Viele haben schon sehnsüchtig auf die Veröffentlichung der Valve Steam Machine gewartet – dieser kleine Desktop-PC, der sich im Wohnzimmer auch als Spielekonsole bewähren kann, ist nun auf dem Weg zu seinen zukünftigen Besitzern, denn die ersten Lieferungen wurden bereits auf den Weg gebracht. Das Team von Valve hatte bereits vor dem Start klargestellt, dass das mit einer einzigartigen AMD-CPU und einer RDNA-3-basierten GPU ausgestattete Gerät über Dual-Channel-Speicherunterstützung verfügt, die in Form von zwei So-DIMM-Speichersteckplätzen genutzt werden kann, natürlich auf Basis von DDR5- ; statt 2 x 8 GB kann jedoch in manchen Fällen auch 1 x 16 GB Speicher in den Steckplatz eingesetzt werden, was sich auf die Leistungsentwicklung auswirken kann.
Der Arbeitsspeicher lässt sich nachträglich erweitern, allerdings ist hierfür ein relativ aufwendiger Einbau erforderlich, bei dem man sich sogar mit geklebten Flachbandkabeln herumschlagen muss, was für Gamer ohne Erfahrung im Bereich der Hardware-Montage eine Herausforderung darstellen kann. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass das aktuelle Steam-Machine-Set mit Single-Channel-Speicherunterstützung auf den Markt kommt, und der Grund dafür ist ganz prosaisch: Man konnte einfach keine 2 × 8-GB-Speicherkonfiguration zu einem angemessenen Preis bereitstellen, weshalb man sich für die 1 × 16-GB-Lösung entschieden hat.
Die Mitarbeiter von Gamers Nexus haben zudem getestet, was es in der Praxis bedeutet, wenn statt zweier 8-GB-Speichermodule ein einziges 16-GB-Modul zur Verfügung steht. Nach dem Auseinanderbauen der Steam Machine hatten sie Zugang zu den So-DIMM-Steckplätzen, in die sie ein zweites 16-GB-Modul einbauten; ihrer Aussage nach blieb die Systemauslastung jedoch in der Regel bei etwa 16 GB, sodass die Messungen auch im Hinblick auf den 2x-8-GB-Betriebsmodus relevant sein könnten, da sie nicht auf die Unterschiede in der Speicherkapazität, sondern auf die Leistungsunterschiede zwischen dem Ein- und Zweikanalmodus abzielen.
Die Steam Machine, die sowohl als Spielekonsole als auch als Desktop-PC genutzt werden kann, profitierte den Tests zufolge vor allem bei den CPU-limitierten Messungen von der Dual-Channel-Speicherunterstützung, wie zu erwarten war: Bei 7-Zip beispielsweise führte der Einsatz des zweiten Speichermoduls zu einer Beschleunigung von fast 20 %. Da es sich um einen Gaming-PC handelt, standen natürlich die spielbezogenen Messungen im Vordergrund.
Das System basiert auf einer NAVI-33-basierte GPU mit einem Block aus 28 aktiven CUs, die 8 GB GDDR6-VRAM nutzt, konnte auch während des Spielbetriebs von der zweikanaligen Speicherarchitektur profitieren – und zwar in den Fällen, in denen das jeweilige Spiel an die CPU-Grenze stieß. „Baldur’s Gate 3“ wurde bei einer Auflösung von 1080p und der Einstellung „Low“ um 15,3 % schneller, während dieser Wert bei „The Outer Worlds“ unter denselben Bedingungen bei 14,7 % lag. Auch „Resident Evil 4“ wurde durch den zweiten Speichermodul um 10 % schneller – in diesem Fall waren eine Auflösung von 1080p und die Einstellung „Prioritize Performance“ aktiv.
Bei den GPU-limitierten Tests zeigte der Wechsel von einem auf zwei Kanäle eine Beschleunigung von unter 1 %: bei „Kingdom Come: Deliverance II“ um 0,6 %, bei „Dragon’s Dogma 2“ um 0,6 %, während das zweikanalige System bei „Cyberpunk 2077: Phantom Liberty“ schnitt das Zweikanal-System um 0,9 % besser ab als die Ein-Kanal-Version. Diese Titel liefen alle mit einer Auflösung von 1080p und der Einstellung „Ultra“, was die GPU erheblich belastete. Es gab jedoch auch Ausnahmen: Bei „Resident Evil 4“ brachte der Zweikanalmodus bei GPU-orientierten Einstellungen eine Beschleunigung von 3,4 %, bei „Starfield“ von 3,6 % und bei „Baldur’s Gate 3“ betrug die Beschleunigung 8,7 % – ebenfalls bei einer Auflösung von 1080p und den „Ultra“-Einstellungen.
Aufgrund der obigen Ergebnisse verursacht die Single-Channel-Speicherunterstützung im Vergleich zum Dual-Channel-Modus meist keine nennenswerten Verlangsamungen, das heißt, die Entscheidung von Valve war nicht falsch – inmitten der Speicherkrise ist solche „Kreativität“ leider notwendig. Mit der Zeit wird es natürlich möglich sein, den Systemspeicher zu erweitern, wenn die Preise günstiger werden, aber wann dieser Zeitpunkt kommen wird, weiß derzeit niemand – selbst die Speicherhersteller können nur raten, denn die Entwicklung der Marktprozesse lässt sich nur schwer vorhersagen, wenn so viele Variablen im Spiel sind – und dabei haben wir die Möglichkeiten höherer Gewalt noch gar nicht berücksichtigt.
Den Prozess der Speicheraufrüstung hätte man allerdings benutzerfreundlicher gestalten können, beispielsweise mit einer speziellen Klappe, über die die Module des So-DIMM-basierten Speichersubsystems bei Bedarf ausgetauscht oder erweitert werden können. Das Video von Gamers Nexus „ “ finden Interessierte hier:.