Auf dem Speichermarkt herrscht derzeit große Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung, doch Analysten und Hersteller sind größtenteils der Ansicht, dass es in der kommenden Zeit schwieriger werden wird, sich zu behaupten, und sich die Speicherkrise verschärfen wird: Den Erwartungen zufolge versprechen sowohl das Jahr 2027 als auch das Jahr 2028 in dieser Hinsicht äußerst schlecht zu werden. Die zunehmenden Preissteigerungen werden sich natürlich auch auf die Preise der einzelnen Produkte auswirken, was sowohl für Geschäftskunden als auch für Privatanwender die Erweiterung ihrer Hardware verteuern wird; auch komplette Konfigurationen werden dann teurer sein als derzeit.
Der Vorsitzende von ADATA, Chen Li-Bai, hat erst kürzlich darüber gesprochen, wie sich der Speichermarkt seiner Meinung nach in der kommenden Zeit entwickeln wird. Der Geschäftsführer sieht die Zukunft recht düster: Seiner Meinung nach wird die Lieferkette noch weitere zehn Jahre benötigen, um sich zu stabilisieren. Derzeit laufen mehrere Kapitalinvestitionen, deren Ziel die Steigerung der Speicherproduktion ist, doch laut dem Vorsitzenden von ADATA wird selbst die neu geschaffene Produktionskapazität nicht ausreichen, um den Speichermangel nennenswert zu lindern. Obwohl der Aktienkurs von TSMC kürzlich ins Stocken geriet und zu fallen begann, was viele zu der Annahme veranlasste, dass der Prozess des Platzens der KI-Blase endlich begonnen habe, ist der ADATA-Vorstandsvorsitzende hingegen der Ansicht, dass davon derzeit noch keine Rede ist und man auf das tatsächliche Platzen noch ein Jahrzehnt warten müsse.
Chen Li-bai ist der Ansicht, dass vor 2030 nicht vom Platzen der KI-Blase die Rede sein kann; selbst dann werden nur Schätzungen darüber möglich sein, in welche Richtung sich der Speichermarkt auf der Grundlage der damaligen Entwicklungen bewegen wird. Erst dann wird sich zeigen, ob die Nachfrage nach DRAM- und NAND-Flash-Chips sowie nach KI-Beschleunigern bis einschließlich 2040 oder 2050 nachhaltig sein wird – und dieser Zeitraum liegt noch in weiter Ferne.
Die aktuelle Nachfrage wächst im Wesentlichen exponentiell – sowohl bei der Speicherkapazität als auch bei der Datenspeicherkapazität, der Rechenleistung und der Leistung des Stromnetzes –, und auch in vielen anderen Bereichen ist ein Wachstum ähnlichen Ausmaßes zu beobachten. Der aktuelle Trend deutet darauf hin, dass die Nachfrage auch in den kommenden Jahren das Angebot übersteigen wird, was dazu führt, dass die Speicherkrise anhält. Sollten in der Zwischenzeit zudem Fälle höherer Gewalt eintreten – beispielsweise Erdbeben, Überschwemmungen, Brände oder andere Katastrophen –, könnte dies die Situation weiter verschärfen.
Wie dem auch sei: Das von den großen Speicherherstellern vorgegebene Ausbautempo reicht vorerst nicht aus, um Angebot und Nachfrage in ein Gleichgewicht zu bringen, obwohl die Teams von Micron, Samsung sowie SK Hynix daran arbeiten, dass die neuen Speicherkapazitäten so schnell wie möglich in Betrieb genommen werden können. Die Unternehmen sind natürlich auch vorsichtig: Aus den Erfahrungen früherer Zyklen haben sie gelernt und bauen nun zurückhaltender aus, um nicht durch eine zu große Ausbauwelle den gegenteiligen Effekt, nämlich ein Überangebot, zu erzielen, denn dies würde sowohl ihre Umsätze als auch ihre Gewinne gefährden und zudem die Amortisation der Kapitalinvestitionen erheblich verzögern. Aus geschäftlicher Sicht ist dies vollkommen nachvollziehbar, auch wenn es aus Kundensicht ziemlich schmerzhaft ist.