Die Speicherkrise hat die Akteure der Branche in mehrfacher Hinsicht in eine schwierige Lage gebracht, da einerseits die Preise für Speicherchips enorm gestiegen sind, andererseits begannen die Käufer als Reaktion auf die aktuelle Situation plötzlich, nach älteren Plattformen zu suchen, woraufhin die Nachfrage nach diesen plötzlich und drastisch anstieg – eine Entwicklung, auf die man sich schlichtweg nicht vorbereiten konnte. Auf Seiten von Intel stieg die Nachfrage nach den „Raptor Lake“- und „Alder Lake“-Prozessoren schlagartig stark an, da diese Plattformen es den Nutzern ermöglichten, neue Systeme auf kostengünstigere Weise als bei Plattformen mit moderner DDR5-Speicherunterstützung im Vergleich zu diesen Plattformen kostengünstiger neue Systeme zusammenzustellen – und sie nutzten diese Möglichkeit auch. Zu der aktuellen Situation äußerte sich ein Intel-Vertreter namens in den letzten Tagen gegenüber den Mitarbeitern von Tom’s Hardware unter.
Auf den plötzlichen Anstieg der Nachfrage konnte man sich laut Robart Hallock, dem Intel-Experten, schlichtweg nicht vorbereiten, da die Herstellung von Siliziumwafern in der Regel mehrere Monate in Anspruch nimmt, sodass die Nachfrage nach bestimmten Modellen auf der Grundlage aktueller Prognosen und der aktuellen Marktsituation abgeschätzt werden muss. Die LGA-1700-Plattformen sind seiner Meinung nach nach wie vor gut, weshalb man diese den Kunden noch über Jahre hinweg anbieten möchte, zumindest so lange, wie die Speicherkrise anhält. Aufgrund der Speicherkrise suchen die Kunden sehr aktiv nach Plattformen mit DDR4-Unterstützung, denn obwohl die DDR4-Speichermodule von () in den letzten Quartalen ebenfalls enorm im Preis gestiegen sind, aber dennoch lässt sich ein neues System um sie herum kostengünstiger aufbauen, als wenn man sich für eine modernere Plattform entscheiden würde.
Er wies auch darauf hin, dass Käufer, selbst wenn sie sich für eine Plattform mit einem Prozessor der Alder-Lake- oder Raptor-Lake-Serie entscheiden, dennoch die bestmögliche Leistung für ihr Geld erhalten möchten, wodurch bei bestimmten Modellen Engpässe entstanden sind. Diese Engpässe versuchen sie durch eine Steigerung der Produktion auszugleichen, worauf auch die Preisentwicklung im Laufe der Zeit reagieren wird. Die Preise sind in der letzten Zeit deutlich gestiegen, gerade wegen der durch die steigende Nachfrage verursachten Engpässe. So bewegte sich beispielsweise der Core i5-14600K lange Zeit auf einem Preisniveau von rund 200 Dollar, ist nun aber für etwa 250 Dollar erhältlich. Auch der Core i7-14700K ist teurer geworden: Während er früher oft unter die 350-Dollar-Marke fiel, bewegt er sich mittlerweile eher um die 380-Dollar-Marke. Die Ausweitung der Produktion wird im Laufe der Zeit Abhilfe schaffen; ein Intel-Sprecher gab jedoch nicht bekannt, bei welchen Prozessoren genau die Produktion gesteigert wird, und es wurde auch nicht klar, wann sich die Verknappung entspannen könnte.
Da das Unternehmen noch lange auf die LGA-1700-Prozessoren setzt – gerade aus den oben genannten Gründen –, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die zuvor gemunkelten „Raptor Lake Next“ Prozessoren tatsächlich im Laufe des Jahres 2027 auf den Markt kommen werden. Diese Produkte werden die Core-200-Serie verstärken und wie ihre Vorgänger auch DDR5- und DDR4-Speichermodule unterstützen. Bei den bestehenden LGA-1700-Mainboards wird auf jeden Fall ein BIOS-Update erforderlich sein, um die neuen Modelle nutzen zu können, deren Produktion Anfang 2027 beginnen könnte. Robert Hallock hat sich zwar noch nicht offiziell zu dieser Serie geäußert, doch aufgrund der oben genannten Informationen ist mit ihrer Markteinführung zu rechnen, sodass in Kürze auch erste Details zu den neuen Modellen an die Öffentlichkeit gelangen könnten.