Als weltweit führender Batteriehersteller arbeitet CATL kontinuierlich daran, seinen Partnern die bestmöglichen technologischen Lösungen anzubieten. Es wäre ein bedeutender Durchbruch, wenn das Unternehmen die Festkörperbatterie zur Marktreife bringen könnte, doch in den letzten Tagen haben wir diesbezüglich schlechte Nachrichten erhalten.
Robin Zeng, der Vorsitzende von CATL, erklärte, dass die vom Unternehmen entwickelte Festkörperbatterie bislang erst die vierte Stufe der Entwicklungsleiter erreicht habe. Diese Leiter umfasst insgesamt neun Stufen, man kann also sagen, dass noch nicht einmal die Hälfte des Weges zurückgelegt wurde. Auf die Fachleute wartet noch sehr viel Arbeit, bis die Batterie marktreif ist, denn dafür müssen alle neun Stufen absolviert werden.
Für die Marktreife der neuen „ “-Batterie ist eine parallele Optimierung in den Bereichen Technik, Sicherheit und Verbraucheranforderungen erforderlich. Die Ingenieurteams müssen vor dem Hochfahren der Produktion die Pass-, Kontakt- und sonstigen Parameter der Batteriezellen festlegen. Da noch viele Herausforderungen bestehen, verschiebt CATL die für die nächsten Phasen geplanten Investitionen und beeilt sich nicht mit dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Laut Wu Kai, dem wissenschaftlichen Direktor von CATL, könnte die Entwicklung der Festkörperbatterien bis Ende 2027 die siebte, im besten Fall die achte Entwicklungsstufe erreichen. Vor 2028 ist daher sicherlich nicht mit einer Markteinführung zu rechnen.
In China wird in Kürze eine Richtlinie verabschiedet, die der Regulierung von Hybrid- und Festkörperbatterien dient; die vorschreibt, dass die Entwickler bei echten Festkörperbatterien den Anteil flüssiger Bestandteile auf unter 5 Prozent senken müssen. Batterien, die zwischen 5 und 20 % flüssige Bestandteile enthalten, werden lediglich als Hybridbatterien eingestuft.
Im Gegensatz zu den Festkörperbatterien verläuft die Entwicklung der Batterien mit Natrium-Ionen-Chemie fast genau nach Plan. Zwar gibt es auch in diesem Bereich gewisse Verzögerungen, doch nach den aktuellen Plänen von CATL steht der Markteinführung des ersten mit einer Natrium-Ionen-Batterie ausgestatteten Elektroautos „ “ in diesem Jahr nichts im Wege.
Ni Jun, Produktionsleiter bei CATL, erklärte im Rahmen des Weltwirtschaftsforums, dass man bis Ende 2026 zwischen 10.000 und 20.000 Elektroautos mit Natrium-Ionen-Batterien ausliefern wolle.
Der marktführende Hersteller hat nach eigenen Schätzungen bereits fast 1,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung von Natrium-Ionen-Batterien investiert. Die Früchte dieser mehr als ein Jahrzehnt währenden Arbeit könnten noch in diesem Jahr geerntet werden. In der Forschungs- und Entwicklungsabteilung hat in letzter Zeit bereits ein Team von mehr als 300 Mitarbeitern an dieser Technologie gearbeitet. Als größten Vorteil der Natrium-Ionen-Batterie hebt CATL stets hervor, dass sie „frostbeständig“ ist. Sie ist selbst bei Temperaturen von bis zu -30 Grad voll funktionsfähig und kann daher auch in den frostigen Ländern des Nordens mit hoher Zuverlässigkeit betrieben werden.
CATL gab außerdem bekannt, dass bereits an der Entwicklung der ersten Energiespeichersysteme mit Natrium-Ionen-Akkus gearbeitet wird. Das Unternehmen hat diesem System den Codenamen „Tener Sodium“ gegeben. Die ersten fertigen Einheiten könnten bereits im September in China auf den Markt kommen; weltweit könnte dieses System im Juni 2027 in den Handel kommen, sofern alles nach den Vorstellungen des Unternehmens verläuft.
Die Batteriehersteller beschäftigen sich in letzter Zeit besonders intensiv mit der Natrium-Ionen-Technologie, da sich dadurch die Abhängigkeit von Lithium erheblich verringern lässt. Dies wäre notwendig, da der Preis für den Rohstoff im vergangenen Jahr stark gestiegen ist. Im Vergleich zum Stand vom Juni letzten Jahres muss man für Lithium mittlerweile mehr als das Doppelte bezahlen, und im Frühjahr war es sogar noch teurer.