Softwareentwickler und besonders versierte DOOM-Fans betrachten es fast schon als Wettbewerb, ihr geliebtes Spiel auf den unterschiedlichsten Geräten zum Laufen zu bringen – sei es eine Version, die innerhalb eines PDF-Dokuments läuft, eine Version unter ATM – oder einer auf einem John-Deere-Traktor laufenden Version, aber auch auf dem Display eines -Roboter-Rasenmähers oder sogar auf einem -Weihnachtsbaumschmuck-Computer konnten wir das beliebte Spiel bereits sehen. Einer der Tester konnte das besagte Spiel auf einem RYZEN Threadripper Pro-basierten System in 400 Exemplaren problemlos ausführen.
Kürzlich gab es Neuigkeiten zu einer weiteren Besonderheit: diesmal geriet eine digitale Spiegelreflexkamera vom Typ Canon EOS 550D ins Visier eines „Modders“, der unter dem Pseudonym lauris-nl aktiv ist und sein Werk über die virtuellen Seiten von GitHub geteilt hat. Die Canon EOS 550D ist kein aktuelles Modell; sie kam im Laufe des Jahres 2010 mit einem APS-C-Sensor mit einer Auflösung von 18 Megapixeln und einem Bildverarbeitungsprozessor der DIGIC-4-Serie auf den Markt, sowie einem TFT-LCD-Display mit einer Diagonale von 3 Zoll, ergänzt durch einen nach hinten gerichteten Mono-Lautsprecher, sodass die mit dem Gerät aufgenommenen Videos auch mit Ton wiedergegeben werden können.
Die Hardware verfügt offenbar über genügend Leistung, um sogar „Doom“ darauf laufen zu lassen – und das zudem mit einer relativ ansprechenden grafischen Aufmachung und einer mühelosen Steuerung. Dank des speziellen Anschlusses kann man sich im Spiel mit den Tasten „Auf“, „Ab“, „Rechts“ und „Links“ bewegen, während man mit der „Set“-Taste auf den Gegner schießen und die verschiedenen Menüoptionen bedienen kann. Die normale Menu-Taste öffnet das Spielmenü, während man mit der DISP-Taste das Menü verlassen kann; dabei sind die verschiedenen Soundeffekte über den Mono-Lautsprecher zu hören. Das Spielerlebnis scheint auf Basis des untenstehenden Videos recht gut zu sein, doch hier geht es noch nicht darum, dass sich das Spiel vollkommen bequem spielen lässt, sondern darum, dass es bei akzeptabler Leistung auf einer Hardware läuft, die nicht für diesen Zweck konzipiert wurde.
Laut dem Entwickler ist für die Ausführung dieser speziellen DOOM-Portierung die Firmware-Version 1.09 für die 550D erforderlich, da der Code offenbar nur damit funktioniert; sie darf nicht zusammen mit einer anderen Firmware-Version installiert werden. Außerdem wird die Magic-Lantern-kompatible Version benötigt, die auf eine SD-Speicherkarte kopiert werden muss; anschließend muss das Modul „doom.mo-Modul kopiert und das Verzeichnis „ML/DOOM“ angelegt werden, in das die DOOM-kompatiblen Dateien verschoben werden. Nachdem die vorbereitete SD-Speicherkarte in die Kamera eingelegt wurde, muss im Magic-Lantern-Games-Menü die Option „Doom->WAD“ ausgewählt werden; anschließend muss die Kamera nur noch neu gestartet werden, und schon kann das Spiel beginnen. Das oben gezeigte Video vermittelt einen Eindruck vom zu erwartenden Spielerlebnis.
Ähnliche Versuche gab es bereits früher, beispielsweise lief DOOM im Laufe des Jahres 2021 bereits auf einer Canon EOS 200D, und es wurde auch erfolgreich auf eine Canon PowerShot SD100 aus dem Jahr 2007 sowie auf die IXUS 70 aus dem Jahr 2007 – neben vielen anderen Modellen – erfolgreich portiert.