In den letzten Jahren ist das früher äußerst geschlossene und gut abgeschottete Ökosystem von Apple immer offener und durchlässiger geworden, was für die Nutzer äußerst erfreulich ist. Nun steht fest, dass diese Offenheit in Zukunft noch größer werden wird – dank der Forderung von Microsoft und der Vermittlung der EU.
Vor allem verschiedene Organe der Europäischen Union haben Apple so lange unter Druck gesetzt, bis das Unternehmen begann, seine Plattformen für andere zu öffnen. Die Konkurrenten des Unternehmens sind zudem ständig bemüht, die von den Cupertinoern errichteten Barrieren so weit wie möglich abzubauen. Google beispielsweise konnte durch eine intensive Kampagne erreichen, dass Apple nun auch RCS-Unterstützung bereitstellt, und nun hat Microsoft eine weitere „Erleichterung“ durchgesetzt.
Das Unternehmen aus Redmond hat die Europäische Union aufgefordert, Apple anzuweisen, die Interoperabilität zwischen „ “, Windows und iOS weiter zu verbessern. Unter Berufung auf das Gesetz über digitale Märkte (DMA) hat Microsoft erneut Druck ausgeübt, nachdem es zuvor bereits gelungen war, eine größere Offenheit durchzusetzen. Es überrascht nicht, dass Apples Konkurrenten versuchen, das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist, und so viele Dinge wie möglich durchzusetzen – wobei sie fast schon an die Grenzen ihrer Kreativität stoßen.
Derzeit arbeitet Apple bereits daran, den Forderungen der EU und von Microsoft nachzukommen und die universelle Zwischenablage von iOS auch für Windows bereitzustellen.
So lassen sich auf dem iPhone kopierte Textelemente ganz einfach auf die verbundenen PCs übertragen, und zwar nicht nur unter macOS, sondern auch unter Windows. Apples eigene universelle Zwischenablage funktioniert derzeit zwischen iPhone, iPad, Mac und Vision Pro-Geräten; Windows wird nun ebenfalls in diese Reihe aufgenommen – und im Laufe der Zeit vielleicht auch Android, im Sinne einer wirklich universellen Funktionsweise.
„Bisher haben verschiedene Einschränkungen verhindert, dass eine App den Inhalt der Zwischenablage im Hintergrund nahtlos vom iPhone auf den PC oder ein anderes verbundenes Gerät synchronisieren kann“, betonte Microsoft.
Bei solchen Entwicklungen kann sich Microsoft zu Recht auf das DMA-Gesetz berufen, denn diese schreibt vor, dass die „Gatekeeper“ (große Technologieunternehmen) für Interoperabilität sorgen müssen und alles, was sie innerhalb ihrer eigenen Plattformen lösen, auch für Geräte von Drittanbietern ermöglichen müssen. Aus diesem Grund lassen sich nun auch tragbare Zubehörgeräte von Drittanbietern effizienter mit iPhones nutzen. Die EU ist kontinuierlich bemüht, die Einhaltung des DMA durch alle Akteure durchzusetzen, und immer mehr Nutzer kommen in den Genuss der positiven Auswirkungen.
Microsoft hat im März gegenüber den zuständigen Stellen der Europäischen Union angemerkt, dass Apple die plattformübergreifende Funktionsweise der universellen Zwischenablage gewährleisten müsse, und nach den uns vorliegenden Informationen hat Apple im Juni mit der Umsetzung begonnen. Es ist bereits erfreulich, dass das Unternehmen aus Cupertino in dieser Angelegenheit offenbar keinen nennenswerten Widerstand leistet.
Man muss jedoch bedenken, dass die Umsetzung nicht überstürzt erfolgen wird. Angeblich soll diese Neuerung erst im Herbst 2027 fertiggestellt sein. Angesichts des allgemeinen Entwicklungszeitplans des Unternehmens könnte dies bedeuten, dass die tatsächlich universelle Zwischenablage eine der Neuerungen des Betriebssystems iOS 28 sein wird.