Das chinesische Unternehmen Chuwi geriet bereits zuvor ins Kreuzfeuer der Medien, als bekannt wurde, dass der Hersteller bei seinem Notebook nicht genau die mobile APU-Einheit verbaut hatte, die er versprochen hatte: Damals wurde anstelle des RYZEN 5 7430U ein RYZEN 5 5500U verbaut ( ), was man jedoch durch eine BIOS-Änderung zu verschleiern versuchte (). Als das Problem ans Licht kam, reagierte der Hersteller zunächst nicht ganz so, wie es hätte sein sollen. Später verwies das Unternehmen auf einen Fehler im Herstellungsprozess und versprach den Betroffenen eine Rückerstattung; auch das AMD-Team äußerte sich zu diesem Thema, , da auch sie gegen ihren Willen in diese Angelegenheit verwickelt wurden.
Es scheint, als sei Chuwi erneut aufgeflogen, doch diesmal lag das Problem nicht beim Prozessor, das zu einem besonders günstigen Preis angebotene, Notebook der UniBook-Serie enthielt tatsächlich einen Prozessor vom Typ Core 3 304 aus der Intel WildCat Lake-Familie, und auch die übrigen Hardwarekomponenten waren in Ordnung; bei der Untersuchung des Displays stellten die Tester jedoch eine Anomalie fest. Laut der Website des Herstellers verfügt das betreffende Notebook über ein IPS-Panel mit einer Bildschirmdiagonale von 14 Zoll und WUXGA-Auflösung, das mit einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hz und einer maximalen Helligkeit von 300 Nit betrieben werden kann und dabei den gesamten sRGB-Farbraum abdeckt.
Die Redakteure von NotebookCheck, TechRadar sowie The Verge haben das neue Modell getestet, doch die verwendeten Farbkalibrierungs- und Testgeräte zeigten alle übereinstimmend: Irgendetwas stimmt nicht. Anstelle einer 100-prozentigen sRGB-Abdeckung wurde lediglich eine Abdeckung von etwa 60 % gemessen, die tatsächlichen Werte lagen zwischen 58,9 % und 64 %, was angesichts der Tatsache, dass der Hersteller das Produkt mit einem Wert von 100 % bewirbt, ein recht schwaches Ergebnis ist. Aufgrund dieser Anomalie wurden die Tests mehrmals wiederholt, doch das Endergebnis war in jedem Fall dasselbe – allerdings erreichte das Display zumindest die maximale Helligkeit von 300 nits.
Aufgrund der oben genannten Punkte schien es eindeutig, dass der Fehler nicht nur bei einem einzigen Notebook auftritt, da drei verschiedene Tester bei drei verschiedenen Testgeräten zu derselben Feststellung gelangten. Die Mitarbeiter von NotebookCheck nahmen Kontakt mit dem chinesischen Hersteller auf, da sie vermuteten, es könnte sich um einen Prototyp vor der Serienproduktion handeln – zu diesem Zeitpunkt wussten sie noch nicht, dass mehrere ihrer Kollegen ähnliche Ergebnisse erzielt hatten –, doch die Verantwortlichen bei Chuwi bestätigten, dass die Messungen korrekt seien, und entfernten daraufhin umgehend den Eintrag auf der offiziellen Website, der eine 100-prozentige sRGB-Abdeckung versprochen hatte.
Solche Ungenauigkeiten können auch deshalb ein Problem darstellen, weil viele Käufer sich letztendlich auf die Herstellerangaben verlassen, wenn sie das heißbegehrte Notebook auswählen. In diesem Fall könnten sie enttäuscht sein, da eine sRGB-Abdeckung von rund 60 % zu einer deutlich schlechteren Bildqualität führt, zumindest was die Farbwiedergabe betrifft. Ein Wert von rund 60 % ist typisch für preisgünstige Displays, was bei einem Notebook für 449 Dollar sogar noch verzeihlich ist, sofern der Hersteller das Produkt nicht so bewirbt, als würde es eine 100-prozentige sRGB-Abdeckung bieten.
Vor diesem Hintergrund ist es zumindest fair, dass die Verantwortlichen bei Chuwi den Mitarbeitern von NotebookCheck ein UniBook-Testgerät zugesandt haben, obwohl diese das Unternehmen zuvor bereits wegen des Prozessor-Fiaskos bloßgestellt hatten. Diesmal gerieten sie wegen des Displays ins Kreuzfeuer der Medien, was ein Problem darstellt, da solche Schritte das Vertrauen der Kunden erheblich untergraben… Deshalb sind ausreichend detaillierte und objektive unabhängige Tests, die solche Probleme aufdecken, von besonderer Bedeutung.