerung des Geräts; das Unternehmen hat viel Arbeit investiert, um die perfekte Konstruktion zu erreichen.
Dyson gelangte nach mehreren hundert verschiedenen Entwürfen und Prototypen zum fertigen Produkt. Die CameraJet unterscheidet sich von den meisten elektrischen Zahnbürsten, die es heutzutage gibt. Neben den Borsten sind in diesem Fall auch eine Kamera und eine Sprühdüse Teil des Bürstenkopfes, die den Wasserstrahl erzeugen. Zur Reinigung größerer Zwischenräume und Löcher zwischen den Zähnen nutzt das Gerät das komplexe System aus Kamera und Wasserstrahl.
Für eine große Kamera war kein Platz, und dank der Entwicklungen von Dyson ist es gelungen, dies auch gar nicht erst notwendig zu machen. Durch die Analyse von 470.000 Bildern hat das Unternehmen das Gerät darauf trainiert, seine Aufgabe ordnungsgemäß zu erfüllen (Gap Optical Targeting). Unter den Borsten befindet sich ein 0,1-Megapixel-Sensor, der mit einem LED-Hilfslicht verbunden ist, damit das „Sehvermögen“ des Geräts nicht eingeschränkt wird. Die Kamera arbeitet mit 28 FPS, und sobald sie einen Bereich erkennt, reichen 100 ms aus, um die Mundspülung zwischen die Zähne des Nutzers zu spritzen.
Da stellt sich die Frage, was mit der Kamera passiert, wenn sie innerhalb von Sekunden vom durch die Zahnpasta erzeugten Schaum bedeckt wird. Nun, Dyson hat auch hierfür eine Lösung gefunden – und zwar mit einer ganz besonderen Idee. Das Unternehmen hat eigens eine spezielle Zahnpasta entwickelt, die nicht schäumt, aber dennoch für perfekte Sauberkeit sorgt. Zur Auswahl stehen Varianten mit Ingwer-Minze, Spearmint sowie eine für empfindliche Zähne entwickelte Variante mit Pfefferminzgeschmack. Darüber hinaus ist auch das beim Zähneputzen verwendete Mundwasser einzigartig.
Hartnäckige Verunreinigungen, Zahnbelag und schwer zugängliche Stellen lassen sich mit dem CameraJet schonender reinigen als beispielsweise mit Zahnseide oder anderen ergänzenden Zahnpflegeverfahren – betonte Dyson. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass der Wasserstrahl nicht einfach gerade, sondern bewusst konisch geformt ist, da Untersuchungen gezeigt haben, dass damit die besten Ergebnisse erzielt werden können.
Der kompakte 12,5-ml-Mundspülbehälter dosiert die empfohlene Flüssigkeitsmenge so, dass die Zahnzwischenräume bei einer einzigen Anwendung gereinigt werden, ohne den Mund zu überfluten. Dadurch wird das Mundspülen im Wesentlichen in die Zahnputzroutine integriert, wodurch ein separater Schritt nach dem Zähneputzen überflüssig wird. Die Intensität des Spülvorgangs ist einstellbar und kann neben dem Automatikmodus auch manuell gesteuert werden. Die Zahnbürste selbst ist natürlich eine Schallzahnbürste und arbeitet mit variabler Schwingungsintensität. Die Neuheit entfernt 69 % mehr Zahnbelag aus schwer zugänglichen Stellen als das „Marktführermodell“.
Die CameraJet steckt voller Technologie. Jeder Aufsteckkopf verfügt über eine eigene RFID-Einheit, anhand derer die Zahnbürste diese identifizieren kann und genau weiß, wie viel Nutzungszeit bzw. wie viele Anwendungen ein einzelner Aufsteckkopf bereits hinter sich hat. Auf dieser Grundlage kann das Gerät anzeigen, wann es Zeit ist, die Bürstenköpfe auszutauschen, um die Effizienz der Zahnbürste aufrechtzuerhalten. Das Gerät verfügt zudem über WLAN- und Bluetooth-Konnektivität. Das Bild der integrierten Kamera kann sogar live über die MyDyson-App verfolgt werden.
Dyson-Produkte sind nicht gerade dafür bekannt, günstig zu sein, und auch in diesem Fall müssen Käufer tief in die Tasche greifen. Der empfohlene Verkaufspreis der Zahnbürste wurde auf 480 Euro bzw. 190.190 Forint festgelegt. Der CameraJet ist von vornherein ein sehr komplexes Produkt, und bei Dyson muss man in der Regel auch für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die den technologischen Innovationen vorausgeht, tief in die Tasche greifen.