Aufgrund der sich verschärfenden Speicherkrise haben mehrere Hersteller begonnen, ein Auge auf in China entwickelte und hergestellte Speicherchips zu werfen, und Apple hat sogar bei der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika Lobbyarbeit aufgenommen, um die Entscheidungsträger den Einsatz chinesischer Speicherchips genehmigen, um die negativen Auswirkungen der Speicherkrise abzumildern. Obwohl zu letzterem Thema bislang noch keine offiziellen Informationen veröffentlicht wurden, zeigt ein aktueller Test der Mitarbeiter von NotebookCheck, dass Lenovo im ThinkBook 14 G9 damit begonnen hat, die chinesischen 3D-NAND-Flash-Speicherchips von YMTC in größerem Umfang einzusetzen – was in der Branche bislang beispiellos war.
Dies kann als bedeutender Fortschritt angesehen werden, da es dazu beitragen könnte, dass die Marktteilnehmer den chinesischen Speicherchips in größerem Umfang Vertrauen schenken – sofern sie diese auf der Grundlage der Validierungstests für geeignet halten. Die chinesischen Speicherchips würden auf jeden Fall dazu beitragen, die Speicherkrise zu entschärfen, da Samsung, Micron und SK hynix ihre Produktionskapazitäten im Bereich Speicherchips aufgrund der Nachfrage nach KI voll auslasten, und die Produktionslinien, die in den kommenden Quartalen und Jahren in Betrieb genommen werden, werden in diesem Bereich keinen so großen Fortschritt bringen, dass sich die Verfügbarkeit von Speicherchips wesentlich verbessert.
Das chinesische Unternehmen YMTC hat kürzlich mit der Massenproduktion von 3D-NAND-Flash-Speicherchips begonnen, die die vielversprechende Xtracking-4.0-Technologie nutzen, wobei die TLC-Modelle, die pro Zelle 3 Bit Daten speichern können, eine Kapazität von 1 Tb bieten, während die QLC-Chips, die pro Zelle 4 Bit Daten verarbeiten, bereits eine Speicherkapazität von 2 Tb bieten.
Laut dem Test von NotebookCheck bietet die im ThinkBook 14 G9 verbaute PCI-Express-4.0-x4-SSD-Karte im M.2-2242-Format eine Speicherkapazität von 512 GB bietet und in puncto Leistung dem Niveau eines durchschnittlichen Büro-Notebooks entspricht. Den Messungen zufolge lag die kontinuierliche Lesegeschwindigkeit der betreffenden SSD-Karte bei 3950 MB/s, während die kontinuierliche Schreibgeschwindigkeit 2514 MB/s betrug. Natürlich gibt es auch deutlich schnellere Modelle, doch in der aktuellen Phase der Speicherverknappung würden auch solche Produkte einen enormen Beitrag zur Linderung der Speicherkrise leisten, was sich zudem positiv auf die Preise auswirken könnte.
Interessanterweise versucht Lenovo sein Glück nicht nur mit den 3D-NAND-Flash-Speicherchips des chinesischen Herstellers YMTC, sondern auch mit den DRAM-Chips des anderen chinesischen Speicherherstellers CXMT, wobei letztere bisher allerdings nur in Notebooks zum Einsatz kamen, die ausschließlich in China vertrieben werden, während die Neuheiten von YMTC bereits im ThinkBook 14 G9 verbaut wurden, das für den globalen Markt bestimmt ist.