Aufgrund aktueller Brancheninformationen hat Intel als Reaktion auf die durch die Speicherkrise verursachten Herausforderungen seine Strategie auf dem Prozessormarkt angepasst, was sich in erster Linie auf das chinesische DIY-Segment auswirken wird; im Laufe der Zeit könnten jedoch auch in anderen Regionen ähnliche Maßnahmen ergriffen werden, sofern die Situation dies rechtfertigt.
Nach Brancheninformationen des chinesischen Portals „Channel Gate“ plant das Unternehmen, die Produktion der 13. und 14. Intel Core-Generation, also die „Raptor Lake“- und „Raptor Lake Refresh“-Prozessoren, wieder aufzunehmen, da die Nachfrage nach Plattformen mit „ “-DDR4- -Speicherunterstützung steigt, da diese meist kostengünstiger zusammengebaut werden können als ihre Pendants mit „ “-DDR5--Unterstützung. Dem Bericht zufolge wird die bisherige Strategie nicht nur bei der 13. und 14. Intel Core-Generation geändert, sondern auch bei der 10. und der 12. Intel Core-Generationen, wobei bei den letztgenannten Serien zudem ein größerer Anstieg der Produktionskapazitäten zu erwarten ist als bei den Raptor Lake- und Raptor Lake Refresh-Modellen. Die Änderung tritt im dritten Quartal dieses Jahres in Kraft und wird sich vor allem auf Prozessorlieferungen auswirken, die für den chinesischen DIY-Markt bestimmt sind.
Dieser Schritt ist offenbar notwendig, um sich an die aktuellen Kundenbedürfnisse sowie an die Entwicklung der DRAM-Preise anzupassen. In China fand kürzlich die als „618 Sales“ bezeichnete Aktionswelle statt, in deren Rahmen die Verkaufszahlen in die Höhe schossen. Nach Ablauf der Aktionsphase wird den Vertretern der stationären Handelsketten empfohlen, sich auf DDR4-Plattformen zu konzentrieren und diese zu den Hauptverkaufszielen zu machen.
Natürlich verschwinden auch die DDR5-Plattformen nicht vom Markt, doch diese werden vor allem für den Online-Vertrieb, für Internetcafés sowie für Käufer empfohlen, die feste Plattformanforderungen haben und daher auf die betreffenden Plattformen angewiesen sind. Mit dieser Strategie dürfte der Absatz sowohl der DDR4- als auch der DDR5-Plattformen gesichert sein, je nachdem, wie sich die Kundennachfrage letztendlich tatsächlich entwickeln wird.
Was die Prozessoren betrifft, ist außerdem erwähnenswert, dass Intel im Laufe des Jahres 2027 die Raptor Lake Next-Prozessoren auf den Markt bringen könnte, die auf der Raptor Lake-Serie aufbauen, d. h. in Bezug auf die Architektur keine Änderungen mit sich bringen. Es gibt bislang keine Informationen darüber, ob die „neuen“ Prozessoren Fortschritte bei den Taktraten und der Speicherunterstützung bringen werden; sicher scheint nur, dass sie in der Core-200-Serie zu finden sein werden. Bislang gibt es noch keine Informationen darüber, wie genau die Listenpreise der einzelnen Modelle aussehen werden, aber hoffentlich werden spätere Indiskretionen in den kommenden Monaten auch diesbezüglich Klarheit schaffen.