Von den für den Verbrauchermarkt bestimmten „ “-Routern wurden im ersten Quartal dieses Jahres insgesamt weniger verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach den verschiedenen Produkten angesichts der ungünstigen Marktlage langsam zurückgeht.
Laut einer Analyse von Counterpoint sank die Auslieferungsrate von Routern auf dem Verbrauchermarkt im Jahresvergleich um 6 %, wobei die einzelnen Hersteller in unterschiedlichem Maße von dieser Entwicklung betroffen waren und es einigen sogar gelang, ein Wachstum zu erzielen. Der Umsatz ist seit dem explosionsartigen Höchststand während der COVID-19-Pandemie allmählich zurückgegangen, damals stieg nämlich aufgrund der zunehmend verbreiteten Arbeit im Homeoffice die Nachfrage nach verschiedenen Produkten, die für die Schaffung einer geeigneten Arbeitsumgebung zu Hause unerlässlich sind, sodass unter anderem auch der Absatz von Routern stark in die Höhe schoss. Nach dem Höchststand im Jahr 2021 setzte ein langsamer Rückgang des Absatzes ein, was mittlerweile dazu geführt hat, dass der weltweite Absatz von Routern um fast 34 % zurückgegangen ist – natürlich gab es auch reichlich Spielraum für einen Rückgang.
Die konkreten Zahlen für das erste Quartal zeigen übrigens, dass sowohl Google als auch ASUS in diesem Zeitraum ein Wachstum verzeichnen konnten: Ersterer verbuchte einen Anstieg von 1,2 %, während Letzterer ein Wachstum von 3,8 % verzeichnen konnte. Xiaomi, Netgear und TP-Link hatten nicht so viel Glück: Sie verzeichneten alle Rückgänge in Höhe von 1,3 %, 3 % bzw. 5,4 %. Die Analysten von CounterPoint haben keine genauen Daten zu den übrigen Herstellern veröffentlicht, da diese ihrer Meinung nach einzeln keine nennenswerten Router-Mengen ausgeliefert haben; daher fassten sie die übrigen Hersteller unter einem Begriff zusammen und gaben lediglich an, dass deren Lieferzahlen insgesamt um 10,4 % zurückgegangen seien, was angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Durchschnittswert handelt, einen ziemlich massiven Rückgang darstellt.
Hinter diesem Trend könnte laut Analysten stehen, dass die Käufer ihre neuen Router bereits im Zeitraum 2021 und 2022 angeschafft haben, und die neueren Produkte für sie nicht attraktiv genug sind, um ihre aktuellen Geräte deswegen auszutauschen. Dabei bieten Wi-Fi-7-Router bereits einen erheblichen Fortschritt bei der drahtlosen Bandbreite, und auch ihre Fähigkeiten im kabelgebundenen Netzwerk sind im Allgemeinen durchaus beeindruckend, doch diese Vorteile scheinen die Durchschnittsverbraucher offenbar nicht zu begeistern. Das ist natürlich nur ein Aspekt der zugrunde liegenden Ursachen; ein weiterer ist, dass die Anbieter in der Regel immer modernere und leistungsfähigere Router im Rahmen ihrer Verträge bereitstellen, vor allem bei den teureren Tarifen: Geräte auf Basis von Wi-Fi 6 bzw. Wi-Fi 6E sind recht verbreitet, aber in manchen Fällen kann zu dem jeweiligen Tarif sogar ein Router mit Wi-Fi-7-Unterstützung gehören. Diese Router sind zwar nicht unbedingt so leistungsstark und schnell wie ihre separat erhältlichen High-End-Pendants, aber dennoch modern und schnell genug, um die Anforderungen eines durchschnittlichen Nutzers zu erfüllen.
Natürlich besteht auch weiterhin Nachfrage nach WLAN-Mesh-Systemen, da sich mit ihnen relativ große Häuser und Wohnungen – sogar über mehrere Etagen hinweg und mit Verbindung zum Garten – effizient abdecken lassen. Zu den beliebten Produkten zählen die Systeme von Amazon Eero und Google Nest, die sich dank des wohlklingenden, weithin bekannten Markennamens und der besonders starken Verkaufsaktionen ausgesprochen gut verkaufen. Von diesem rückläufigen Trend bleibt ein anderes Segment, der Markt für Gaming-Router, da Gamer gerne Gaming-Router wählen, die mit den besten Zusatzfunktionen ausgestattet sind, geringe Latenzzeiten bieten und den Netzwerkverkehr effizient verwalten, wodurch das Online-Gaming stabiler und reibungsloser wird.
Eine Erholung der Verkaufszahlen wird voraussichtlich dann eintreten, wenn Router mit Wi-Fi-8-Unterstützung in großer Zahl auf den Markt kommen; zwar konzentrieren sich diese im Vergleich zu ihren Wi-Fi-7-Pendants vor allem auf eine effizientere Bandbreitennutzung und eine stabilere Leistung und nicht auf eine allgemeine Bandbreitenerhöhung, können aber dennoch einen erheblichen Fortschritt bringen – vor allem im Vergleich zu Wi-Fi-5- und Wi-Fi-6-Modellen.