Der Entwickler des Task-Managers, der von den Microsoft Windows-Betriebssystemen verwendet wird, hat kürzlich mit einem interessanten kleinen Video auf sich aufmerksam gemacht. Der besagte Entwickler nutzt im Alltag eine AMD-RYZEN-Threadripper-basierte Desktop-Workstation, die bei maximaler Auslastung zwar ziemlich viel Wärme erzeugt, dafür aber auch eine hohe CPU-Leistung bietet, dank der Möglichkeiten der ZEN-2-Architektur sowie der 32 Prozessorkerne und 64 Threads.
Auch hinsichtlich der allgemeinen Ausstattung ist die sTR4-Plattform durchaus überzeugend, da nicht nur der Prozessor, sondern auch der Plattform-Controller-Hub zahlreiche PCIe-Lanes und weitere E/A-Komponenten bietet. Anlässlich des Tests wurde auf Letzteres, also den PCH, ein interessantes kleines Gerät angeschlossen, das zwar eigentlich nicht zum System gehört, aber aufgrund seiner interessanten und spektakulären Funktionsweise in Physikstunden an Schulen häufig zum Einsatz kommt. Es handelt sich um einen Stirlingmotor, der unter Einwirkung von Wärme über einen winzigen Kolben ein als Schwungrad fungierendes Rad in Bewegung versetzen kann; dadurch lässt sich Wärme in Bewegungsenergie umwandeln, die zum Antrieb kleiner Mechanismen genutzt werden kann, die kein allzu großes Drehmoment erfordern. In diesem Fall wurde der winzige Stirlingmotor auf den Kühlkörper über dem PCH montiert, der sich ausreichend erwärmt hatte, sodass der auch bei niedrigen Temperaturen funktionierende Stirlingmotor nach einem kurzen Anlaufen von selbst in Gang kam.
Obwohl der Entwickler in der Einleitung des auf den virtuellen Seiten von X geteilten Videos davon sprach, dass die Kühlung des Threadripper-Chipsatzes durch einen Stirlingmotor erfolgte, war es in Wirklichkeit genau umgekehrt: Die vom PCH erzeugte Wärme wurde vom Stirlingmotor genutzt, wodurch eindrucksvoll gezeigt wurde, dass das winzige Modell, das nur wenig Wärme benötigt, sogar mit der Wärme eines PCH laufen kann. Leider hat der Entwickler nicht gemessen, wie hoch die Temperatur des PCH-Kühlkörpers vor und während des Experiments genau in Grad Celsius war, aber dennoch war es eine großartige kleine Demonstration zu Lehrzwecken, die bei vielen das Interesse an diesem alten Konzept wecken könnte – vielleicht lässt sich sogar ein PC im Steampunk-Stil um diese Idee herum bauen.
Der Stirlingmotor arbeitet aufgrund des Temperaturunterschieds zwischen der heißen und der kalten Seite, wodurch sich der Kolben durch die darin erwärmte Luft, Helium oder auch Wasserstoff in Bewegung setzt und über ein mechanisches Getriebe ein Schwungrad antreibt. Die Wärme kann von einer Kerzenflamme, der Handwärme, einer heißen Tasse oder einer anderen Wärmequelle stammen, je nachdem, mit welchem Wärmebedarf der Motor betrieben wird. Das Gas entweicht nicht aus dem Kolben, sondern wird im Prozess immer wieder verwertet, sodass auch keine klassischen Emissionen entstehen. Die auch als Wärmekraftmaschine bezeichnete Konstruktion arbeitet mit hohem Wirkungsgrad; ihr Erfinder war noch im Jahr 1816 ein Pfarrer.